Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Der Mensch ist so alt wie seine Gefäße

07.10.2009
Symposium zur Gefäßmedizin im Rahmen des Dies Academicus der Medizinischen Fakultät Mannheim

Die Gefäßmedizin wird beim Symposium im Rahmen des Dies Academicus der Medizinischen Fakultät Mannheim der Universität Heidelberg, am Freitag, 9. Oktober 2009, unter die Lupe genommen.

Störungen der normalen Funktion von Blutgefäßen sind direkt oder indirekt an mehr als zwei Drittel aller Todesfälle in der Bundesrepublik beteiligt. Bei den wichtigsten und bedrohlichsten Volkskrankheiten, wie primäre Herz-Kreislauferkrankungen und Tumorerkrankungen, aber auch Diabetes, Augenerkrankungen und Hauterkrankungen, sind sie von Bedeutung. Die vaskuläre Biologie spielt entsprechend für praktisch alle Bereich der Medizin eine wichtige Rolle.

Gefäßerkrankungen sind ein erheblicher Kostenfaktor im Gesundheitssystem und werden aufgrund der demographischen Entwicklung weiter zunehmen. Das Symposium beleuchtet die vaskuläre Medizin daher nicht nur aus dem wissenschaftlichen und klinischen, sondern auch aus dem gesellschaftlichen Blickwinkel.

Die vaskuläre Medizin ist einer der Forschungsschwerpunkte der Medizinischen Fakultät Mannheim. Nicht zuletzt deshalb hat der Dekan der Medizinischen Fakultät Mannheim der Universität Heidelberg, Professor Dr. Klaus van Ackern, dieses Thema für den akademischen Feiertag der Fakultät gewählt.

Der ab 2009 von Mannheim aus koordinierte SFB-TR23 widmet sich als bisher einziger Sonderforschungsbereich in Deutschland ausschließlich der Blutgefäßforschung. Die Wissenschaftler der beteiligten Institutionen verfolgen gemeinsam das Ziel, normale und gestörte Funktionen von Blutgefäßen auf der molekularen und zellulären Ebene systematisch zu analysieren und damit die Basis für die Entwicklung neuer diagnostischer und therapeutischer Verfahren zu schaffen. Professor Dr. Hellmut Augustin, Sprecher des Sonderforschungsbereiches, referiert in seinem Vortrag über die Stellung der Gefäßbiologie innerhalb der Lebenswissenschaften.

Sind Gefäßerkrankungen nur eine Frage des Alters? Dieser Hypothese geht Professor Dr. Dr. h.c. Diethelm Tschöpe, Ärztlicher Direktor des Herz- und Diabeteszentrum Nordrhein-Westfalen der Ruhr-Universität Bochum, in seinem Vortrag nach. Epidemiologische Studien machen ausschweifenden Lebensstil, Fettstoffwechselstörungen und genetische Faktoren als Risikomarker für koronare Erkrankungen, Bluthochdruck, Herzinsuffizienz und Schlaganfall aus. Dennoch ist das zunehmende Alter ein wesentlicher Risikofaktor für Gefäßerkrankungen - nicht unbedingt das Altern selbst, sondern vielmehr die Kombination aus verschiedenen Risiken, denen sich der Mensch mit seinem alternden Gefäßsystem im höheren Lebensalter ausgesetzt sieht.

Auch die soziale Stellung hat Einfluss auf das Risiko kardiovaskulärer Erkrankungen - nämlich über die Lebensstil- und Umweltfaktoren. Professor Dr. Johannes Siegrist, Geschäftsführender Direktor des Instituts für Medizinische Soziologie des Universitätsklinikums Düsseldorf, beleuchtet vaskuläre Erkrankungen im gesellschaftlichen Wandel. Er stellt fest, dass sich das Verteilungsmuster in den vergangenen Jahrzehnten deutlich verändert hat: Waren früher sozial besser gestellte Schichten von Gefäßkrankheiten häufiger betroffen, so ist heute das Erkrankungsrisiko umso höher, je niedriger die soziale Stellung ist.

Professor Dr. Gerhard Huber vom Institut für Sport und Sportwissenschaft der Universität Heidelberg zeigt die Bedeutung der Bewegung als Gesundheitsressource auf - auch für Gefäßerkrankungen. Diese ist leider häufig verkannt.

Die europäische Musik- und Kunstgeschichte ist eine unerschöpfliche Quelle berühmter Beispiele von Patienten mit Gefäßerkrankungen. In seinem abschließenden Vortrag skizziert Professor Dr. Hansjörg Bäzner, Leitender Oberarzt an der Neurologischen Klinik der Universitätsmedizin Mannheim, anhand von zeitgenössischen Quellen die Krankheitsgeschichten von Komponisten und Malern und beleuchtet die Auswirkungen, die die Krankheiten auf das künstlerische Oevre hatten. Hierbei eröffnen sich auch Blicke auf moderne Aspekte der neurologischen Forschung.

Symposium
"Der Mensch ist so alt wie seine Gefäße"
am Freitag, 9. Oktober 2009
von 13:30 Uhr bis 17:00 Uhr
im Hörsaal des Lehrgebäudes "Alte Brauerei"

Dr. Eva Maria Wellnitz | idw
Weitere Informationen:
http://www.umm.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Neue statistische Verfahren zur Überprüfung von Arzneimittel-Generika
25.07.2017 | Ruhr-Universität Bochum

nachricht Chancen für die Behandlung von Kinderdemenz
24.07.2017 | Julius-Maximilians-Universität Würzburg

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Kohlenstoff-Nanoröhrchen verwandeln Strom in leuchtende Quasiteilchen

Starke Licht-Materie-Kopplung in diesen halbleitenden Röhrchen könnte zu elektrisch gepumpten Lasern führen

Auch durch Anregung mit Strom ist die Erzeugung von leuchtenden Quasiteilchen aus Licht und Materie in halbleitenden Kohlenstoff-Nanoröhrchen möglich....

Im Focus: Carbon Nanotubes Turn Electrical Current into Light-emitting Quasi-particles

Strong light-matter coupling in these semiconducting tubes may hold the key to electrically pumped lasers

Light-matter quasi-particles can be generated electrically in semiconducting carbon nanotubes. Material scientists and physicists from Heidelberg University...

Im Focus: Breitbandlichtquellen mit flüssigem Kern

Jenaer Forschern ist es gelungen breitbandiges Laserlicht im mittleren Infrarotbereich mit Hilfe von flüssigkeitsgefüllten optischen Fasern zu erzeugen. Mit den Fasern lieferten sie zudem experimentelle Beweise für eine neue Dynamik von Solitonen – zeitlich und spektral stabile Lichtwellen – die aufgrund der besonderen Eigenschaften des Flüssigkerns entsteht. Die Ergebnisse der Arbeiten publizierte das Jenaer Wissenschaftler-Team vom Leibniz-Instituts für Photonische Technologien (Leibniz-IPHT), dem Fraunhofer-Insitut für Angewandte Optik und Feinmechanik, der Friedrich-Schiller-Universität Jena und des Helmholtz-Insituts im renommierten Fachblatt Nature Communications.

Aus einem ultraschnellen intensiven Laserpuls, den sie in die Faser einkoppeln, erzeugen die Wissenschaftler ein, für das menschliche Auge nicht sichtbares,...

Im Focus: Flexible proximity sensor creates smart surfaces

Fraunhofer IPA has developed a proximity sensor made from silicone and carbon nanotubes (CNT) which detects objects and determines their position. The materials and printing process used mean that the sensor is extremely flexible, economical and can be used for large surfaces. Industry and research partners can use and further develop this innovation straight away.

At first glance, the proximity sensor appears to be nothing special: a thin, elastic layer of silicone onto which black square surfaces are printed, but these...

Im Focus: 3-D scanning with water

3-D shape acquisition using water displacement as the shape sensor for the reconstruction of complex objects

A global team of computer scientists and engineers have developed an innovative technique that more completely reconstructs challenging 3D objects. An ancient...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

2. Spitzentreffen »Industrie 4.0 live«

25.07.2017 | Veranstaltungen

Gipfeltreffen der String-Mathematik: Internationale Konferenz StringMath 2017

24.07.2017 | Veranstaltungen

Von atmosphärischen Teilchen bis hin zu Polymeren aus nachwachsenden Rohstoffen

24.07.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

IT-Experten entdecken Chancen für den Channel-Markt

25.07.2017 | Unternehmensmeldung

Erst hot dann Schrott! – Elektronik-Überhitzung effektiv vorbeugen

25.07.2017 | Seminare Workshops

Dichtes Gefäßnetz reguliert Bildung von Thrombozyten im Knochenmark

25.07.2017 | Biowissenschaften Chemie