Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Diagnostika für Viruskrankheiten

08.01.2010
Am 1. Januar 2010 hat die ESF-Nachwuchsforschergruppe "Diagnostika für Viruskrankheiten" ihre Arbeit aufgenommen. In diesem Projekt werden fünf bis sechs Hochschulabgänger für den Bedarf der industriellen Forschung auf dem Gebiet der Infektionsmedizin und -biologie in Sachsen vorbereitet.

Dazu erarbeiten sie neue diagnostische Fragestellungen bei eher vernachlässigten Viruskrankheiten in der Human- und Tiermedizin. Dabei handelt es sich um Infektionskrankheiten, bei denen die Zahl der Erkrankungsfälle bisher nur gering ist, die Infektionen auf eine Region begrenzt sind oder nur in wirtschaftlich weniger entwickelten Ländern vorkommen sowie um Krankheiten bei Tieren von geringerem wirtschaftlichem Nutzen oder lebensmittelhygienischer Bedeutung. Dies ist wichtig, weil das Gefährdungspotenzial ursprünglich seltener Infektionskrankheiten für Gesundheit und Ökonomie hoch ist, und Viren trotz aller Fortschritte in der Medizin weiterhin Menschen und Tiere bedrohen.

In der Entwicklung sind neue diagnostische Verfahren zur Analyse des immunologischen Gedächtnisses, die dabei helfen sollen, neue humanmedizinischer Impfstoffe zu finden.

Außerdem wird an der Etablierung eines Tests für das Gänsepolyomvirus, das bei Zucht- und Mastgänsen eine tödliche Infektionskrankheit hervorruft, geforscht.

Schließlich arbeiten die Nachwuchswissenschaftler an einem serologischen Nachweisverfahren für das Koi-Herpesvirus, das, ursprünglich aus Asien kommend, inzwischen auch bei uns die Zuchten von Kois und Karpfen bedroht und Tierhalter verunsichert. Ein frühzeitiger Nachweis der Infektionen ist dabei von entscheidender Bedeutung, um die Ausbreitung der Viren unter Kontrolle zu bekommen.

Durch das Projekt erhalten die Unternehmen der Gesundheits- und Biotechnologiewirtschaft in der Region Leipzig Zugang zu einer erweiterten Kompetenz in angewandter Infektionsforschung und Diagnostikaentwicklung.

Langfristiges Ziel könnte die Vorstufe zur wirtschaftlichen Etablierung junger Unternehmen auf diesem Gebiet sein.

Zugleich bietet sich der Universität durch die Förderung durch den ESF und den Freistaat Sachsen die Möglichkeit, neue Forschungsergebnisse auf dem Gebiet der Infektionsmedizin und -tiermedizin rasch umzusetzen.

Fachlich betreut wird das Projekt durch Prof. Uwe Truyen, Institut für Tierhygiene und Öffentliches Veterinärwesen, Prof. Hermann Müller, Institut für Virologie, Veterinhärmedizinische Fakultät, und von Prof. Christian Jassoy, Institut für Virologie, Medizinische Fakultät.

Letzterer ist darüber hinaus verantwortlicher Projektleiter. Das Projekt ist eingebettet in die laufenden Aktivitäten des "Verbund Infektionsmedizin", einer übergreifenden Kooperation von Wissenschaftlern und Einrichtungen der Human- und Tiermedizin und der Fakultät für Biowissenschaften, Pharmazie und Psychologie der Universität sowie außeruniversitären Forschungseinrichtungen in Leipzig.

Das Projekt, das von der Universität Leipzig im vergangenen Jahr beantragt wurde, wurde Ende 2009 von Sächsischen Aufbaubank auf der Grundlage von Vorgaben des Sächsischen Ministeriums für Wissenschaft und Kunst (SMWK) sowie dem Europäischen Sozialfonds (ESF) bewilligt. Das Projekt hat eine Laufzeit bis Ende 2012.

Weitere Informationen:
Prof. Dr. Christian Jassoy
Telefon: +49 341 97-14314
E-Mail: christian.jassoy@medizin.uni-leipzig.de

Dr. Manuela Rutsatz | Universität Leipzig
Weitere Informationen:
http://www.uni-leipzig.de/~virology
http://www.uni-leipzig.de/presse

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Neuer Ansatz: Nierenschädigungen therapieren, bevor Symptome auftreten
20.09.2017 | Universitätsklinikum Regensburg (UKR)

nachricht Neuer Ansatz zur Therapie der diabetischen Nephropathie
19.09.2017 | Universitätsklinikum Magdeburg

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: The pyrenoid is a carbon-fixing liquid droplet

Plants and algae use the enzyme Rubisco to fix carbon dioxide, removing it from the atmosphere and converting it into biomass. Algae have figured out a way to increase the efficiency of carbon fixation. They gather most of their Rubisco into a ball-shaped microcompartment called the pyrenoid, which they flood with a high local concentration of carbon dioxide. A team of scientists at Princeton University, the Carnegie Institution for Science, Stanford University and the Max Plank Institute of Biochemistry have unravelled the mysteries of how the pyrenoid is assembled. These insights can help to engineer crops that remove more carbon dioxide from the atmosphere while producing more food.

A warming planet

Im Focus: Hochpräzise Verschaltung in der Hirnrinde

Es ist noch immer weitgehend unbekannt, wie die komplexen neuronalen Netzwerke im Gehirn aufgebaut sind. Insbesondere in der Hirnrinde der Säugetiere, wo Sehen, Denken und Orientierung berechnet werden, sind die Regeln, nach denen die Nervenzellen miteinander verschaltet sind, nur unzureichend erforscht. Wissenschaftler um Moritz Helmstaedter vom Max-Planck-Institut für Hirnforschung in Frankfurt am Main und Helene Schmidt vom Bernstein-Zentrum der Humboldt-Universität in Berlin haben nun in dem Teil der Großhirnrinde, der für die räumliche Orientierung zuständig ist, ein überraschend präzises Verschaltungsmuster der Nervenzellen entdeckt.

Wie die Forscher in Nature berichten (Schmidt et al., 2017. Axonal synapse sorting in medial entorhinal cortex, DOI: 10.1038/nature24005), haben die...

Im Focus: Highly precise wiring in the Cerebral Cortex

Our brains house extremely complex neuronal circuits, whose detailed structures are still largely unknown. This is especially true for the so-called cerebral cortex of mammals, where among other things vision, thoughts or spatial orientation are being computed. Here the rules by which nerve cells are connected to each other are only partly understood. A team of scientists around Moritz Helmstaedter at the Frankfiurt Max Planck Institute for Brain Research and Helene Schmidt (Humboldt University in Berlin) have now discovered a surprisingly precise nerve cell connectivity pattern in the part of the cerebral cortex that is responsible for orienting the individual animal or human in space.

The researchers report online in Nature (Schmidt et al., 2017. Axonal synapse sorting in medial entorhinal cortex, DOI: 10.1038/nature24005) that synapses in...

Im Focus: Tiny lasers from a gallery of whispers

New technique promises tunable laser devices

Whispering gallery mode (WGM) resonators are used to make tiny micro-lasers, sensors, switches, routers and other devices. These tiny structures rely on a...

Im Focus: Wundermaterial Graphen: Gewölbt wie das Polster eines Chesterfield-Sofas

Graphen besitzt extreme Eigenschaften und ist vielseitig verwendbar. Mit einem Trick lassen sich sogar die Spins im Graphen kontrollieren. Dies gelang einem HZB-Team schon vor einiger Zeit: Die Physiker haben dafür eine Lage Graphen auf einem Nickelsubstrat aufgebracht und Goldatome dazwischen eingeschleust. Im Fachblatt 2D Materials zeigen sie nun, warum dies sich derartig stark auf die Spins auswirkt. Graphen kommt so auch als Material für künftige Informationstechnologien infrage, die auf der Verarbeitung von Spins als Informationseinheiten basieren.

Graphen ist wohl die exotischste Form von Kohlenstoff: Alle Atome sind untereinander nur in der Ebene verbunden und bilden ein Netz mit sechseckigen Maschen,...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Internationale Konferenz zum Biomining ab Sonntag in Freiberg

22.09.2017 | Veranstaltungen

Die Erde und ihre Bestandteile im Fokus

21.09.2017 | Veranstaltungen

23. Baltic Sea Forum am 11. und 12. Oktober nimmt Wirtschaftspartner Finnland in den Fokus

21.09.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Lebendiges Gewebe aus dem Drucker

22.09.2017 | Biowissenschaften Chemie

Kleinste Teilchen aus fernen Galaxien!

22.09.2017 | Physik Astronomie

Physik-Didaktiker aus Münster entwickeln Lehrmaterial zu Quantenphänomenen

22.09.2017 | Bildung Wissenschaft