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Insulinpumpentherapie kann Alternative bieten

24.11.2009
Die Insulinpumpentherapie ist eine moderne Form der Diabetesbehandlung, die vor allem für Typ 1 Diabetiker geeignet ist.

m diese Methode in der Öffentlichkeit breiter bekannt zu machen, findet am Sonnabend, 28. November 2009, von 10.00 bis 14 Uhr eine Informationsveranstaltung für Insulinpumpenträger und an der Therapie interessierte Patienten unter Leitung von Oberärztin Dr. Silke Klose, Diabetologin der Uni-Klinik für Nieren- und Hochdruckkrankheiten, im ZENIT-Forschungsgebäude auf dem Gelände des Universitätsklinikums Magdeburg, Leipziger Straße 44, statt.

Als Referentin ist Ulrike Thurm aus Berlin eingeladen. Die Diabetesberaterin, Sportlehrerin, Marathonläuferin und Buchautorin wird bei dem Treffen auch über ihre eigenen langjährigen Erfahrungen als Insulinpumpenträgerin berichten. Außerdem gibt es Zeit für persönliche Gespräche und den Besuch einer Industrieausstellung. Um telefonische Anmeldung wird gebeten unter 0391-6713258 (Frau Lohe).

Von der Insulinpumpentherapie profitieren hauptsächlich jüngere Typ 1 Diabetiker, da sie häufiger einen instabilen Zuckerstoffwechsel im Gegensatz zu Typ 2 Diabetikern (Altersdiabetes) aufweisen. In Deutschland tragen ungefähr 40 000 Patienten Insulinpumpen (12 % der Typ 1 Diabetiker).

Bei der Insulinpumpentherapie wird durch eine batteriebetriebene - am Körper getragene - elektronisch gesteuerte, Pumpe ständig kurzwirksames Insulin über einen feinen Plastikschlauch und eine Nadel, die meistens in der Bauchhaut liegt, verabreicht. "Durch die Insulinpumpe wird die Insulinzufuhr wie sie bei Gesunden stattfindet besser nachgeahmt als bei anderen Therapieformen", bestätigt OÄ Dr. Silke Klose. Eine besondere Stärke ist die genaue Programmierbarkeit der Insulingrundversorgung (24 h Profil). Zu den Mahlzeiten ruft der Patient die, passend für die Nahrungsmenge errechnete, Insulindosis als Bolus per Knopfdruck ab, was für andere unbemerkt, z.B. in der Hosentasche, passieren kann. Dr. Klose: "Durch die Pumpentherapie lässt sich der Tagesablauf sehr flexibel gestalten, denn der Diabetiker kann auch die Insulinrate in verschiedenen Lebenssituationen, z.B. beim Sport, schnell anpassen." Regelmäßige Blutzuckermessungen müssen jedoch trotzdem mit den üblichen Teststreifen vorgenommen werden, um nach dem aktuellen Wert die Insulindosis festzulegen.

Allerdings müssen Insulinpumpenträger sehr zuverlässig und intensiv geschult sein. Eine neue Nadel muss alle 1 bis 2 Tage gelegt werden. Die Pumpe kann man für besondere Situationen, wie z.B. beim Sport, Schwimmen, Duschen bis zu zwei Stunden ablegen, bei längeren Pumpenpausen wird die Zeit mit Insulinspritzen überbrückt. Zur Sicherheit geben die meisten Insulinpumpen, z.B. bei verstopften Schläuchen oder wenn das Insulinreservoir fast leer ist, Alarm.
Da die Insulintherapie mit Pumpe viel teurer als mit Pen oder Spritze ist, wird sie nur bei speziellen Indikationen eingesetzt. Sie eignet sich besonders für Diabetiker mit unregelmäßigem Lebensrhythmus (z.B. Schichtarbeiter), sehr niedrigem Insulinbedarf oder für Patienten, bei denen durch das Spritzen von Insulin der Stoffwechsel nicht ausreichend eingestellt werden kann oder häufig Blutzuckerschwankungen und (nächtliche) Unterzuckerungen auftreten. Auch wenn kurzfristig eine sehr genaue Einstellung des Blutzuckers nötig wird, zum Beispiel während der Schwangerschaft, kann eine Insulinpumpe sinnvoll sein.

Meßsysteme zur kontinuierlichen Glukosemessung über 72 Stunden, die mit der Pumpentherapie gekoppelt sein können, tragen zur weiteren Verbesserung der Diabeteseinstellung bei.

Kornelia Suske | idw
Weitere Informationen:
http://www.med.uni-magdeburg.de/

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