Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Drogen und Sexualität weniger wichtig

13.05.2002


Streitthemen zwischen Jugendlichen und Eltern

Ordnung, Mithilfe im Haushalt und das Verhalten gegenüber den Eltern sind neben der Zukunftsplanung der Jugendlichen die konfliktträchtigsten Diskussionspunkte zwischen Eltern und ihren heranwachsenden Kindern. Die Heftigkeit der Streitigkeiten wird dabei von Faktoren wie Wohnverhältnissen, Berufszugehörigkeit der Eltern und der Existenz von Geschwistern kaum beeinflusst. Zu diesem Ergebnis gelangt Dr. Klaus Hoppig in einer Untersuchung, die er an der Klinik und Poliklinik für Psychiatrie und Psychotherapie des Kindes- und Jugendalters der Universität zu Köln erstellt hat und in deren Rahmen die einzelnen Familienmitglieder zu Häufigkeit und Heftigkeit der Diskussionen um bestimmte Themen befragt wurden.

Innerhalb der Familien ist eine gewisse Rollenzuweisung bei der Auseinandersetzung über Konfliktthemen zu beobachten: Zwischen Vätern und Töchtern finden besonders heftige Streitigkeiten um den Bereich Telefonanrufe bzw. Telefonrechnung statt, Söhne sehen den Grund für vehemente Auseinandersetzungen mit dem Vater eher in schlechten Schulnoten. Mit der Mutter wird - sowohl von Mädchen wie auch von Jungen - vor allem über das Aufräumen gestritten, während dieses Thema gerade zwischen Vätern und Töchtern kaum eine Rolle spielt.

Hinter den Bereich des alltäglichen Umgangs und des schulischen bzw. beruflichen Werdegangs fallen Themenkomplexe wie der Umgang mit dem eigenen Geld und die Gestaltung der Freizeit zurück. Auch Diskussionen um Alkohol, Drogen, Sexualität und Verhütung kommen seltener vor, obwohl diese Themen Jugendliche ebenfalls stark beschäftigen. Über den Freund oder die Freundin des Jugendlichen wie auch über den gesamten Freundeskreis wird zwar vergleichsweise häufig gestritten, jedoch verlaufen die Diskussionen weniger heftig als bei den Hauptstreitthemen.

In der Benennung der häufigsten Konfliktthemen wie auch in der Bewertung der Streitheftigkeit stimmen die Antworten der Mutter eher mit den Einschätzungen des Jugendlichen überein als die des Vaters. Dies zeigt sich zum einen in der Rangfolge der am häufigsten diskutierten Streitthemen, die zwischen Mutter und ihren Kindern auf den ersten fünf, zwischen Vater und Jugendlichen nur auf den ersten beiden Positionen identisch sind. Zum anderen werden die Streitgespräche seitens des Vaters tendenziell heftiger eingeschätzt als aus der Sicht von Sohn bzw. Tochter. Die größte Abweichung ergibt sich in der Gruppe der 17-jährigen Jugendlichen. Erklären läßt sich diese Beobachtung, so Dr. Hoppig, möglicherweise durch den Umstand, dass die Heranwachsenden mit dem Vater weniger Berührungs- und Reibungspunkte sehen als mit der Mutter. Gerade die älteren Jugendlichen können ein Gefühl von Unabhängigkeit und Interesselosigkeit zeigen, welches von den Vätern als problematisch empfunden werde.

Geschlechtsspezifische Unterschiede zwischen Jungen und Mädchen zeigen sich vor allem in der Vehemenz der Konflikte: Streitigkeiten mit Jungen verlaufen heftiger als Diskussionen zwischen Mädchen und ihren Eltern. In dieser Einschätzung stimmen sowohl die Antworten der Jungen selbst als auch die Bewertung der einzelnen Elternteile überein. Gegensätzlich ist darüber hinaus die altersgemäße Entwicklung der Streitheftigkeit: Während bei den Mädchen die Gruppe der 14-15 -jährigen ihre Konflikte mit der größten Vehemenz austrägt, erreicht bei den Jungen die Intensität der Diskussionen gerade im Alter von 16 und 17 Jahren ihre Spitze.

In den seltensten Fällen werden die Konflikte durch die Streitgespräche gelöst. Meist beharren die Teilnehmer auf ihren Positionen, das Ende der Diskussion wird dann etwa durch einen Themenwechsel herbeigeführt. Kompromisslösungen werden erst mit zunehmendem Alter des Jugendlichen häufiger.

Verantwortlich: Dr. Wolfgang Mathias

Für Rückfragen steht Ihnen Professor Dr. Gerd Lehmkuhl unter der Telefonnummer 0221/478-4370, der Faxnummer 0221/478-6104 und unter der Email-Adresse Gerd.Lehmkuhl@medizin.uni-koeln.de zur Verfügung.

Gabriele Rutzen | idw

Weitere Berichte zu: Sexualität

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Kommunikation ist alles – auch im Immunsystem
28.11.2017 | Universitätsklinikum Magdeburg

nachricht Wie der Stoffwechsel im Zellkern (Krebs-)Gene kontrolliert
28.11.2017 | CeMM Forschungszentrum für Molekulare Medizin der Österreichischen Akademie der Wissenschaften

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Scientists channel graphene to understand filtration and ion transport into cells

Tiny pores at a cell's entryway act as miniature bouncers, letting in some electrically charged atoms--ions--but blocking others. Operating as exquisitely sensitive filters, these "ion channels" play a critical role in biological functions such as muscle contraction and the firing of brain cells.

To rapidly transport the right ions through the cell membrane, the tiny channels rely on a complex interplay between the ions and surrounding molecules,...

Im Focus: Stabile Quantenbits

Physiker aus Konstanz, Princeton und Maryland schaffen ein stabiles Quantengatter als Grundelement für den Quantencomputer

Meilenstein auf dem Weg zum Quantencomputer: Wissenschaftler der Universität Konstanz, der Princeton University sowie der University of Maryland entwickeln ein...

Im Focus: Realer Versuch statt virtuellem Experiment: Erfolgreiche Prüfung von Nanodrähten

Mit neuartigen Experimenten enträtseln Forscher des Helmholtz-Zentrums Geesthacht und der Technischen Universität Hamburg, warum winzige Metallstrukturen extrem fest sind

Ultraleichte und zugleich extrem feste Werkstoffe – poröse Nanomaterialien aus Metall versprechen hochinteressante Anwendungen unter anderem für künftige...

Im Focus: Geburtshelfer und Wegweiser für Photonen

Gezielt Photonen erzeugen und ihren Weg kontrollieren: Das sollte mit einem neuen Design gelingen, das Würzburger Physiker für optische Antennen erarbeitet haben.

Atome und Moleküle können dazu gebracht werden, Lichtteilchen (Photonen) auszusenden. Dieser Vorgang verläuft aber ohne äußeren Eingriff ineffizient und...

Im Focus: Towards data storage at the single molecule level

The miniaturization of the current technology of storage media is hindered by fundamental limits of quantum mechanics. A new approach consists in using so-called spin-crossover molecules as the smallest possible storage unit. Similar to normal hard drives, these special molecules can save information via their magnetic state. A research team from Kiel University has now managed to successfully place a new class of spin-crossover molecules onto a surface and to improve the molecule’s storage capacity. The storage density of conventional hard drives could therefore theoretically be increased by more than one hundred fold. The study has been published in the scientific journal Nano Letters.

Over the past few years, the building blocks of storage media have gotten ever smaller. But further miniaturization of the current technology is hindered by...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Innovative Strategien zur Bekämpfung von parasitären Würmern

08.12.2017 | Veranstaltungen

Hohe Heilungschancen bei Lymphomen im Kindesalter

07.12.2017 | Veranstaltungen

Der Roboter im Pflegeheim – bald Wirklichkeit?

05.12.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Einmal durchleuchtet – dreifacher Informationsgewinn

11.12.2017 | Physik Astronomie

Kaskadennutzung auch bei Holz positiv

11.12.2017 | Agrar- Forstwissenschaften

Meilenstein in der Kreissägetechnologie

11.12.2017 | Energie und Elektrotechnik