Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Fraunhofer IZI koordiniert EU-Projekt zu neurodegenerativen Erkrankungen wie Alzheimer & Parkinson

22.06.2015

Am 7. Juni 2015 fiel in Halle der Startschuss für ein europäisches Verbundprojekt zur Aufklärung von molekularen Gemeinsamkeiten bei der Entstehung neurodegenerativer Erkrankungen. Fünf Partnereinrichtungen aus Halle, Leipzig, Erlangen, Paris (Frankreich) und Oslo (Norwegen) haben sich dabei zum Ziel gesetzt, basierend auf neuen Erkenntnissen Strategien für Therapien zu erarbeiten. Das Projekt mit einer Laufzeit von drei Jahren wird durch die Europäische Union mit insgesamt 1,7 Millionen Euro gefördert.

Neurodegenerative Erkrankungen wie die Alzheimer-, die Parkinson- und die Huntington- Krankheit haben neben ihren verheerenden Auswirkungen auf den Patienten vor allem eins gemeinsam: Ihre Pathologie begründet sich auf der Aggregation und Ansammlung fehlgefalteter Proteine im Gehirn. Dadurch kommt es zu Gewebe- und Funktionsverlust und folglich zu schweren neurologischen Störungen, die bei Fortschreiten der Krankheit zum Tode führen.

Bisher wurden die Mechanismen der Entstehung dieser Krankheiten vorwiegend unabhängig voneinander untersucht. Neuere Untersuchungen legen jedoch Gemeinsamkeiten in den molekularen Entwicklungsprozessen der Krankheiten nahe.

Im Mittelpunkt steht dabei die Hypothese, dass fehlgefaltete Peptide, die gehäuft bei einer Krankheit entstehen, auch eine Ablagerung anderer Eiweiße induzieren. Das heißt, ein Peptid löst degenerative Prozesse aus, welche sich durch Ko-Aggregation der Peptide verstärken. Zu den wichtigsten Zielproteinen, die untersucht werden sollen, gehören zum Beispiel Abeta, alpha-Synuclein und Huntingtin.

Die Projektgruppe Molekulare Wirkstoffbiochemie und Therapieentwicklung (MWT) des Fraunhofer IZI koordiniert das EU Projekt, mit dem Ziel, diese Gemeinsamkeiten zu erforschen und neue Therapiestrategien zu entwickeln.

Die Gruppe um Prof. Dr. Hans-Ulrich Demuth und Dr. Stephan Schilling bringt dabei Ihre langjährigen Erfahrungen bei der Untersuchung fehlgefalteter Proteine ein. Dementsprechend besteht die Hauptaufgabe der Hallenser in der Synthese entsprechender Proteine und Antikörper zu deren Untersuchung. An der Universität Leipzig werden damit dann detaillierte Untersuchungen zur Entwicklung von Alzheimer durchgeführt.

An der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg konzentriert man sich auf die Untersuchung der Huntington Krankheit, während am French National Institute of Health and Medical Research in Paris die Entstehung von Parkinson unter den genannten Aspekten untersucht wird. An der Universität Oslo wird auf Basis der histologischen Daten der Arbeitsgruppen eine computerbasierte Datenbank aufgebaut, um eine entsprechende regionale Zuordnung der Proteinablagerungen im Gehirn von verschiedenen Krankheitsmodellen zu erhalten.

Förderhinweis:
Dieses Projekt wird gefördert durch das “EU Joint Programme – Neurodegenerative Disease Research (JPND)”, der größte globalen Forschungsinitiative, welches die Herausforderungen neurodegenerativer Erkrankungen adressiert. JPND hat zum Ziel koordinierte Investitionen der Partnerländer zu erhöhen und damit Forschung zur Identifizierung der Krankheitsursachen, Therapieentwicklung und angemessenen Pflegemaßnahmen für Patienten zu fördern. Weitere Informationen: www.jpnd.eu

Weitere Informationen:

http://www.izi.fraunhofer.de

Presse Institute | Fraunhofer-Gesellschaft

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Starkes Übergewicht: Magenbypass und Schlauchmagen vergleichbar
17.01.2018 | Universität Basel

nachricht Therapieansatz: Kombination von Neuroroboter und Hirnstimulation aktiviert ungenutzte Nervenbahnen
16.01.2018 | Universitätsklinikum Tübingen

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Ein Atom dünn: Physiker messen erstmals mechanische Eigenschaften zweidimensionaler Materialien

Die dünnsten heute herstellbaren Materialien haben eine Dicke von einem Atom. Sie zeigen völlig neue Eigenschaften und sind zweidimensional – bisher bekannte Materialien sind dreidimensional aufgebaut. Um sie herstellen und handhaben zu können, liegen sie bislang als Film auf dreidimensionalen Materialien auf. Erstmals ist es Physikern der Universität des Saarlandes um Uwe Hartmann jetzt mit Forschern vom Leibniz-Institut für Neue Materialien gelungen, die mechanischen Eigenschaften von freitragenden Membranen atomar dünner Materialien zu charakterisieren. Die Messungen erfolgten mit dem Rastertunnelmikroskop an Graphen. Ihre Ergebnisse veröffentlichen die Forscher im Fachmagazin Nanoscale.

Zweidimensionale Materialien sind erst seit wenigen Jahren bekannt. Die Wissenschaftler André Geim und Konstantin Novoselov erhielten im Jahr 2010 den...

Im Focus: Forscher entschlüsseln zentrales Reaktionsprinzip von Metalloenzymen

Sogenannte vorverspannte Zustände beschleunigen auch photochemische Reaktionen

Was ermöglicht den schnellen Transfer von Elektronen, beispielsweise in der Photosynthese? Ein interdisziplinäres Forscherteam hat die Funktionsweise wichtiger...

Im Focus: Scientists decipher key principle behind reaction of metalloenzymes

So-called pre-distorted states accelerate photochemical reactions too

What enables electrons to be transferred swiftly, for example during photosynthesis? An interdisciplinary team of researchers has worked out the details of how...

Im Focus: Erstmalige präzise Messung der effektiven Ladung eines einzelnen Moleküls

Zum ersten Mal ist es Forschenden gelungen, die effektive elektrische Ladung eines einzelnen Moleküls in Lösung präzise zu messen. Dieser fundamentale Fortschritt einer vom SNF unterstützten Professorin könnte den Weg für die Entwicklung neuartiger medizinischer Diagnosegeräte ebnen.

Die elektrische Ladung ist eine der Kerneigenschaften, mit denen Moleküle miteinander in Wechselwirkung treten. Das Leben selber wäre ohne diese Eigenschaft...

Im Focus: The first precise measurement of a single molecule's effective charge

For the first time, scientists have precisely measured the effective electrical charge of a single molecule in solution. This fundamental insight of an SNSF Professor could also pave the way for future medical diagnostics.

Electrical charge is one of the key properties that allows molecules to interact. Life itself depends on this phenomenon: many biological processes involve...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

DFG unterstützt Kongresse und Tagungen - März 2018

17.01.2018 | Veranstaltungen

2. Hannoverscher Datenschutztag: Neuer Datenschutz im Mai – Viele Unternehmen nicht vorbereitet!

16.01.2018 | Veranstaltungen

Fachtagung analytica conference 2018

15.01.2018 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Projekt "HorseVetMed": Forscher entwickeln innovatives Sensorsystem zur Tierdiagnostik

17.01.2018 | Agrar- Forstwissenschaften

Seltsames Verhalten eines Sterns offenbart Schwarzes Loch, das sich in riesigem Sternhaufen verbirgt

17.01.2018 | Physik Astronomie

Ein Atom dünn: Physiker messen erstmals mechanische Eigenschaften zweidimensionaler Materialien

17.01.2018 | Physik Astronomie