Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Dresdner Wissenschaftler erforschen Genetik von Tic-Störungen in internationalem Verbund

10.04.2013
Es ist bekannt, dass Tic-Störungen – einschließlich des Tourette-Syndroms – eine starke erbliche Komponente haben.

Ein Tic ist eine kurze und unwillkürliche, regelmäßig oder unregelmäßig wiederkehrende motorische Kontraktion einzelner Muskeln oder Muskelgruppen. Welche Gene für Tics verantwortlich sind, ist jedoch noch unbekannt.

Ziel der mit Beteiligung von Forschern der Klinik und Poliklinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie und -psychotherapie des Universitätsklinikums Carl Gustav Carus Dresden abgehaltenen Studie zum "Tourette-Syndrom und zu verwandten Störungsbildern (TIC Genetics)" ist es, die entsprechenden Gene ausfindig zu machen.

Im Mittelpunkt des internationalen Forschungsprojekts stehen Gene, die Tic-Störungen und andere (Entwicklungs-) Störungen verursachen, die häufig mit dem Auftreten von Tics in Verbindung stehen. Hierzu gehören beispielsweise Zwangserkrankungen und das Aufmerksamkeits-Defizit-/Hyperaktivitäts-Syndrom (ADHS). Im Besonderen interessiert die Wissenschaftler, warum manche Familienmitglieder an solchen Störungen leiden und andere Familienmitglieder nicht.

Darum ist es für das Forscungsprojekt wichtig, dass auch Familienangehörige, die nicht an einer dieser Störungen erkrankt sind, untersucht werden. Die Studie ist Teil einer internationalen Erhebung, die in Deutschland neben dem Universitätsklinikum Carl Gustav Carus Dresden am Universitätsklinikum Ulm sowie am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf durchgeführt wird. Auf lange Sicht gesehen hoffen die Wissenschaftler, dass diese Studie zur Entwicklung von neuen Behandlungsmethoden und möglicherweise auch von Methoden zur Vorbeugung solcher Störungen beitragen wird.

Derzeit suchen die Dresdner Forscher noch interessierte Studienteilnehmer. Diese werden gebeten, einen Fragebogen auszufüllen und an einem Interview in der Klinik teilzunehmen. Zudem wird jedem Teilnehmer eine kleine Blutprobe zur Analyse entnommen. Die Fahrtkosten können übernommen werden. Zusätzlich werden bei Bedarf auch Termine für die Tourette-Sprechstunde vermittelt.

Um diese Studie zu ermöglichen, werden klinische Informationen von ungefähr 1.500 Probanden mit einer Tic-Störung (oder verwandten Störungen), sowie von deren nicht betroffenen Familienmitgliedern aus verschiedenen Teilen der Welt gesammelt. Sowohl Kinder als auch Erwachsene können an dieser Studie teilnehmen.

Interessierte Familien können sich über das Projekt unter der Telefon-Nummer 0351-4587168 oder per E-Mail: KJPForschung@uniklinikum-dresden.de informieren beziehungsweise bis Ende April anmelden.

Kontakt
Universitätsklinikum Carl Gustav Carus
Klinik und Poliklinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie und –psychotherapie
Prof. Dr. med. V. Roessner, Direktor
Tel. +49 (0)3 51 458-7168
Fax +49 (0)3 51 458-57 54
E-Mail KJPForschung@uniklinikum-dresden.de

Konrad Kästner | idw
Weitere Informationen:
http://www.uniklinikum-dresden.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Neue Methode der Eisenverabreichung
26.04.2017 | Eidgenössische Technische Hochschule Zürich (ETH Zürich)

nachricht Bestrahlung bei Hirntumoren? Eine neue, verlässlichere Einteilung erleichtert die Entscheidung
26.04.2017 | Universitätsklinikum Heidelberg

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: TU Chemnitz präsentiert weltweit einzigartige Pilotanlage für nachhaltigen Leichtbau

Wickelprinzip umgekehrt: Orbitalwickeltechnologie soll neue Maßstäbe in der großserientauglichen Fertigung komplexer Strukturbauteile setzen

Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Bundesexzellenzclusters „Technologiefusion für multifunktionale Leichtbaustrukturen" (MERGE) und des Instituts für...

Im Focus: Smart Wireless Solutions: EU-Großprojekt „DEWI“ liefert Innovationen für eine drahtlose Zukunft

58 europäische Industrie- und Forschungspartner aus 11 Ländern forschten unter der Leitung des VIRTUAL VEHICLE drei Jahre lang, um Europas führende Position im Bereich Embedded Systems und dem Internet of Things zu stärken. Die Ergebnisse von DEWI (Dependable Embedded Wireless Infrastructure) wurden heute in Graz präsentiert. Zu sehen war eine Fülle verschiedenster Anwendungen drahtloser Sensornetzwerke und drahtloser Kommunikation – von einer Forschungsrakete über Demonstratoren zur Gebäude-, Fahrzeug- oder Eisenbahntechnik bis hin zu einem voll vernetzten LKW.

Was vor wenigen Jahren noch nach Science-Fiction geklungen hätte, ist in seinem Ansatz bereits Wirklichkeit und wird in Zukunft selbstverständlicher Teil...

Im Focus: Weltweit einzigartiger Windkanal im Leipziger Wolkenlabor hat Betrieb aufgenommen

Am Leibniz-Institut für Troposphärenforschung (TROPOS) ist am Dienstag eine weltweit einzigartige Anlage in Betrieb genommen worden, mit der die Einflüsse von Turbulenzen auf Wolkenprozesse unter präzise einstellbaren Versuchsbedingungen untersucht werden können. Der neue Windkanal ist Teil des Leipziger Wolkenlabors, in dem seit 2006 verschiedenste Wolkenprozesse simuliert werden. Unter Laborbedingungen wurden z.B. das Entstehen und Gefrieren von Wolken nachgestellt. Wie stark Luftverwirbelungen diese Prozesse beeinflussen, konnte bisher noch nicht untersucht werden. Deshalb entstand in den letzten Jahren eine ergänzende Anlage für rund eine Million Euro.

Die von dieser Anlage zu erwarteten neuen Erkenntnisse sind wichtig für das Verständnis von Wetter und Klima, wie etwa die Bildung von Niederschlag und die...

Im Focus: Nanoskopie auf dem Chip: Mikroskopie in HD-Qualität

Neue Erfindung der Universitäten Bielefeld und Tromsø (Norwegen)

Physiker der Universität Bielefeld und der norwegischen Universität Tromsø haben einen Chip entwickelt, der super-auflösende Lichtmikroskopie, auch...

Im Focus: Löschbare Tinte für den 3-D-Druck

Im 3-D-Druckverfahren durch Direktes Laserschreiben können Mikrometer-große Strukturen mit genau definierten Eigenschaften geschrieben werden. Forscher des Karlsruher Institus für Technologie (KIT) haben ein Verfahren entwickelt, durch das sich die 3-D-Tinte für die Drucker wieder ‚wegwischen‘ lässt. Die bis zu hundert Nanometer kleinen Strukturen lassen sich dadurch wiederholt auflösen und neu schreiben - ein Nanometer entspricht einem millionstel Millimeter. Die Entwicklung eröffnet der 3-D-Fertigungstechnik vielfältige neue Anwendungen, zum Beispiel in der Biologie oder Materialentwicklung.

Beim Direkten Laserschreiben erzeugt ein computergesteuerter, fokussierter Laserstrahl in einem Fotolack wie ein Stift die Struktur. „Eine Tinte zu entwickeln,...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Internationaler Tag der Immunologie - 29. April 2017

28.04.2017 | Veranstaltungen

Kampf gegen multiresistente Tuberkulose – InfectoGnostics trifft MYCO-NET²-Partner in Peru

28.04.2017 | Veranstaltungen

123. Internistenkongress: Traumata, Sprachbarrieren, Infektionen und Bürokratie – Herausforderungen

27.04.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Über zwei Millionen für bessere Bordnetze

28.04.2017 | Förderungen Preise

Symbiose-Bakterien: Vom blinden Passagier zum Leibwächter des Wollkäfers

28.04.2017 | Biowissenschaften Chemie

Wie Pflanzen ihre Zucker leitenden Gewebe bilden

28.04.2017 | Biowissenschaften Chemie