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Herzschwäche: Neuer Biomarker entdeckt

31.03.2014

MHH-Forscher haben gemeinsam mit französischen Wissenschaftlern einen neuen Faktor zur Vorhersage der Entwicklung einer Herzschwäche nach Herzinfarkt gefunden

Mehr als 200.000 Menschen erleiden in Deutschland jedes Jahr einen Herzinfarkt, 50.000 von ihnen sterben an dieser plötzlichen Durchblutungsstörung.


Eine sogenannte Microarray-Analyse, die Wissenschaftler erkennen lässt, welche Ribonukleinsäuren in einer Blutprobe vorkommen.

Foto: Thum und Kumarswamy

Forscher der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH) haben in Zusammenarbeit mit Wissenschaftlern des französischen Institut national de la santé et de la recherche médical (Inserm) sowie der Universität Lille nun einen neuen Biomarker im Blut der Herzinfarkt-Patienten gefunden, der es ihnen ermöglicht, den weiteren Krankheitsverlauf vorherzusagen.

Es handelt sich um die Ribonukleinsäure LIPCAR. Bei Patienten, in deren Blut sie LIPCAR nachweisen konnten, baute sich das Herz eher um als bei Patienten ohne LIPCAR – dieser sogenannte Remodelling-Prozess mündet in eine schwere Herzschwäche. „Deshalb brauchen diese Patienten möglicherweise eine intensivere Therapie: Sie sollten häufiger untersucht und mit angepassten Medikamenten therapiert werden“, sagt Professor Dr. Dr. Thomas Thum, Leiter des MHH-Instituts für Molekulare und Translationale Therapiestategien sowie der LIPCAR-Studie.

LIPCAR könne darüber hinaus bei Patienten mit Herzschwäche mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit vorhersagen, ob sie noch bis zu oder mehr als drei Jahre leben.

Für die Studie untersuchten die MHH-Forscher Blutproben von rund 800 Patienten, die ihnen die französischen Wissenschaftler bereit gestellt hatten. Gemeinsam veröffentlichten sie ihre Erkenntnisse in der renommierten Fachzeitschrift Circulation Research als „Brief Ultrarapid Communication“.

Bei LIPCAR handelt es sich um eine sogenannte long non-coding Ribonukleinsäure (lncRNA). „In drei bis fünf Jahren könnte dieser Biomarker in der Klinik einsetzbar sein“, prognostiziert Professor Thum.

„Die Ergebnisse von Professor Thum und Kollegen sind von höchstem wissenschaftlichen und klinischen Interesse, da sie erstmals eine Rolle von nicht-kodierenden RNAs für die Entwicklung einer Herzschwäche nahelegen und als neuer Biomarker Todesfälle vorhersagen können“, meint Professor Dr. Johann Bauersachs, Leiter der MHH-Klinik für Kardiologie und Angiologie. „In weiteren Untersuchungen muss noch geklärt werden, auf welche Weise die nicht-kodierenden RNAs die Umbauprozesse am Herzen beeinflussen.“

Weitere Informationen erhalten Sie bei Professor Dr. Dr. Thomas Thum, Institut für Molekulare und Translationale Therapiestategien, Telefon (0511) 532-5272, E-Mail: thum.thomas@mh-hannover.de

Stefan Zorn | idw - Informationsdienst Wissenschaft
Weitere Informationen:
http://www.mh-hannover.de

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