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Deutschlandweit einmalig: UKM-Orthopädie implantiert standardmäßig nickelfreie Knieendoprothesen

28.11.2008
Allergien werden durch neue Materialien verhindert

Rund zehn bis 15 Prozent aller Menschen in Deutschland haben eine Metallallergie – Tendenz steigend. „Deshalb haben wir früher vor jeder OP unsere Patienten gefragt, ob sie eine Nickelallergie haben“, erklärt Prof. Dr. Georg Gosheger, Direktor der Klinik für allgemeine Orthopädie am Universitätsklinikum Münster (UKM).

Rund 250 Gelenkersatze im Knie werden in seiner Klinik pro Jahr eingesetzt. Das Tückische daran war nur: „Auch wenn die Patienten bis zur OP keine Allergie hatten, mit einem nickelhaltigen Gelenkersatz, der ihnen in der OP implantiert wurde, konnten sie plötzlich eine entwickeln.“ Die Folge: Rötungen der Haut, Schmerzen, Bewegungseinschränkungen, Schwellungen des Knies.

„Und selbst wenn wir vor der OP einen Allergietest gemacht haben und der negativ war, konnte es sein, dass der Patienten mit dem Gelenkersatz eine Allergie entwickelt hat“, so Dr. Steffen Höll, Sektionsleiter Endoprothetik. Ab sofort gehören diese Komplikationen jedoch der Vergangenheit an: Als erstes Klinikum deutschlandweit setzt die Orthopädie nun nickelfreie Knieendoprothesen ein. Und zwar standardmäßig bei Erstoperationen und bei Wechseloperationen – ohne Zuzahlung für die Patientinnen und Patienten. „Wir erwarten, dass wir die Komplikationsrate nach Knie-OP’s dadurch unter fünf Prozent senken werden“, betont Höll. Diese Rate ist besonders. „Denn das Knie verhält sich immer anders als zum Beispiel ein Hüftgelenk“, erklärt Höll. Während einer Knie-OP kann der Arzt alles nach Lehrbuch gemacht haben – und trotzdem können Patienten anschließend über Schmerzen klagen. Höll: „Ein Knie ist mit das komplizierteste Gelenk, das es im menschlichen Körper gibt.“ Und wenn zu diesen Unwägbarkeiten noch Allergien dazu kommen, kann der Schmerz für Patienten schnell unerträglich werden.

Statt der herkömmlichen Kobalt-Chrom-Nickel-Legierung besteht der Gelenkersatz in der UKM-Orthopädie nun aus Oxinium (Zirkonium). Positiver Nebeneffekt: Der Verschleiß des Gelenks wird weniger, denn Zirkonium erzeugt noch weniger Abrieb. Schon einmal hat Gosheger vor einiger Zeit von sich reden gemacht: Als er nämlich die Silberbeschichtung für Endoprothesen erfunden und am UKM zum Einsatz gebracht hat. Die minimiert das Risiko einer Infektion erheblich. „Es zeichnet unsere Klinik aus, dass sie sich viel mit Beschichtungen und Materialien auseinandersetzt“, betont Gosheger.

Die nickelfreie Prothese wird nun hauptsächlich bei Erkrankungen wie Gelenkverschleiß (Arthrose), Arthrosen nach Verletzungen oder Fehlstellungen sowie bei Rheumatikern implantiert.

Simone Hoffmann | Universitätsklinikum Münster (UK
Weitere Informationen:
http://www.klinikum.uni-muenster.de/

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