Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Gibt es bald Medikamente gegen Depression oder Demenz?

07.09.2012
Hirnforschertagung in Magdeburg stellt Weichen

„Die Methode ist reif für die Erprobung im Rahmen klinischer Fragestellungen“, fasst Dr. Martin Walter, Kongresspräsident des 3. Resting State Meetings und Wissenschaftler am Leibniz-Institut für Neurobiologie in Magdeburg zusammen, das heute zu Ende ging. Drei Tage lang diskutierten Wissenschaftler aus der Neurobiologie und der Medizin im Magdeburger Maritim Hotel über Ihre Erfahrungen mit der sogenannten Resting State Methode (fMRT).

Dabei handelt es sich um eine noch recht neue spezielle Art der funktionellen Bildgebung, die den Ruhezustand des Gehirns abbildet. Das heißt, der Patient hat entweder die Augen geschlossen oder schaut auf einen vorher festgelegten Punkt. So ist es möglich das Gehirn beim „Nichtstun“ zu beobachten und Netzwerke zu identifizieren, die bei Aktivitäten des Probanden nicht sichtbar sein würden. So kann beispielsweise dargestellt werden, wie unterschiedlich das Gehirn bei gesunden im Gegensatz zu beispielsweise Wachkomapatienten sowie depressiven oder schizophrenen Patienten arbeitet.

„Wir hier in Magdeburg konzentrieren uns jetzt speziell auf die Depression, im Besonderen die therapieresistente Depression. Mit der Resting State Methode können wir viel gezielter ins Gehirn schauen und möglicherweise in einem nächsten Schritt auch Medikamente entwickeln, die den Patienten besser helfen können“, erklärt Walter weiter.

Rund 400 Forscher unter anderem aus den USA, Italien, Spanien, Japan und Deutschland hatten sich in Magdeburg versammelt, um die neuesten, meist noch unveröffentlichten Ergebnisse im Umgang mit der Resting State Methode vorzustellen und zu diskutieren. Darüber hinaus konnten die Forscher ihre Netzwerke weiter ausbauen und Kooperationen bei verschiedenen Fragestellungen vereinbaren.

Die Wissenschaftler haben neben der Tagung auch ein wenig über Magdeburg erfahren. So konnten die Forscher bei der Auftaktveranstaltung im Jahrtausendturm experimentieren und die Architektur des höchsten Holzgebäudes der Welt bestaunen. In der Festung Mark konnten sich die Hirnforscher intensiv unterhalten und einen musikalischen Abend in den Gemäuern erleben. „Wir sind stolz, dass wir den Wissenschaftsstandort Magdeburg so präsentieren konnten. Die Teilnehmer waren begeistert, vor allem über die Geschichte der Stadt“, resümiert Anika Zachert, Pressesprecherin des Leibniz-Institutes für Neurobiologie. Das nächste Resting State Meeting findet 2014 in Milwaukee/USA statt.

Hintergrund
Die Initiative zu der Kongress-Reihe ging von Dr. Martin Walter, Otto von Guericke Universität und Leibniz Institut Magdeburg, und seinem amerikanischen Kollegen Bharat Biswal aus. Sie hoben vor vier Jahren die Biennial Resting State Konferenz aus der Taufe, welche alle zwei Jahre Experten aus den Gebieten der Magnetresonanz-Physik, Neurophysiologie, der Psychologie und der Neuromedizin an einen Tisch bringt. Rund 120 Hirnforscher waren 2008 der ersten Einladung gefolgt. Nachdem auch das letzte Meeting in Milwaukee 2010 ein großer Erfolg war, kehrt der Kongress nun wieder nach Magdeburg zurück.

Das Leibniz-Institut für Neurobiologie zählt zu den international führenden Hirnforschungszentren. Seine Mission besteht im Studium der Mechanismen von Lernen und Gedächtnis sowie deren krankhafter Störungen auf allen Ebenen der Hirnorganisation. Das 2011 neu bezogene Gebäude beherbergt sechs Abteilungen, vier Forschergruppen und sechs Speziallabors. Forschungsfelder sind die Verarbeitung von akustischen Informationen und Sprache, die Langzeit-Veränderung stimulierter Nervenzellen durch neuronale Erregungsmuster sowie die Mechanismen der Bildung und Aktivierung von Synapsen.

Anika Zachert | Leibniz-Institut für Neurobiolog
Weitere Informationen:
http://www.restingstate.com/
http://www.lin-magdeburg.de/

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Bei Notfällen wie Herzinfarkt und Schlaganfall immer den Notruf 112 wählen: Jede Minute zählt!
22.06.2017 | Deutsche Herzstiftung e.V./Deutsche Stiftung für Herzforschung

nachricht Tropenviren bald auch in Europa? Bayreuther Forscher untersuchen Folgen des Klimawandels
21.06.2017 | Universität Bayreuth

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Can we see monkeys from space? Emerging technologies to map biodiversity

An international team of scientists has proposed a new multi-disciplinary approach in which an array of new technologies will allow us to map biodiversity and the risks that wildlife is facing at the scale of whole landscapes. The findings are published in Nature Ecology and Evolution. This international research is led by the Kunming Institute of Zoology from China, University of East Anglia, University of Leicester and the Leibniz Institute for Zoo and Wildlife Research.

Using a combination of satellite and ground data, the team proposes that it is now possible to map biodiversity with an accuracy that has not been previously...

Im Focus: Klima-Satellit: Mit robuster Lasertechnik Methan auf der Spur

Hitzewellen in der Arktis, längere Vegetationsperioden in Europa, schwere Überschwemmungen in Westafrika – mit Hilfe des deutsch-französischen Satelliten MERLIN wollen Wissenschaftler ab 2021 die Emissionen des Treibhausgases Methan auf der Erde erforschen. Möglich macht das ein neues robustes Lasersystem des Fraunhofer-Instituts für Lasertechnologie ILT in Aachen, das eine bisher unerreichte Messgenauigkeit erzielt.

Methan entsteht unter anderem bei Fäulnisprozessen. Es ist 25-mal wirksamer als das klimaschädliche Kohlendioxid, kommt in der Erdatmosphäre aber lange nicht...

Im Focus: Climate satellite: Tracking methane with robust laser technology

Heatwaves in the Arctic, longer periods of vegetation in Europe, severe floods in West Africa – starting in 2021, scientists want to explore the emissions of the greenhouse gas methane with the German-French satellite MERLIN. This is made possible by a new robust laser system of the Fraunhofer Institute for Laser Technology ILT in Aachen, which achieves unprecedented measurement accuracy.

Methane is primarily the result of the decomposition of organic matter. The gas has a 25 times greater warming potential than carbon dioxide, but is not as...

Im Focus: How protons move through a fuel cell

Hydrogen is regarded as the energy source of the future: It is produced with solar power and can be used to generate heat and electricity in fuel cells. Empa researchers have now succeeded in decoding the movement of hydrogen ions in crystals – a key step towards more efficient energy conversion in the hydrogen industry of tomorrow.

As charge carriers, electrons and ions play the leading role in electrochemical energy storage devices and converters such as batteries and fuel cells. Proton...

Im Focus: Die Schweiz in Pole-Position in der neuen ESA-Mission

Die Europäische Weltraumagentur ESA gab heute grünes Licht für die industrielle Produktion von PLATO, der grössten europäischen wissenschaftlichen Mission zu Exoplaneten. Partner dieser Mission sind die Universitäten Bern und Genf.

Die Europäische Weltraumagentur ESA lanciert heute PLATO (PLAnetary Transits and Oscillation of stars), die grösste europäische wissenschaftliche Mission zur...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

10. HDT-Tagung: Elektrische Antriebstechnologie für Hybrid- und Elektrofahrzeuge

22.06.2017 | Veranstaltungen

„Fit für die Industrie 4.0“ – Tagung von Hochschule Darmstadt und Schader-Stiftung am 27. Juni

22.06.2017 | Veranstaltungen

Forschung zu Stressbewältigung wird diskutiert

21.06.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Repairon erhält Finanzierung für die Entwicklung künstlicher Herzmuskelgewebe

23.06.2017 | Förderungen Preise

Zukunftstechnologie 3D-Druck: Raubkopien mit sicherem Lizenzmanagement verhindern

23.06.2017 | Informationstechnologie

Virologen der Saar-Uni entdecken neuen Mechanismus, der die Hautkrebs-Entstehung begünstigt

23.06.2017 | Biowissenschaften Chemie