Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Das ideale Getränk für Konferenzen

28.02.2011
Wissenschaftler der TU Berlin haben ein innovatives Verfahren zur Herstellung von alkoholfreiem Bier entwickelt. Durch eine erfolgreiche Kooperation kommt es im Frühjahr auf den Markt

Es schmeckt wie ein Bier: frisch, vollmundig, ohne Fehlaromen, mit einer markanten Bitternote – wie Biertrinker sie mögen. Ein richtiges Bier ist es dennoch nicht. Sein Alkoholgehalt liegt nur zwischen 0,2 und 0,4 Volumenprozent. Damit zählt es zu den alkoholfreien Bieren.

Gebraut wurde es an der TU Berlin nach einem neuen Verfahren zur Herstellung von alkoholfreiem Bier. Prof. Dr.-Ing. Frank-Jürgen Methner, Leiter des Fachgebietes Brauwesen, und sein wissenschaftlicher Mitarbeiter Dipl.-Ing. Thomas Kunz haben zusammen mit Studierenden das Verfahren entwickelt. Mit Hilfe des Patent- und Technologievermarkters ipal gingen die Wissenschaftler und Carlsberg eine Kooperation ein. Ergebnis dieser Zusammenarbeit ist ein neues alkoholfreies Bier, das am 1. April 2011 auf den Markt kommt.

„Ziel unserer Forschungen war es, vor allem die Sensorik von alkoholfreiem Bier deutlich zu verbessern, also den Geschmack, und ein gesundes Bier zu brauen“, sagt Professor Methner. Viele alkoholfreie Biere weisen Fehlaromen auf, schmecken fad und riechen nach Würze. Eigenschaften, die die gängigen Brauverfahren mit sich bringen. Für Biertrinker ist alkoholfreies Bier deshalb nach wie vor keine echte Alternative.

Um die Ziele zu erreichen, experimentierten die TU-Forscher beim Prozess der alkoholischen Gärung mit einer speziellen Kombination aus Hefepilzen und Milchsäurebakterien. Die neu entwickelte Technologie beruht auf einem der herkömmlichen Verfahren zur alkoholfreien Bierherstellung. Bei diesem bleibt der Alkoholgehalt unter dem gesetzlich vorgeschriebenen Grenzwert von 0,5 Volumenprozent Alkohol für alkoholfreie Getränke. Alkohol ist ein Geschmacksträger und bei der alkoholischen Gärung entstehen jene Aroma-Stoffe, die dem Bier seinen typischen Geschmack verleihen. „Wird bei der Gärung nur wenig Alkohol gebildet, bilden sich dementsprechend weniger Aroma-Stoffe. Die wissenschaftliche Herausforderung bestand für uns darin, trotz geringen Alkohols, dennoch viele Aroma-Stoffe entstehen zu lassen, um ein vollmundiges, auch wirklich nach Bier schmeckendes alkoholfreies Bier herzustellen“, erklärt Professor Methner.

Gebraut wird auch dieses Bier nach dem deutschen Reinheitsgebot – nur mit Hopfen, Gerstenmalz und Wasser. Normalerweise dauert die alkoholische Gärung beim Bier fünf bis sieben Tage. Mit den von den TU-Wissenschaftlern verwendeten Hefepilzen und Milchsäurebakterien, die nach dem Reinheitsgebot zulässig sind, endet sie jedoch bereits nach drei bis vier Tagen und das auf natürliche Weise. Die Gärung muss nicht künstlich gestoppt werden. „In dieser Zeit haben sie alles vergoren, was sie vergären können, weil sie nur bestimmte Zucker im Malz verwerten können und haben zudem jene biertypischen Aromen hervorgebracht“, erklärt Methner.

Das Bier, das bei dem neuen TU-Verfahren hergestellt wird, schmeckt aber nicht nur besser, sondern ist auch gesund. „Es ist isotonisch und reich an lebensnotwendigen Vitaminen, Mineralien, Aminosäuren und Polyphenolen, jenen Pflanzenstoffen, die entzündungshemmend und krebsvorbeugend wirken. Es ist das ideale Konferenz- und Sportlergetränk“, so Frank-Jürgen Methner.

Das Potential des TU-Verfahrens zur Herstellung eines alkoholfreien Biers, das beim Verbraucher auf eine höhere Akzeptanz stößt, erkannte auch Carlsberg. Die TU-Wissenschaftler und Carlsberg Deutschland gingen eine Kooperation ein, während der die TU-Technologie durch Carlsberg zu großtechnischer Reife geführt und ein neues, alkoholfreies Bier entwickelt wurde. Im Frühjahr kommt es auf den Markt. „Geschmacklich und olfaktorisch kann es sich mit einem vollwertigen Bier messen. Es riecht bierig und hopfig ohne die störenden Würzegerüche und hat einen angenehmen bitteren, vollmundigen Geschmack“, sagt Olaf Rauschenbach, Leiter der Abteilung Qualitätssicherung der Holsten Brauerei AG in Hamburg, einem Tochterunternehmen der Carlsberg-Gruppe.

„Das entstandene Know-how kann Carlsberg exklusiv nutzen“, sagt Marcel Tilmann, Senior Licensing Manager von der ipal GmbH. Indem ipal für Innovationen von Berliner Hochschulen und Forschungseinrichtungen gezielt Industriepartner und Lizenznehmer findet, schlägt die Berliner Patentverwertungsagentur erfolgreich eine Brücke zwischen Forschung und Wirtschaft.

Weitere Informationen erteilt Ihnen gern: Prof. Dr.-Ing. Frank-Jürgen Methner, Fachgebiet Brauwesen am Institut für Biotechnologie, Seestraße 13, 13353 Berlin, Tel.: 030/ 314-27504, Fax: 030/314-27503, E-Mail: frank-juergen.methner@tu-berlin.de

Die Medieninformation zum Download:
www.pressestelle.tu-berlin.de/medieninformationen/
„EIN-Blick für Journalisten“ – Serviceangebot der TU Berlin für Medienvertreter:
Forschungsgeschichten, Expertendienst, Ideenpool, Fotogalerien unter:
http://www.pressestelle.tu-berlin.de/?id=4608

Stefanie Terp | idw
Weitere Informationen:
http://www.pressestelle.tu-berlin.de/medieninformationen/
http://www.pressestelle.tu-berlin.de/?id=4608

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Neuer Ansatz gegen Gastritis
10.08.2017 | Medizinische Hochschule Hannover

nachricht Wenn Schimmelpilze das Auge zerstören
10.08.2017 | Julius-Maximilians-Universität Würzburg

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Wie ein Bakterium von Methanol leben kann

Bei einem Bakterium, das Methanol als Nährstoff nutzen kann, identifizierten ETH-Forscher alle dafür benötigten Gene. Die Erkenntnis hilft, diesen Rohstoff für die Biotechnologie besser nutzbar zu machen.

Viele Chemiker erforschen derzeit, wie man aus den kleinen Kohlenstoffverbindungen Methan und Methanol grössere Moleküle herstellt. Denn Methan kommt auf der...

Im Focus: Topologische Quantenzustände einfach aufspüren

Durch gezieltes Aufheizen von Quantenmaterie können exotische Materiezustände aufgespürt werden. Zu diesem überraschenden Ergebnis kommen Theoretische Physiker um Nathan Goldman (Brüssel) und Peter Zoller (Innsbruck) in einer aktuellen Arbeit im Fachmagazin Science Advances. Sie liefern damit ein universell einsetzbares Werkzeug für die Suche nach topologischen Quantenzuständen.

In der Physik existieren gewisse Größen nur als ganzzahlige Vielfache elementarer und unteilbarer Bestandteile. Wie das antike Konzept des Atoms bezeugt, ist...

Im Focus: Unterwasserroboter soll nach einem Jahr in der arktischen Tiefsee auftauchen

Am Dienstag, den 22. August wird das Forschungsschiff Polarstern im norwegischen Tromsø zu einer besonderen Expedition in die Arktis starten: Der autonome Unterwasserroboter TRAMPER soll nach einem Jahr Einsatzzeit am arktischen Tiefseeboden auftauchen. Dieses Gerät und weitere robotische Systeme, die Tiefsee- und Weltraumforscher im Rahmen der Helmholtz-Allianz ROBEX gemeinsam entwickelt haben, werden nun knapp drei Wochen lang unter Realbedingungen getestet. ROBEX hat das Ziel, neue Technologien für die Erkundung schwer erreichbarer Gebiete mit extremen Umweltbedingungen zu entwickeln.

„Auftauchen wird der TRAMPER“, sagt Dr. Frank Wenzhöfer vom Alfred-Wegener-Institut, Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung (AWI) selbstbewusst. Der...

Im Focus: Mit Barcodes der Zellentwicklung auf der Spur

Darüber, wie sich Blutzellen entwickeln, existieren verschiedene Auffassungen – sie basieren jedoch fast ausschließlich auf Experimenten, die lediglich Momentaufnahmen widerspiegeln. Wissenschaftler des Deutschen Krebsforschungszentrums stellen nun im Fachjournal Nature eine neue Technik vor, mit der sich das Geschehen dynamisch erfassen lässt: Mithilfe eines „Zufallsgenerators“ versehen sie Blutstammzellen mit genetischen Barcodes und können so verfolgen, welche Zelltypen aus der Stammzelle hervorgehen. Diese Technik erlaubt künftig völlig neue Einblicke in die Entwicklung unterschiedlicher Gewebe sowie in die Krebsentstehung.

Wie entsteht die Vielzahl verschiedener Zelltypen im Blut? Diese Frage beschäftigt Wissenschaftler schon lange. Nach der klassischen Vorstellung fächern sich...

Im Focus: Fizzy soda water could be key to clean manufacture of flat wonder material: Graphene

Whether you call it effervescent, fizzy, or sparkling, carbonated water is making a comeback as a beverage. Aside from quenching thirst, researchers at the University of Illinois at Urbana-Champaign have discovered a new use for these "bubbly" concoctions that will have major impact on the manufacturer of the world's thinnest, flattest, and one most useful materials -- graphene.

As graphene's popularity grows as an advanced "wonder" material, the speed and quality at which it can be manufactured will be paramount. With that in mind,...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

International führende Informatiker in Paderborn

21.08.2017 | Veranstaltungen

Wissenschaftliche Grundlagen für eine erfolgreiche Klimapolitik

21.08.2017 | Veranstaltungen

DGI-Forum in Wittenberg: Fake News und Stimmungsmache im Netz

21.08.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Ein Quantenlineal für Biomoleküle

22.08.2017 | Biowissenschaften Chemie

Prostatakrebs: Bluttest sagt Tumorresistenz vorher

22.08.2017 | Biowissenschaften Chemie

IVAM-Marketingpreis würdigt zum zehnten Mal überzeugendes Technologiemarketing

22.08.2017 | Förderungen Preise