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Förderung der Verbundforschung an Zoonosen in Deutschland zahlt sich aus

31.05.2013
Deutschland hat in den vergangenen sechs Jahren die nötigen Forschungsinfrastrukturen aufgebaut, um auf Ausbrüche neuer Erreger, wie aktuell des MERS Coronavirus,vorbereitet zu sein.

Diese schnelle Handlungsfähigkeit der Wissenschaftler ist in Deutschland durch die besondere Förderung der Verbundforschung zu zoonotischen Erregern und der Nationalen Forschungsplattform für Zoonosen ermöglicht worden.

Die großen Erfolge der Zoonosenverbünde im Kampf gegen die unvorhersehbaren Gefahren durch neu auftretende Zoonosenerreger unterstreichen, wie notwendig die Fortsetzung dieser Förderung für den Schutz des Menschen vor diesen hochgefährlichen Erregern ist.

Am Montag dieser Woche warnte die Weltgesundheitsorganisation WHO vor den drohenden Gefahren durch das neue Coronavirus MERS-CoV (Middle East respiratory syndrome coronavirus). "Keine neue Krankheit ist unter Kontrolle, die sich rascher entwickelt als unser Verständnis davon“, betonte WHO-Generaldirektorin Margaret Chan in Genf.

Um welche Art Erreger handelt es sich, wie sind die Übertragungswege, wie kann man eine Ansteckung schnell und zuverlässig diagnostizieren? Wenn gefährliche neue Erreger plötzlich auftauchen, müssen Wissenschaftler diese Fragen möglichst schnell und zuverlässig beantworten, damit wirksame Schutzmaßnahmen gegen eine unkontrollierte Ausbreitung zügig getroffen werden können. Dies betrifft insbesondere Zoonosen, also Krankheiten, die vom Tier auf den Menschen übertragen werden können.

Deutschland hat in den vergangenen sechs Jahren die nötigen Forschungsinfrastrukturen aufgebaut, um auf solche Ausbrüche vorbereitet zu sein. So hat etwa das Team um den Koordinator des bundesweiten Forschungsnetzwerks zu SARS, Prof. Dr. Christian Drosten, bereits im vergangenen Jahr den diagnostischen Nachweis für das neue MERS Coronavirus entwickelt. Der von der WHO empfohlene Test kommt inzwischen weltweit zum Einsatz – alle bisherigen MERS-Fälle wurden damit nachgewiesen. Ein anderes Beispiel ist der Schnelltest für das EHEC-Bakterium, den Prof. Dr. Helge Karch während des Ausbruchs 2011 innerhalb weniger Tage entwickeln konnte. Ermöglicht wurde dies, weil der Stamm bereits in einer Datenbank des von ihm geleiteten Teilprojekts innerhalb des Forschungsverbundes FBI-Zoo vorhanden war.
Diese schnelle Handlungsfähigkeit der Wissenschaftler ist in Deutschland durch die besondere Förderung der Verbundforschung zu zoonotischen Erregern und der Nationalen Forschungsplattform für Zoonosen ermöglicht worden. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) stellte zwischen 2007 und 2013 insgesamt rund 48 Mio. € für den Aufbau von Forschungsverbünden zur Verfügung, in denen sich Human- und Veterinärmediziner interdisziplinär mit der Erforschung von Zoonosen befassen. Unter dem Dach der 2009 ebenfalls mit Fördermitteln des BMBF geschaffenen Nationalen Forschungsplattform für Zoonosen (www.zoonosen.net) findet der unverzichtbare interdisziplinäre Austausch dieser Forschungsverbünde untereinander statt. Das führt dazu, dass in jüngster Zeit neue wissenschaftliche Erkenntnisse nicht bis zu ihrer Publikation als streng gehütete Geheimnisse der Wissenschaftler verborgen bleiben, sondern schnell und unkompliziert mit Kollegen geteilt und gemeinsam genutzt werden.

Ob es sich um Viren, Bakterien, Parasiten oder Prionen handelt – das aktuelle Beispiel des MERS-CoV beweist nach der Schweinegrippe-Pandemie (2009) und dem EHEC-Ausbruch (2011) ein weiteres Mal, dass deutsche Wissenschaftler dank der Förderung der Zoonosen-Verbünde auf das Auftauchen neuer gefährlicher Erreger jeder Art gut vorbereitet sind. Die großen Erfolge der Zoonosenverbünde im Kampf gegen die unvorhersehbaren Gefahren durch neuauftretende Zoonosenerreger unterstreichen eindrücklich, wie notwendig die Fortsetzung dieser Förderung gerade auch für den Schutz des Menschen vor diesen hochgefährlichen Erregern ist.

Beate Achilles | idw
Weitere Informationen:
http://www.zoonosen.net

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