Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Fraunhofer IBMT im EU-Projekt ENSURE: Digitale Langzeitarchivierung elektronischer Gesundheitsdaten

12.08.2011
Im EU-Projekt »ENSURE« arbeitet das Fraunhofer-Institut für Biomedizinische Technik IBMT an Lösungen zur digitalen Langzeitarchivierung von elektronischen Gesundheitsdaten. Das Fraunhofer IBMT bringt seine Expertisen in der Gesundheits-telematik und in biomedizinischen Datenbanken ein.

Mit seiner langjährigen FuE-Erfahrung in innovativen biomedizinischen IT-Infrastrukturen zur Langzeitarchivierung von Biomaterial und deren Daten beteiligt sich das Fraunhofer-Institut für Biomedizinische Technik IBMT an einer gemeinsamen Forschungsinitiative von dreizehn europäischen Partnern zur Entwicklung von neuen IT-Technologien, die den aktuellen Stand der Technik in der digitalen Langzeitarchivierung voranbringen.

Das von der EU geförderte und im Februar 2011 gestartete Forschungsprojekt »ENSURE – Enabling kNowledge Sustainability, Usability and Recovery for Economic Value« stützt sich auf die Anwendungsfelder Gesundheit, klinische Studien und Finanzdienste, um eine Reihe von Aspekten in der digitalen Langzeitarchivierung zu erforschen, die bislang unzureichend gelöst sind, wie etwa:

1. Die sichere Nutzung von skalierbaren „Pay-as-you-go“-Cloud-Infrastrukturen.

2. Die ökonomischen Implikationen von Langzeitarchivierungsstrategien für Unternehmen.

3. Die Konformität mit regulatorischen, vertraglichen und rechtlichen Anforderungen als Teil des Archivierungs-Workflows.

4. Die Sicherstellung der langfristigen Integrität und Authentizität bedeutenden intellektuellen Besitzes und hochsensibler persönlicher Daten.

5. Die Verwendung vorhandener IT-Technologien zur Langzeitarchivierung unterschiedlicher Typen digitaler Ressourcen.

Mit Fortschreiten des 21. Jahrhunderts produzieren und erhalten Bürger und Unternehmen eine exponenziell wachsende Menge an digitalen Daten. Gleichzeitig schreitet die Informationstechnologie rasch voran mit neuen Datenformaten, die alte ersetzen, und mit sich ändernden Medienformfaktoren. Viele kommerziell ausgerichteten Organisationen stehen vor dem gravierenden Problem, eine Vielzahl von Daten zur zukünftigen Nutzung kostengünstig erhalten und dabei den Schutz sensibler Geschäftsdaten oder persönlicher Daten sicherstellen zu müssen.

In einer Umfrage der Storage Networking Industry Association hatten über 80% der Befragten Aufbewahrungsfristen über 50 Jahre angegeben, und ein IDC-Bericht rechnet hoch, dass 35% des heutigen Datenbestands 10 Jahre oder länger aufbewahrt werden müsste. Während frühere digitale Langzeitarchivierungsanstrengungen auf das kulturelle Erbe abzielten, gibt es heute, getrieben von der Einhaltung regulatorischer Bestimmungen und der wirtschaftlichen Bedeutung einen realen, wachsenden Bedarf nach digitaler Langzeitarchivierung in immer mehr kommerziell orientierten Sektoren.

Gefördert für drei Jahre und mit einem Gesamtbudget von über 11 Millionen Euro wird ENSURE eine bahnbrechende Referenz-Architektur zur digitalen Langzeitarchivierung einführen, die auf vier wichtigen Innovationsbereichen basiert:

(i) Bewertung von Kosten und Wert verschiedener Langzeitarchivierungslösungen;
(ii) Automatisierung des Archivierungslebenszyklus´ unter Einbindung in die bestehenden Arbeitsabläufe einer Organisation;
(iii) inhaltsbewusster Langzeitdatenschutz, um auf Änderungen in persönlichen identifizierbaren Informationen (PII) oder neue und sich ändernde Vorschriften einzugehen;

(iv) skalierbare Lösungen durch Nutzung breiterer IT-Innovationen wie die Cloud-Technologie.

Das Fraunhofer IBMT ist ein führender Technologieentwickler für die Langzeitarchivierung von Biomaterial. Das Institut beherbergt wertvolle Kryo-Bioarchive. Solche Biobanken stellen Forschungsressourcen von enormem Wert dar. Dieser Wert kann jedoch nur sichergestellt werden wenn, wenn nicht nur die Qualität des Biomaterials über die Zeit erhalten wird, sondern auch die Verwendbarkeit der Daten, die sie und ihren Ursprung charakterisieren und ohne die das Biomaterial wertlos ist. Das Fraunhofer IBMT wird seine Expertise zu diesem Ziel in ENSURE beitragen.

Das Fraunhofer IBMT erforscht in ENSURE, wie formale Ontologien die Langzeitarchivierung unterstützen können, um zum Beispiel die Indizierung der domänenspezifischen digitalen Objekte und spätere Suchen und Abfragen zu verbessern, aber auch um Archivierungskonzepte formal zu beschreiben und nötige Transformationen der digitalen Objekte zu triggern, die ihre Wiederverwendbarkeit nach Jahrzehnten sicherstellen. Das Fraunhofer IBMT wird dazu das entsprechende semantische Framework für ENSURE’s Langzeitarchivierungs-architektur bereitstellen. Mit seiner Erfahrung bei der Entwicklung innovativer IT-Lösungen für die biomedizinische Forschung und Gesundheitsversorgung hilft das Fraunhofer IBMT, dass elektronische Krankenakten und klinische Studiendaten aber auch Daten aus dem Finanzsektor sicher langzeitarchiviert werden können und nach Jahrzehnten wieder auffindbar und wiederverwendbar sind.

Weitere Informationen zu ENSURE finden Sie unter:
www.ensure-fp7.eu
Ansprechpartner:
Dipl.-Inform. Stephan Kiefer
Telefon: +49 (0) 6894/980-156
E-Mail: stephan.kiefer@ibmt.fraunhofer.de

Annette Maurer | Fraunhofer-Institut
Weitere Informationen:
http://www.ibmt.fraunhofer.de
http://www.ensure-fp7.eu/

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Konfetti im Gehirn: Steuerung wichtiger Immunzellen bei Hirnkrankheiten geklärt
24.04.2017 | Universitätsklinikum Freiburg

nachricht Stammzell-Transplantation: Aktivierung von Signalwegen schützt vor gefährlicher Immunreaktion
20.04.2017 | Technische Universität München

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Löschbare Tinte für den 3-D-Druck

Im 3-D-Druckverfahren durch Direktes Laserschreiben können Mikrometer-große Strukturen mit genau definierten Eigenschaften geschrieben werden. Forscher des Karlsruher Institus für Technologie (KIT) haben ein Verfahren entwickelt, durch das sich die 3-D-Tinte für die Drucker wieder ‚wegwischen‘ lässt. Die bis zu hundert Nanometer kleinen Strukturen lassen sich dadurch wiederholt auflösen und neu schreiben - ein Nanometer entspricht einem millionstel Millimeter. Die Entwicklung eröffnet der 3-D-Fertigungstechnik vielfältige neue Anwendungen, zum Beispiel in der Biologie oder Materialentwicklung.

Beim Direkten Laserschreiben erzeugt ein computergesteuerter, fokussierter Laserstrahl in einem Fotolack wie ein Stift die Struktur. „Eine Tinte zu entwickeln,...

Im Focus: Leichtbau serientauglich machen

Immer mehr Autobauer setzen auf Karosserieteile aus kohlenstofffaserverstärktem Kunststoff (CFK). Dennoch müssen Fertigungs- und Reparaturkosten weiter gesenkt werden, um CFK kostengünstig nutzbar zu machen. Das Laser Zentrum Hannover e.V. (LZH) hat daher zusammen mit der Volkswagen AG und fünf weiteren Partnern im Projekt HolQueSt 3D Laserprozesse zum automatisierten Besäumen, Bohren und Reparieren von dreidimensionalen Bauteilen entwickelt.

Automatisiert ablaufende Bearbeitungsprozesse sind die Grundlage, um CFK-Bauteile endgültig in die Serienproduktion zu bringen. Ausgerichtet an einem...

Im Focus: Making lightweight construction suitable for series production

More and more automobile companies are focusing on body parts made of carbon fiber reinforced plastics (CFRP). However, manufacturing and repair costs must be further reduced in order to make CFRP more economical in use. Together with the Volkswagen AG and five other partners in the project HolQueSt 3D, the Laser Zentrum Hannover e.V. (LZH) has developed laser processes for the automatic trimming, drilling and repair of three-dimensional components.

Automated manufacturing processes are the basis for ultimately establishing the series production of CFRP components. In the project HolQueSt 3D, the LZH has...

Im Focus: Wonder material? Novel nanotube structure strengthens thin films for flexible electronics

Reflecting the structure of composites found in nature and the ancient world, researchers at the University of Illinois at Urbana-Champaign have synthesized thin carbon nanotube (CNT) textiles that exhibit both high electrical conductivity and a level of toughness that is about fifty times higher than copper films, currently used in electronics.

"The structural robustness of thin metal films has significant importance for the reliable operation of smart skin and flexible electronics including...

Im Focus: Immunzellen helfen bei elektrischer Reizleitung im Herzen

Erstmals elektrische Kopplung von Muskelzellen und Makrophagen im Herzen nachgewiesen / Erkenntnisse könnten neue Therapieansätze bei Herzinfarkt und Herzrhythmus-Störungen ermöglichen / Publikation am 20. April 2017 in Cell

Makrophagen, auch Fresszellen genannt, sind Teil des Immunsystems und spielen eine wesentliche Rolle in der Abwehr von Krankheitserregern und bei der...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Forschungsexpedition „Meere und Ozeane“ mit dem Ausstellungsschiff MS Wissenschaft

24.04.2017 | Veranstaltungen

3. Bionik-Kongress Baden-Württemberg

24.04.2017 | Veranstaltungen

Smart-Data-Forschung auf dem Weg in die wirtschaftliche Praxis

21.04.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Phoenix Contact übernimmt Spezialisten für Netzleittechnik

24.04.2017 | Unternehmensmeldung

Phoenix Contact beteiligt sich an Berliner Start-up Unternehmen für Energiemanagement

24.04.2017 | Unternehmensmeldung

Phoenix Contact übernimmt Spezialisten für industrielle Kommunikationstechnik

24.04.2017 | Unternehmensmeldung