Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

HIV-Reservoirs im Körper bilden sich viel früher

21.07.2014

Sofort eingeleitete Behandlung ermöglicht doch keine Heilung

HIV kann schnell unangreifbare Festungen im Körper bilden. Damit werden laut einer Studie der Harvard Medical School http://hms.harvard.edu auch alle Hoffnungen darauf beendet, dass eine frühe Behandlung das Virus zerstören könnte.


HIV: Forscher erleiden weiteren Rückschlag

(Foto: pixelio.de, kai Stachowiak)

Es wurde in der Vergangenheit sogar angenommen, dass ein Baby, das direkt nach der Geburt behandelt worden war, geheilt worden sei. Das Virus tauchte jedoch Jahre später wieder auf (pressetext berichtete: http://bit.ly/1rD9ApJ ).

Experimente mit Affen

Forschungen mit Affen legen nahe, dass sich unangreifbare Reservoirs bilden, sogar noch bevor das Virus im Blut nachgewiesen werden kann. Experten wie Kai Deng und Robert Siliciano von der School of Medicine an der Johns Hopkins University http://hopkinsmedicine.org beschreiben diese Forschungsergebnisse als "ernüchternd" und "bemerkenswert".

Auch wenn eine frühe Bildung der Reservoirs nicht verhindert werden könne, so sei es trotzdem möglich, ihre Größe zu verringern. HIV-Reservoirs im Darm und im Gehirngewebe gelten als große Hürden für eine Heilung. Die Fortschritte bei der Entwicklung von Medikamenten bedeuten, dass das Virus im Blut unter Kontrolle gehalten werden kann und die Patienten über eine fast normale Lebenserwartung verfügen.

Pool nach Infektion gebildet

Wird die Einnahme der Medikamente beendet, kommt das Virus wieder aus seinen Lagerstätten. Die internationale Forschung konzentriert sich auf das Entfernen des Virus aus den Reservoirs.

Es bestand jedoch auch Hoffnung, dass eine frühe Behandlung ihre Bildung verhindern könnte. Für die aktuelle Studie wurden Rhesusaffen mit der entsprechenden Form von HIV, also mit SIV infiziert.

Die Tiere erhielten entweder drei Tage oder zwei Wochen nach der Infektion antiretrovirale Medikamente. Die Behandlung wurde nach sechs Monaten beendet.

Das Virus tauchte jedoch unabhängig davon, wie rasch die Behandlung erfolgt war, wieder auf. Damit ist nachgewiesen, dass sich diese Reservoirs bereits bei der Infektion bilden. Die Reservoirs des Virus bildeten sich nach der Infektion viel früher als bisher gedacht.

Michaela Monschein | pressetext.redaktion

Weitere Berichte zu: Darm Forschung HIV HIV-Reservoirs Harvard Infektion Medicine Medikamente Reservoirs Virus

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Greifswalder Forscher dringen mit superauflösendem Mikroskop in zellulären Mikrokosmos ein
02.12.2016 | Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald

nachricht Epstein-Barr-Virus: von harmlos bis folgenschwer
30.11.2016 | Deutsches Zentrum für Infektionsforschung

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Greifswalder Forscher dringen mit superauflösendem Mikroskop in zellulären Mikrokosmos ein

Das Institut für Anatomie und Zellbiologie weiht am Montag, 05.12.2016, mit einem wissenschaftlichen Symposium das erste Superresolution-Mikroskop in Greifswald ein. Das Forschungsmikroskop wurde von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) und dem Land Mecklenburg-Vorpommern finanziert. Nun können die Greifswalder Wissenschaftler Strukturen bis zu einer Größe von einigen Millionstel Millimetern mittels Laserlicht sichtbar machen.

Weit über hundert Jahre lang galt die von Ernst Abbe 1873 publizierte Theorie zur Auflösungsgrenze von Lichtmikroskopen als ein in Stein gemeißeltes Gesetz....

Im Focus: Durchbruch in der Diabetesforschung: Pankreaszellen produzieren Insulin durch Malariamedikament

Artemisinine, eine zugelassene Wirkstoffgruppe gegen Malaria, wandelt Glukagon-produzierende Alpha-Zellen der Bauchspeicheldrüse (Pankreas) in insulinproduzierende Zellen um – genau die Zellen, die bei Typ-1-Diabetes geschädigt sind. Das haben Forscher des CeMM Forschungszentrum für Molekulare Medizin der Österreichischen Akademie der Wissenschaften im Rahmen einer internationalen Zusammenarbeit mit modernsten Einzelzell-Analysen herausgefunden. Ihre bahnbrechenden Ergebnisse werden in Cell publiziert und liefern eine vielversprechende Grundlage für neue Therapien gegen Typ-1 Diabetes.

Seit einigen Jahren hatten sich Forscher an diesem Kunstgriff versucht, der eine simple und elegante Heilung des Typ-1 Diabetes versprach: Die vom eigenen...

Im Focus: Makromoleküle: Mit Licht zu Präzisionspolymeren

Chemikern am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) ist es gelungen, den Aufbau von Präzisionspolymeren durch lichtgetriebene chemische Reaktionen gezielt zu steuern. Das Verfahren ermöglicht die genaue, geplante Platzierung der Kettengliedern, den Monomeren, entlang von Polymerketten einheitlicher Länge. Die präzise aufgebauten Makromoleküle bilden festgelegte Eigenschaften aus und eignen sich möglicherweise als Informationsspeicher oder synthetische Biomoleküle. Über die neuartige Synthesereaktion berichten die Wissenschaftler nun in der Open Access Publikation Nature Communications. (DOI: 10.1038/NCOMMS13672)

Chemische Reaktionen lassen sich durch Einwirken von Licht bei Zimmertemperatur auslösen. Die Forscher am KIT nutzen diesen Effekt, um unter Licht die...

Im Focus: Neuer Sensor: Was im Inneren von Schneelawinen vor sich geht

Ein neuer Radarsensor erlaubt Einblicke in die inneren Vorgänge von Schneelawinen. Entwickelt haben ihn Ingenieure der Ruhr-Universität Bochum (RUB) um Dr. Christoph Baer und Timo Jaeschke gemeinsam mit Kollegen aus Innsbruck und Davos. Das Messsystem ist bereits an einem Testhang im Wallis installiert, wo das Schweizer Institut für Schnee- und Lawinenforschung im Winter 2016/17 Messungen damit durchführen möchte.

Die erhobenen Daten sollen in Simulationen einfließen, die das komplexe Geschehen im Inneren von Lawinen detailliert nachbilden. „Was genau passiert, wenn sich...

Im Focus: Neuer Rekord an BESSY II: 10 Millionen Ionen erstmals bis auf 7,4 Kelvin gekühlt

Magnetische Grundzustände von Nickel2-Ionen spektroskopisch ermittelt

Ein internationales Team aus Deutschland, Schweden und Japan hat einen neuen Temperaturrekord für sogenannte Quadrupol-Ionenfallen erreicht, in denen...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Von „Coopetition“ bis „Digitale Union“ – Die Fertigungsindustrien im digitalen Wandel

02.12.2016 | Veranstaltungen

Experten diskutieren Perspektiven schrumpfender Regionen

01.12.2016 | Veranstaltungen

Die Perspektiven der Genom-Editierung in der Landwirtschaft

01.12.2016 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Parkinson-Krankheit und Dystonien: DFG-Forschergruppe eingerichtet

02.12.2016 | Förderungen Preise

Smart Data Transformation – Surfing the Big Wave

02.12.2016 | Studien Analysen

Nach der Befruchtung übernimmt die Eizelle die Führungsrolle

02.12.2016 | Biowissenschaften Chemie