Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Spezielle Bestrahlungstechniken bei Prostatakrebs

13.11.2000


Neben der Radikaloperation und der Hormontherapie haben sich bei der Behandlung von Prostatakrebs in den letzten Jahren auch verschiedene Bestrahlungstechniken etabliert. Um in jedem Fall individuell die optimale
Therapieentscheidung treffen und die Behandlung auch vor Ort durchführen zu können, ist es wichtig, dass Zentren über das gesamte Behandlungsspektrum verfügen. An der Universität Münster konnten jetzt in Kooperation der Klinik für Strahlentherapie - Radioonkologie unter der Leitung von Prof. Dr. Normann Willich und der Klinik für Urologie unter der Leitung von Prof. Dr. Lothar Hertle sukzessive verschiedene spezielle Bestrahlungstechniken eingeführt werden. Vorgestellt werden die verschiedenen Behandlungskonzepte bei Prostatakrebs am kommenden Samstag, 18. November 2000, im Rahmen einer Fortbildungsveranstaltung im Lehrgebäude des Zentralklinikums der Universität Münster.

Bisher stand für Patienten, bei denen keine Operation durchführbar war oder die einen chirurgischen Eingriff ablehnten, die "konformale" Bestrahlung der Prostata zur Verfügung. Diese moderne Kleinfeldtechnik der Bestrahlung von außen mit geringem Nebenwirkungsrisiko stellt auch weiterhin die Grundlage der Strahlentherapie dar. Um jedoch eine höhere Strahlendosis applizieren zu können und damit die Tumorkontrolle weiter zu verbessern, kann die Bestrahlungsserie von außen seit Frühjahr diesen Jahres durch eine so genannte Brachytherapie ergänzt werden. Bei diesem in Narkose durchgeführtem Verfahren erfolgt über Hohlnadeln eine Bestrahlung der Prostata von innen. Da gesundes Gewebe nicht durchdrungen werden muss, kann diese Bestrahlung mit erhöhter Dosis durchgeführt werden.

Als weitere Bestrahlungstechnik ist die "Seed-Implantation" hinzugekommen: Ebenfalls unter Narkose werden dabei millimeterkleine radioaktive Kugeln über Hohlnadeln in die Prostata implantiert. Der Vorteil dieser Methode, die sich bei Patienten mit kleinen Prostatakarzinomen von vergleichsweise geringer Aggressivität eignet, liegt darin, dass die gesamte Strahlenbehandlung mit nur einer einzigen Applikation erfolgen kann. Darüber hinaus ist es auch möglich, die Behandlung ambulant durchzuführen. Wie bei der Brachytherapie kann auch bei diesem Bestrahlungsverfahren eine hohe Tumordosis bei vergleichsweise
geringen Nebenwirkungen erreicht werden. Insbesondere Impotenz und Inkontinenz, welche die Hauptprobleme bei der Radikaloperation darstellen, treten wesentlich seltener auf.

Wie Dr. Frank Witt von der Klinik für Strahlentherapie der Universität Münster betont, geht es nicht darum , neue Standards zu definieren. Dies sei auch gar nicht möglich, da die Radikaloperation bei Prostatakrebs unbestritten die Standardtherapie darstelle. Vielmehr sei jetzt die Möglichkeit geschaffen worden, für jeden Patienten aus der Vielfalt der Behandlungsmöglichkeiten optimal auswählen zu können.

Die von Dr. Ulrich Schäfer, leitender Oberarzt der Klinik für Strahlentherapie - Radioonkologie der Universität Münster, moderierte vierstündige Fortbildungsveranstaltung beginnt am Samstag, 18.November 2000, um 9 Uhr im Hörsaal L 30 im Lehrgebäude des Zentralklinikums. Veranstaltet wird sie von der Akademie für ärztliche Fortbildung der Ärztekammer Westfalen-Lippe und der Kassenärztlichen Vereinigung in Zusammenarbeit mit den Kliniken für Strahlentherapie/Radioonkologie und für Urologie der Westfälischen Wilhelms-Universität sowie dem Tumorzentrum Münsterland e.V.. Weiter Informationen sind im Internet unter http://medweb.uni-muenster.de/institute/radonk/prostata.htm erhältlich.

Weitere Informationen finden Sie im WWW:

Jutta Reising | idw

Weitere Berichte zu: Bestrahlungstechnik Prostata Prostatakrebs Strahlentherapie

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Makula-Degeneration – Deutschlands häufigste Augenerkrankung braucht mehr Aufmerksamkeit
30.05.2017 | Deutsche Ophthalmologische Gesellschaft

nachricht Sind Epilepsie-Patienten wetterfühlig?
23.05.2017 | Universitätsklinikum Jena

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Neue Methode zur Charakterisierung von Graphen

Wissenschaftler haben eine neue Methode entwickelt, um die Eigenschaften von Graphen ohne das Anlegen störender elektrischer Kontakte zu charakterisieren. Damit lassen sich gleichzeitig der Widerstand und die Quantenkapazität von Graphen sowie von anderen zweidimensionalen Materialien untersuchen. Dies berichten Forscher vom Swiss Nanoscience Institute und Departement Physik der Universität Basel im Wissenschaftsjournal «Physical Review Applied».

Graphen besteht aus einer einzigen Lage von Kohlenstoffatomen. Es ist transparent, härter als Diamant, stärker als Stahl, dabei aber flexibel und ein deutlich...

Im Focus: New Method of Characterizing Graphene

Scientists have developed a new method of characterizing graphene’s properties without applying disruptive electrical contacts, allowing them to investigate both the resistance and quantum capacitance of graphene and other two-dimensional materials. Researchers from the Swiss Nanoscience Institute and the University of Basel’s Department of Physics reported their findings in the journal Physical Review Applied.

Graphene consists of a single layer of carbon atoms. It is transparent, harder than diamond and stronger than steel, yet flexible, and a significantly better...

Im Focus: Detaillierter Blick auf molekularen Gifttransporter

Transportproteine in unseren Körperzellen schützen uns vor gewissen Vergiftungen. Forschende der ETH Zürich und der Universität Basel haben nun die hochaufgelöste dreidimensionale Struktur eines bedeutenden menschlichen Transportproteins aufgeklärt. Langfristig könnte dies helfen, neue Medikamente zu entwickeln.

Fast alle Lebewesen haben im Lauf der Evolution Mechanismen entwickelt, um Giftstoffe, die ins Innere ihrer Zellen gelangt sind, wieder loszuwerden: In der...

Im Focus: Neue Methode für die Datenübertragung mit Licht

Der steigende Bedarf an schneller, leistungsfähiger Datenübertragung erfordert die Entwicklung neuer Verfahren zur verlustarmen und störungsfreien Übermittlung von optischen Informationssignalen. Wissenschaftler der Universität Johannesburg, des Instituts für Angewandte Optik der Friedrich-Schiller-Universität Jena und des Leibniz-Instituts für Photonische Technologien Jena (Leibniz-IPHT) präsentieren im Fachblatt „Journal of Optics“ eine neue Möglichkeit, glasfaserbasierte und kabellose optische Datenübertragung effizient miteinander zu verbinden.

Dank des Internets können wir in Sekundenbruchteilen mit Menschen rund um den Globus in Kontakt treten. Damit die Kommunikation reibungslos funktioniert,...

Im Focus: Strathclyde-led research develops world's highest gain high-power laser amplifier

The world's highest gain high power laser amplifier - by many orders of magnitude - has been developed in research led at the University of Strathclyde.

The researchers demonstrated the feasibility of using plasma to amplify short laser pulses of picojoule-level energy up to 100 millijoules, which is a 'gain'...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Wissenschaftsforum Chemie 2017

30.05.2017 | Veranstaltungen

Erfolgsfaktor Digitalisierung

30.05.2017 | Veranstaltungen

Lebensdauer alternder Brücken - prüfen und vorausschauen

29.05.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Neue Methode zur Charakterisierung von Graphen

30.05.2017 | Physik Astronomie

Riesenfresszellen steuern die Entwicklung von Nerven und Blutgefäßen im Gehirn

30.05.2017 | Biowissenschaften Chemie

Nano-U-Boot mit Selbstzerstörungs-Mechanismus

30.05.2017 | Biowissenschaften Chemie