Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Feuchthaltemittel in Wasserpfeifentabak erhöhen das gesundheitliche Risiko

03.08.2011
BfR empfiehlt Begrenzung des Feuchthaltemittelgehalts auf fünf Prozent beizubehalten

Wasserpfeifentabak enthält Feuchthaltemittel wie zum Beispiel Glycerin oder 1,2-Propandiol. Je höher der Gehalt an Feuchthaltemittel ist, desto stärker ist die Rauchbildung. In Deutschland ist der Feuchthaltemittelgehalt im Wasserpfeifentabak durch die Tabakverordnung auf fünf Prozent begrenzt.

Eine experimentelle Studie des BfR zeigt, dass die Feuchthaltemittel während des Rauchens größtenteils verdampfen und in erheblichem Maße vom Raucher aufgenommen werden können. Zu den bekannten gesundheitlichen Risiken des Wasserpfeiferauchens, wie zum Bespiel der hohen Kohlenmonoxidbelastung, kommt damit ein weiteres Risiko hinzu:

„Das Einatmen hoher Konzentrationen an Glycerin oder 1,2-Propandiol kann beispielsweise zu Veränderungen des Zellepithels im Kehlkopf oder zu Reizungen der Nasenschleimhaut führen“, sagt Professor Dr. Dr. Andreas Hensel, Präsident des Bundesinstitutes für Risikobewertung (BfR). Das BfR bleibt daher bei seiner Empfehlung, die Begrenzung des Feuchthaltemittelgehalts im Wasserpfeifentabak auf höchstens fünf Prozent beizubehalten.

Wasserpfeifen, auch bekannt als orientalische Tabakpfeifen, werden in weiten Teilen der Welt geraucht. Je nach Herkunftsland werden sie als Shisha, Boory, Narghile, Arghile, Hookha, Goza oder Hubble-Bubble bezeichnet. In den letzten Jahren hat die Verwendung von Wasserpfeifen weltweit deutlich zugenommen. Laut einer Studie der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) gaben 2008 knapp 40 Prozent der in Deutschland befragten 13- bis 17-Jährigen an, bereits einmal eine Wasserpfeife geraucht zu haben.

In Deutschland beschränkt die Tabakverordnung den Gehalt an Feuchthaltemitteln wie Glycerin oder 1,2-Propandiol im Wasserpfeifentabak auf maximal fünf Prozent. Dadurch kommt es zu einer reduzierten Rauchentwicklung. In Ländern wie Jordanien, Ägypten oder der Schweiz enthält Wasserpfeifentabak dagegen einen deutlich höheren Anteil an Feuchthaltemitteln.

Experimentelle Studien des BfR belegen, dass ein Großteil der im Tabak enthaltenen Feuchthaltemittel (Glycerin und 1,2-Propandiol) in den Rauch übergeht und inhaliert werden kann. Aus der wissenschaftlichen Literatur ist bekannt, dass die Inhalation von Glycerin und 1,2-Propandiol zu Veränderungen des Zellepithels im Kehlkopf und zu Reizungen der Nasenschleimhäute bis hin zum Nasenbluten führen kann. Das BfR bleibt daher bei seiner Empfehlung, den maximal zulässigen Gehalt für Feuchthaltemittel von fünf Prozent im Wasserpfeifentabak beizubehalten.

Die Untersuchungen des BfR bestätigten darüber hinaus, dass eine Vielzahl weiterer Schadstoffe wie Kohlenmonoxid (CO), Polyzyklische Aromatische Kohlenwasserstoffe (PAK) und tabakspezifische Nitrosamine (TSNA) im Wasserpfeifenrauch enthalten sind. Daher ist zu erwarten, dass mit dem regelmäßigen Wasserpfeiferauchen ähnliche gesundheitliche Risiken verbunden sind wie mit dem Zigarettenrauchen.

Über das BfR

Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) ist eine wissenschaftliche Einrichtung im Geschäftsbereich des Bundesministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (BMELV). Es berät die Bundesregierung und die Bundesländer zu Fragen der Lebensmittel-, Chemikalien und Produktsicherheit. Das BfR betreibt eigene Forschung zu Themen, die in engem Zusammenhang mit seinen Bewertungsaufgaben stehen.

BfR - Presseinformation
Bundesinstitut für Risikobewertung
Thielallee 88 - 92, D - 14195 Berlin,
Telefon: 030-18412-4300,
Telefax: 030-18412-4970
Presserechtlich verantwortlich: Dr. Suzan Fiack

Dr. Suzan Fiack | idw
Weitere Informationen:
http://www.bfr.bund.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Greifswalder Forscher dringen mit superauflösendem Mikroskop in zellulären Mikrokosmos ein
02.12.2016 | Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald

nachricht Epstein-Barr-Virus: von harmlos bis folgenschwer
30.11.2016 | Deutsches Zentrum für Infektionsforschung

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Greifswalder Forscher dringen mit superauflösendem Mikroskop in zellulären Mikrokosmos ein

Das Institut für Anatomie und Zellbiologie weiht am Montag, 05.12.2016, mit einem wissenschaftlichen Symposium das erste Superresolution-Mikroskop in Greifswald ein. Das Forschungsmikroskop wurde von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) und dem Land Mecklenburg-Vorpommern finanziert. Nun können die Greifswalder Wissenschaftler Strukturen bis zu einer Größe von einigen Millionstel Millimetern mittels Laserlicht sichtbar machen.

Weit über hundert Jahre lang galt die von Ernst Abbe 1873 publizierte Theorie zur Auflösungsgrenze von Lichtmikroskopen als ein in Stein gemeißeltes Gesetz....

Im Focus: Durchbruch in der Diabetesforschung: Pankreaszellen produzieren Insulin durch Malariamedikament

Artemisinine, eine zugelassene Wirkstoffgruppe gegen Malaria, wandelt Glukagon-produzierende Alpha-Zellen der Bauchspeicheldrüse (Pankreas) in insulinproduzierende Zellen um – genau die Zellen, die bei Typ-1-Diabetes geschädigt sind. Das haben Forscher des CeMM Forschungszentrum für Molekulare Medizin der Österreichischen Akademie der Wissenschaften im Rahmen einer internationalen Zusammenarbeit mit modernsten Einzelzell-Analysen herausgefunden. Ihre bahnbrechenden Ergebnisse werden in Cell publiziert und liefern eine vielversprechende Grundlage für neue Therapien gegen Typ-1 Diabetes.

Seit einigen Jahren hatten sich Forscher an diesem Kunstgriff versucht, der eine simple und elegante Heilung des Typ-1 Diabetes versprach: Die vom eigenen...

Im Focus: Makromoleküle: Mit Licht zu Präzisionspolymeren

Chemikern am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) ist es gelungen, den Aufbau von Präzisionspolymeren durch lichtgetriebene chemische Reaktionen gezielt zu steuern. Das Verfahren ermöglicht die genaue, geplante Platzierung der Kettengliedern, den Monomeren, entlang von Polymerketten einheitlicher Länge. Die präzise aufgebauten Makromoleküle bilden festgelegte Eigenschaften aus und eignen sich möglicherweise als Informationsspeicher oder synthetische Biomoleküle. Über die neuartige Synthesereaktion berichten die Wissenschaftler nun in der Open Access Publikation Nature Communications. (DOI: 10.1038/NCOMMS13672)

Chemische Reaktionen lassen sich durch Einwirken von Licht bei Zimmertemperatur auslösen. Die Forscher am KIT nutzen diesen Effekt, um unter Licht die...

Im Focus: Neuer Sensor: Was im Inneren von Schneelawinen vor sich geht

Ein neuer Radarsensor erlaubt Einblicke in die inneren Vorgänge von Schneelawinen. Entwickelt haben ihn Ingenieure der Ruhr-Universität Bochum (RUB) um Dr. Christoph Baer und Timo Jaeschke gemeinsam mit Kollegen aus Innsbruck und Davos. Das Messsystem ist bereits an einem Testhang im Wallis installiert, wo das Schweizer Institut für Schnee- und Lawinenforschung im Winter 2016/17 Messungen damit durchführen möchte.

Die erhobenen Daten sollen in Simulationen einfließen, die das komplexe Geschehen im Inneren von Lawinen detailliert nachbilden. „Was genau passiert, wenn sich...

Im Focus: Neuer Rekord an BESSY II: 10 Millionen Ionen erstmals bis auf 7,4 Kelvin gekühlt

Magnetische Grundzustände von Nickel2-Ionen spektroskopisch ermittelt

Ein internationales Team aus Deutschland, Schweden und Japan hat einen neuen Temperaturrekord für sogenannte Quadrupol-Ionenfallen erreicht, in denen...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Von „Coopetition“ bis „Digitale Union“ – Die Fertigungsindustrien im digitalen Wandel

02.12.2016 | Veranstaltungen

Experten diskutieren Perspektiven schrumpfender Regionen

01.12.2016 | Veranstaltungen

Die Perspektiven der Genom-Editierung in der Landwirtschaft

01.12.2016 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Latest News

UTSA study describes new minimally invasive device to treat cancer and other illnesses

02.12.2016 | Medical Engineering

Plasma-zapping process could yield trans fat-free soybean oil product

02.12.2016 | Agricultural and Forestry Science

What do Netflix, Google and planetary systems have in common?

02.12.2016 | Physics and Astronomy