Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Damit Salmonellen und Co. auch bei Sommerhitze keine Chance haben

22.07.2013
Was Verbraucher beim Umgang mit Lebensmitteln beachten sollen

Die Quecksilbersäule klettert über 30 Grad. Die Lust auf einen schnellen Grillabend steigt. Gerade bei heißem Wetter ist ein sorgfältiger Umgang mit Lebensmitteln jedoch sehr wichtig. Denn Salmonellen oder andere Bakterien mögen Wärme und vermehren sich bei Sommerhitze besonders gut.

Schwere Lebensmittelvergiftungen können die Folge sein. Das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) gibt die folgenden Tipps für heiße Tage.

Lebensmittel schon während des Einkaufs kühlen
Gerade eingekaufte Lebensmittel können bei warmem Wetter schon auf dem Weg nach Hause verderben. Rohes Fleisch und roher Fisch, Milch, Eier und andere empfindliche Produkte aus der Kühltheke sollten Sie bei längeren Einkäufen oder Autofahrten vom Geschäft nach Hause in einer Kühltasche transportieren. Kaufen Sie tiefgefrorene Lebensmittel am besten als letztes und kühlen Sie sie ebenfalls beim Transport.
Verbrauchsdatum beachten
Leicht verderbliche Lebensmittel sind mit einem Verbrauchsdatum (zu verbrauchen bis…) versehen. Haben die Lebensmittel dieses Verbrauchsdatum überschritten, verzehren Sie diese nicht mehr! Die Keimbelastung der Lebensmittel könnte zu groß geworden sein. Mit bloßem Auge ist dies nicht erkennbar. Anders sieht es mit Lebensmitteln aus, die ein Mindesthaltbarkeitsdatum haben. Dieses garantiert nur den Zeitraum, in dem die Qualität des Produktes gewährleistet ist.

Nach Ablauf des Mindesthaltbarkeitsdatums können Sie die Lebensmittel in vielen Fällen durchaus noch verwenden. Bei warmem Wetter halten sich einige Lebensmittel nicht sehr lange. Machen Sie die Probe und vertrauen Sie dabei auf Ihre Sinne: Wenn der Joghurt oder die Marmelade merkwürdig riecht oder sich gar Schimmel gebildet hat – werfen Sie es weg! Lebensmittel aus undichten Einmachgläsern oder aus Konservendosen mit beschädigten Wänden oder aufgewölbtem Deckel sollten Sie auf keinen Fall verzehren, da sie gesundheitsschädliche Krankheitserreger oder deren Giftstoffe (Toxine) enthalten können.

Küchenhygiene unbedingt einhalten
Da sich bei warmem Wetter Keime besonders schnell vermehren, ist Küchenhygiene besonders wichtig. Verwenden Sie für rohe Erzeugnisse tierischen Ursprungs wie Eier, Fisch oder Fleisch eigene Schneidebretter, Schälchen und Messer. So verhindern Sie, dass Erreger, die diesen Erzeugnissen anhaften, auf andere Lebensmittel wie Gemüse und Salat übertragen werden, die Sie roh essen. Zum Abtrocknen verwenden Sie am besten kochfeste Küchentücher, die Sie regelmäßig waschen, oder Küchenpapier. Nach dem Kontakt mit rohem Fleisch, Eiern oder Fisch müssen Sie nicht nur Ihre Hände, sondern auch die Arbeitsflächen, die mit den rohen Lebensmitteln in Kontakt gekommen sind, reinigen. Tauen Sie Tiefkühlkost nach Möglichkeit im Kühlschank und nicht bei Zimmertemperatur auf. Fangen Sie das Abtauwasser auf und entsorgen es. Es kann mit Mikroorganismen belastet sein. Grundsätzlich gilt, aufgetaute Lebensmittel nicht wieder einzufrieren.
Ausreichend erhitzen - Langes Warmhalten vermeiden
Um Krankheitserreger wie Salmonellen abzutöten, sollten gegarte Lebensmittel eine Kerntemperatur von mindestens 70 Grad Celsius erreichen. Verzehren Sie gekochte Speisen möglichst sofort. Werden Speisen lange bei zu niedrigen Temperaturen warm gehalten, können sich Krankheitserreger schnell vermehren. Lebensmittel bzw. zubereitete Speisen, in denen sich Krankheiterreger vermehren können, sollten grundsätzlich bei Temperaturen von maximal 5° C (d.h. Kühlschranktemperatur) oder mindestens 65° C (Heißhalten zubereiteter Speisen) aufbewahrt werden.
Fleisch
Frisches Fleisch verdirbt relativ leicht und muss daher besonders hygienisch behandelt werden. Unverpacktes Fleisch sollte innerhalb von zwei Tagen, unverpacktes Hackfleisch noch am selben Tag zubereitet werden. Lagern Sie rohes sowie zubereitetes Fleisch immer kühl und zugedeckt. Braten Sie Fleisch immer durch. Bleibt das Fleischinnere nämlich roh, werden dort befindliche Mikroorganismen nicht verlässlich abgetötet. Kleinkinder, ältere und immungeschwächte Menschen sowie Schwangere sollten auf rohes Hackfleisch und rohe Fleischprodukte verzichten.
Fisch
Achten Sie darauf, nur frischen Fisch zu kaufen. Feuchte, hellrote Kiemen, glänzende Haut, ein neutraler Geruch und klare Augen sind Zeichen für Frische. Beim Händler angebotener Fisch sollte nicht nur auf Eis liegen, sondern auch damit bedeckt sein. Legen Sie beim Einkauf frischen Fisch am besten sofort in eine Kühltasche und transportiert ihn umgehend nach Hause. Im Kühlschrank kann roher Fisch bei vier Grad Celsius etwa einen Tag aufbewahrt werden. Gegarter oder geräucherter Fisch hält sich im Kühlschrank etwa zwei Tage. Garen Sie frischen Fisch so lange, bis er nicht mehr glasig und mit der Gabel leicht zerteilbar ist. Soll Fisch roh, etwa als Sushi, verzehrt werden, so muss er einige Tage lang bei -20 Grad Celsius eingefroren werden. Durch Auftauen im Kühlschrank oder in der Mikrowelle wird die Vermehrung von Keimen vermieden.
Eier
Ein großer Teil aller lebensmittelbedingten Erkrankungen wird durch Eier oder durch mit Rohei hergestellte Speisen hervorgerufen. Eine Belastung von Eiern mit Salmonellen ist auch bei strenger Kontrolle nicht völlig auszuschließen. Durch gründliches Erhitzen von Eiern oder Eiprodukten kann jedoch ein Großteil der Salmonellen-Infektionen vermieden werden. Achten Sie auf die gesetzlich vorgeschriebenen Hinweise auf der Verpackung: „Nach Kauf bei Kühlschranktemperatur aufbewahren“ und „Nach Ablauf des Mindesthaltbarkeitsdatums durcherhitzen“.

Verwenden Sie für Produkte wie Tiramisu und Mayonnaise, die rohe Eier enthalten, unbedingt frische Eier und essen Sie die Speisen sofort. Auch bei guter Kühlung sollten Tiramisu und Co. nur wenige Stunden aufgehoben werden. Lassen Sie sie im Sommer auf keinen Fall länger auf dem Buffet stehen. Haben Sie während des Kochens mit Eiern gearbeitet oder Eierschalen angefasst, waschen Sie sich die Hände. Reinigen Sie gründlich Kochutensilien, die mit rohem Ei oder der Eierschale in Kontakt gekommen sind, ehe sie mit anderen Lebensmitteln zusammen kommen. Lagern Sie Eier und Eierspeisen getrennt von anderen Lebensmitteln.

Nina Banspach | idw
Weitere Informationen:
http://www.bvl.bund.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Neuer Ansatz gegen Gastritis
10.08.2017 | Medizinische Hochschule Hannover

nachricht Wenn Schimmelpilze das Auge zerstören
10.08.2017 | Julius-Maximilians-Universität Würzburg

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Unterwasserroboter soll nach einem Jahr in der arktischen Tiefsee auftauchen

Am Dienstag, den 22. August wird das Forschungsschiff Polarstern im norwegischen Tromsø zu einer besonderen Expedition in die Arktis starten: Der autonome Unterwasserroboter TRAMPER soll nach einem Jahr Einsatzzeit am arktischen Tiefseeboden auftauchen. Dieses Gerät und weitere robotische Systeme, die Tiefsee- und Weltraumforscher im Rahmen der Helmholtz-Allianz ROBEX gemeinsam entwickelt haben, werden nun knapp drei Wochen lang unter Realbedingungen getestet. ROBEX hat das Ziel, neue Technologien für die Erkundung schwer erreichbarer Gebiete mit extremen Umweltbedingungen zu entwickeln.

„Auftauchen wird der TRAMPER“, sagt Dr. Frank Wenzhöfer vom Alfred-Wegener-Institut, Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung (AWI) selbstbewusst. Der...

Im Focus: Mit Barcodes der Zellentwicklung auf der Spur

Darüber, wie sich Blutzellen entwickeln, existieren verschiedene Auffassungen – sie basieren jedoch fast ausschließlich auf Experimenten, die lediglich Momentaufnahmen widerspiegeln. Wissenschaftler des Deutschen Krebsforschungszentrums stellen nun im Fachjournal Nature eine neue Technik vor, mit der sich das Geschehen dynamisch erfassen lässt: Mithilfe eines „Zufallsgenerators“ versehen sie Blutstammzellen mit genetischen Barcodes und können so verfolgen, welche Zelltypen aus der Stammzelle hervorgehen. Diese Technik erlaubt künftig völlig neue Einblicke in die Entwicklung unterschiedlicher Gewebe sowie in die Krebsentstehung.

Wie entsteht die Vielzahl verschiedener Zelltypen im Blut? Diese Frage beschäftigt Wissenschaftler schon lange. Nach der klassischen Vorstellung fächern sich...

Im Focus: Fizzy soda water could be key to clean manufacture of flat wonder material: Graphene

Whether you call it effervescent, fizzy, or sparkling, carbonated water is making a comeback as a beverage. Aside from quenching thirst, researchers at the University of Illinois at Urbana-Champaign have discovered a new use for these "bubbly" concoctions that will have major impact on the manufacturer of the world's thinnest, flattest, and one most useful materials -- graphene.

As graphene's popularity grows as an advanced "wonder" material, the speed and quality at which it can be manufactured will be paramount. With that in mind,...

Im Focus: Forscher entwickeln maisförmigen Arzneimittel-Transporter zum Inhalieren

Er sieht aus wie ein Maiskolben, ist winzig wie ein Bakterium und kann einen Wirkstoff direkt in die Lungenzellen liefern: Das zylinderförmige Vehikel für Arzneistoffe, das Pharmazeuten der Universität des Saarlandes entwickelt haben, kann inhaliert werden. Professor Marc Schneider und sein Team machen sich dabei die körpereigene Abwehr zunutze: Makrophagen, die Fresszellen des Immunsystems, fressen den gesundheitlich unbedenklichen „Nano-Mais“ und setzen dabei den in ihm enthaltenen Wirkstoff frei. Bei ihrer Forschung arbeiteten die Pharmazeuten mit Forschern der Medizinischen Fakultät der Saar-Uni, des Leibniz-Instituts für Neue Materialien und der Universität Marburg zusammen Ihre Forschungsergebnisse veröffentlichten die Wissenschaftler in der Fachzeitschrift Advanced Healthcare Materials. DOI: 10.1002/adhm.201700478

Ein Medikament wirkt nur, wenn es dort ankommt, wo es wirken soll. Wird ein Mittel inhaliert, muss der Wirkstoff in der Lunge zuerst die Hindernisse...

Im Focus: Exotische Quantenzustände: Physiker erzeugen erstmals optische „Töpfe" für ein Super-Photon

Physikern der Universität Bonn ist es gelungen, optische Mulden und komplexere Muster zu erzeugen, in die das Licht eines Bose-Einstein-Kondensates fließt. Die Herstellung solch sehr verlustarmer Strukturen für Licht ist eine Voraussetzung für komplexe Schaltkreise für Licht, beispielsweise für die Quanteninformationsverarbeitung einer neuen Computergeneration. Die Wissenschaftler stellen nun ihre Ergebnisse im Fachjournal „Nature Photonics“ vor.

Lichtteilchen (Photonen) kommen als winzige, unteilbare Portionen vor. Viele Tausend dieser Licht-Portionen lassen sich zu einem einzigen Super-Photon...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

European Conference on Eye Movements: Internationale Tagung an der Bergischen Universität Wuppertal

18.08.2017 | Veranstaltungen

Einblicke ins menschliche Denken

17.08.2017 | Veranstaltungen

Eröffnung der INC.worX-Erlebniswelt während der Technologie- und Innovationsmanagement-Tagung 2017

16.08.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Eine Karte der Zellkraftwerke

18.08.2017 | Biowissenschaften Chemie

Chronische Infektionen aushebeln: Ein neuer Wirkstoff auf dem Weg in die Entwicklung

18.08.2017 | Biowissenschaften Chemie

Computer mit Köpfchen

18.08.2017 | Informationstechnologie