Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Häufige OPs: Leisten- und Narbenbrüche individuell therapieren

22.04.2009
Brechen Weichteile im Bauchraum - meistens in der Leiste - ist dies immer schmerzhaft für die Betroffenen. Solche Brüche können auch lebensbedrohliche Einklemmungen nach sich ziehen. Die Operation ist spätestens dann unumgänglich.

Die Hernienchirurgie ist einer der häufigsten operativen Eingriffe. Welche Operationsmethoden und Materialien zur Wundversorgung erneute Brüche verhindern und das Risiko von chronischen Schmerzen senken, ist eines der Schwerpunktthemen des 126. Chirurgenkongresses vom 28. April bis 1. Mai 2009 in München.

Obwohl der Eingriff häufig durchgeführt wird, gibt es kaum gesicherte Erkenntnisse, welche Methode und Materialwahl zum besten Ergebnis führt: "Eine Standardempfehlung gibt es in der Hernienchirurgie nicht, da individuelle Faktoren des Patienten, der Art der Hernie und ihre Lokalisation in die Therapieentscheidung mit einfließen müssen", betont Kongresspräsident Professor Dr. med. Volker Schumpelick, Klinikdirektor der Chirurgischen Klinik des Universitätsklinikums der Rheinisch-Westfälischen Hochschule Aachen.

Alter, Gewicht und Geschlecht des Patienten, die Beschaffenheit seines Bindegewebes sowie die Größe des Bruches sind Faktoren, die die Therapieentscheidung mit beeinflussen. Wichtig ist die Wahl des Implantats. Weichteilbrüche werden nicht einfach genäht: Chirurgen fixieren Netze mit Klammern oder Klebern. Die Netze stabilisieren die Bauchwand und senken das Risiko, dass es zu einem erneuten Bruch kommt. "Die Netzmaterialien haben sich in den letzten Jahren rasant entwickelt. Es ist gelungen, die Implantate zunehmend der Physiologie der Bauchwand anzupassen", meint Professor Schumpelick. Die neueste Entwicklung ist das biologische Netz, das als natürliches Kollagengerüst das Einwachsen von körpereigenem Gewebe ermöglichen soll.

Weichteilbrüche im Bauchraum können außer in der Leiste auch an der Bauchdecke, im Körperinnern oder nach Operationen als sogenannte Narbenbrüche auftreten. Therapieempfehlung ist häufig, diese Brüche zu behandeln, um lebensbedrohliche Einklemmungen zu verhindern. Chirurgen operieren deshalb in Deutschland jedes Jahr über 250 000 Leisten- und mehr als 40 000 Narbenbrüche. In rund 90 Prozent der Fälle sind Männer betroffen. Hauptursachen sind angeborene Bindegewebsschwäche und körperliche Überanstrengung.

Die häufigste - und für die Betroffenen sehr unangenehme - Nebenwirkung sind chronische Schmerzen nach der Operation durch Nervenschäden. Jeder 10. bis 20. Patient ist davon betroffen. Wie Chirurgen diese Komplikation verhindern können und welche Materialien die Heilungschancen verbessern sind deshalb die Themen mehrerer Kongressveranstaltungen und einer Pressekonferenz der DGCH am 29. April in München.

Terminhinweise:

DGCH-Pressekonferenz
Thema:
Neue Entwicklungen in der Hernienchirurgie
Mittwoch, 29. April 2009, 11.30 bis 12.30 Uhr
Ort: Saal 22b, ICM München
Posterpräsentation
Hernienchirurgie
Dienstag, 28. April 2009, 14.00 bis 15.30 Uhr
Ort: Saal 1, ICM München
Vortragssitzung
Narbenhernie I - Grundlagen Langenbeck's Lecture
Donnerstag, 30. April 2009, 14.00 bis 15.30 Uhr
Ort: Saal 14a, ICM München
Vortragssitzung
Narbenhernie II - Operationstechnik
Donnerstag, 30. April 2009, 16.00 bis 17.30 Uhr
Ort: Saal 13b, ICM München
Ihr Kontakt für Rückfragen:
Pressestelle DGCH
Pf 30 11 20, 70451 Stuttgart, Tel.: 0711 8931-295, Fax: 0711 8931-984
E-Mail: giesselmann@medizinkommunikation.org

Beate Schweizer | idw
Weitere Informationen:
http://www.chirurgie2009.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Greifswalder Forscher dringen mit superauflösendem Mikroskop in zellulären Mikrokosmos ein
02.12.2016 | Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald

nachricht Epstein-Barr-Virus: von harmlos bis folgenschwer
30.11.2016 | Deutsches Zentrum für Infektionsforschung

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Greifswalder Forscher dringen mit superauflösendem Mikroskop in zellulären Mikrokosmos ein

Das Institut für Anatomie und Zellbiologie weiht am Montag, 05.12.2016, mit einem wissenschaftlichen Symposium das erste Superresolution-Mikroskop in Greifswald ein. Das Forschungsmikroskop wurde von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) und dem Land Mecklenburg-Vorpommern finanziert. Nun können die Greifswalder Wissenschaftler Strukturen bis zu einer Größe von einigen Millionstel Millimetern mittels Laserlicht sichtbar machen.

Weit über hundert Jahre lang galt die von Ernst Abbe 1873 publizierte Theorie zur Auflösungsgrenze von Lichtmikroskopen als ein in Stein gemeißeltes Gesetz....

Im Focus: Durchbruch in der Diabetesforschung: Pankreaszellen produzieren Insulin durch Malariamedikament

Artemisinine, eine zugelassene Wirkstoffgruppe gegen Malaria, wandelt Glukagon-produzierende Alpha-Zellen der Bauchspeicheldrüse (Pankreas) in insulinproduzierende Zellen um – genau die Zellen, die bei Typ-1-Diabetes geschädigt sind. Das haben Forscher des CeMM Forschungszentrum für Molekulare Medizin der Österreichischen Akademie der Wissenschaften im Rahmen einer internationalen Zusammenarbeit mit modernsten Einzelzell-Analysen herausgefunden. Ihre bahnbrechenden Ergebnisse werden in Cell publiziert und liefern eine vielversprechende Grundlage für neue Therapien gegen Typ-1 Diabetes.

Seit einigen Jahren hatten sich Forscher an diesem Kunstgriff versucht, der eine simple und elegante Heilung des Typ-1 Diabetes versprach: Die vom eigenen...

Im Focus: Makromoleküle: Mit Licht zu Präzisionspolymeren

Chemikern am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) ist es gelungen, den Aufbau von Präzisionspolymeren durch lichtgetriebene chemische Reaktionen gezielt zu steuern. Das Verfahren ermöglicht die genaue, geplante Platzierung der Kettengliedern, den Monomeren, entlang von Polymerketten einheitlicher Länge. Die präzise aufgebauten Makromoleküle bilden festgelegte Eigenschaften aus und eignen sich möglicherweise als Informationsspeicher oder synthetische Biomoleküle. Über die neuartige Synthesereaktion berichten die Wissenschaftler nun in der Open Access Publikation Nature Communications. (DOI: 10.1038/NCOMMS13672)

Chemische Reaktionen lassen sich durch Einwirken von Licht bei Zimmertemperatur auslösen. Die Forscher am KIT nutzen diesen Effekt, um unter Licht die...

Im Focus: Neuer Sensor: Was im Inneren von Schneelawinen vor sich geht

Ein neuer Radarsensor erlaubt Einblicke in die inneren Vorgänge von Schneelawinen. Entwickelt haben ihn Ingenieure der Ruhr-Universität Bochum (RUB) um Dr. Christoph Baer und Timo Jaeschke gemeinsam mit Kollegen aus Innsbruck und Davos. Das Messsystem ist bereits an einem Testhang im Wallis installiert, wo das Schweizer Institut für Schnee- und Lawinenforschung im Winter 2016/17 Messungen damit durchführen möchte.

Die erhobenen Daten sollen in Simulationen einfließen, die das komplexe Geschehen im Inneren von Lawinen detailliert nachbilden. „Was genau passiert, wenn sich...

Im Focus: Neuer Rekord an BESSY II: 10 Millionen Ionen erstmals bis auf 7,4 Kelvin gekühlt

Magnetische Grundzustände von Nickel2-Ionen spektroskopisch ermittelt

Ein internationales Team aus Deutschland, Schweden und Japan hat einen neuen Temperaturrekord für sogenannte Quadrupol-Ionenfallen erreicht, in denen...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Von „Coopetition“ bis „Digitale Union“ – Die Fertigungsindustrien im digitalen Wandel

02.12.2016 | Veranstaltungen

Experten diskutieren Perspektiven schrumpfender Regionen

01.12.2016 | Veranstaltungen

Die Perspektiven der Genom-Editierung in der Landwirtschaft

01.12.2016 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Parkinson-Krankheit und Dystonien: DFG-Forschergruppe eingerichtet

02.12.2016 | Förderungen Preise

Smart Data Transformation – Surfing the Big Wave

02.12.2016 | Studien Analysen

Nach der Befruchtung übernimmt die Eizelle die Führungsrolle

02.12.2016 | Biowissenschaften Chemie