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Herausforderung virale Hepatitis – Grenzen und Möglichkeiten der Behandlung

04.04.2011
Neue Medikamente vor der Markteinführung – Hoher Informationsbedarf bei Betroffenen

In Deutschland gibt es hervorragende Möglichkeiten zur Behandlung der viralen Hepatitis. Diese Möglichkeiten können aber nur ausgeschöpft werden, wenn die Erkrankung in einem frühen Stadium entdeckt wird und die Patienten möglichst schnell den Weg zum entsprechenden Facharzt finden.

„Wir hoffen vor allem auf Maßnahmen, die zur Früherkennung führen, dann können Therapien wie zum Beispiel gegen Hepatitis B und Hepatitis C effektiv eingesetzt werden“, sagte Privatdozent Dr. Anton Gillessen von der Deutschen Leberhilfe e.V. und Chefarzt der Klinik für Innere Medizin am Herz-Jesu-Krankenhaus Münster, anlässlich der Internationalen Lebertagung EASL in Berlin. (30.3. bis 3.4.2011)

Neue Chancen – neue Herausforderungen
Aktuell stellen die unmittelbar vor der Markteinführung stehenden neuen Medikamente Telaprevir und Boceprevir in der Behandlung der chronischen Virushepatitis C eine Herausforderung für die Selbsthilfegruppen, wie z.B. die Leberhilfe dar. Viele Betroffene wenden sich mit Fragen zu Wirkweise, Anwendung und Chancen, Risiken und Nebenwirkungen an die einzelnen lokalen Kontaktstellen und die Geschäftsstelle. Die Anzahl der Anfragen hat in den letzten Monaten schon erheblich zugenommen, und es wird mit einem starken Anstieg im Laufe des Jahres gerechnet.
Aufklärung tut Not!
Im europäischen Vergleich liegt Deutschland weit abgeschlagen hinsichtlich der Früherkennung von Lebererkrankungen. Ursache ist, dass staatliche Aufklärung fehlt und die Patientenorganisationen, wie z.B. die Deutsche Leberhilfe e.V. oder die Lebertransplantierten Deutschlands e.V. keine staatliche finanzielle Unterstützung erhalten. Die Spätfolgen der nicht erkannten Lebererkrankungen (Leberzirrhose, Leberkrebs) werden auch zukünftig für noch höhere Kosten im Gesundheitswesen sorgen. „Das wäre durch eine gezielte Unterstützung bei der Früherkennung zu verhindern“, sagt PD Dr. Gillessen. Außerdem müssten mehr Patienten, deren Erkrankung erst im fortgeschrittenen Stadium erkannt wird, mit einem schlechteren Krankheitsverlauf rechnen. Trotz neuer Therapiemöglichkeiten werden die Behandlungen einer Lebererkrankung im fortgeschrittenen Stadium schlechtere Optionen haben, als eine frühzeitige Ursachenbeseitigung.

Ansprechpartner:

Priv.-Doz. Dr. med. Anton Gillessen
Chefarzt der Klinik für Innere Medizin
Herz-Jesu-Krankenhaus Münster
Westfalenstrasse 109
48165 Münster
Tel: 02501-172441
Mobil: 0171-5493262
Fax: 02501-172459
e-mail: anton.gillessen@hjk-muenster.de

Rita Wilp | idw
Weitere Informationen:
http://www.leberhilfe.org

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