Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Regelmäßiger Check-up nach der Transplantation bewahrt vor Hautkrebserkrankung

20.11.2007
Neue Sprechstunde für transplantierte Patienten an der Universitäts-Hautklinik Heidelberg / Impfstoff gegen Hautkrebs in der Entwicklung

Eine Transplantation schenkt ein neues Leben - doch nicht immer ohne Erkrankungen und Beschwerden. Medikamente gegen die Abstoßung des fremden Organs, sogenannte Immunsuppressiva, erhöhen das Risiko für Erkrankungen, vor allem für Hauttumoren.

Damit diese frühzeitig erkannt und entfernt werden können, hat die Heidelberger Universitäts-Hautklinik seit Oktober eine Sprechstunde (Dienstags von 8 bis 16 Uhr) zur Früherkennung von Hauttumoren eingerichtet, speziell für transplantierte Patienten. Das Heidelberger Klinikum ist nach Berlin und Essen das dritte Universitätsklinikum, das diese Haut-Tumorsprechstunde anbietet.

Mehr als hundertfach erhöht ist das Risiko, nach einer Transplantation einen Hauttumor zu entwickeln. Dabei ist es nicht nur das bekannte Melanom, der sogenannte schwarze Hautkrebs, an dem viele Patienten leiden, sondern häufig der "weiße" Hautkrebs, etwa Plattenepithel- oder Basalzell-Karzinome.

Medikamente gegen Organabstoßung begünstigen Krebsentstehung

Durch die Einnahme der immunsuppressiven Medikamente ist der Verlauf dieser Erkrankungen oft aggressiver, erklärt Professor Dr. Alexander Enk, Ärztlicher Direktor der Universitäts-Hautklinik Heidelberg, der diese Sprechstunde gemeinsam mit Professor Dr. Dirk Jäger vom Nationalen Centrum für Tumorerkrankungen (NCT), und Kollegen, die am Universitätsklinikum Heidelberg transplantierte Patienten betreuen, ins Leben gerufen hat. Ein Grund zur Panik bestehe nach einer Transplantation nicht: "Wenn die Patienten aufmerksam sind und ihre Haut regelmäßig in der Sprechstunde untersucht wird, kann der Krebs frühzeitig erkannt werden und die Erkrankung hat eine gute Prognose", sagt Professor Enk.

Seit dem 1. Oktober bietet die Heidelberger Hautklinik die Tumorsprechstunde an, derzeit einmal wöchentlich immer dienstags von 8 bis 16 Uhr. "Die Resonanz ist sehr gut", berichtet Professor Enk. Bereits 50 Patienten, überwiegend aus dem Rhein-Neckar-Raum, seien in den ersten vier Wochen gekommen, Tendenz steigend. Etwa zehn Hautkrebsfälle konnten frühzeitig diagnostiziert und behandelt werden.

"Wir sehen uns den ganzen Körper der Patienten an, vor allem die Bereiche, die von der Sonne bestrahlt werden", beschreibt Professor Enk die Prozedur. "Und wir beraten die Patienten über Möglichkeiten der Prophylaxe und der Früherkennung". Werden Tumoren diagnostiziert, ist es in einem frühen Stadium oft bereits damit getan, sie herauszuschneiden oder mit UV-Licht zu bestrahlen.

Impfung gegen Papillomviren soll vor Hautkrebs schützen / Kooperation mit dem Deutschen Krebsforschungszentrum

Die Tumoren werden nicht nur herausgeschnitten, sondern auch wissenschaftlich untersucht. "Für die Entstehung vieler Hauttumoren ist eine frühere Infektion mit dem humanen Papillomvirus (HPV) verantwortlich", erläutert Professor Enk. Die jeweilige Variante dieses Virus ist im Tumor nachweisbar, daher werden die entfernten Zellen genau untersucht und klassifiziert.

Die Heidelberger erhoffen sich langfristig die Möglichkeit, einen Impfstoff gegen die Viren und damit die Tumorneubildung zu entwickeln, wie es gegen den ebenfalls durch Papillomviren hervorgerufenen Gebärmutterhalskrebs bereits gelungen ist. Kooperationspartner der Universitäts-Hautklinik Heidelberg ist Professor Dr. Lutz Gissmann am Deutschen Krebsforschungszentrum, der die wissenschaftlichen Grundlagen für die Impfung gegen den Gebärmutterhalskrebs gelegt hatte.

Sprechstunde (Dienstags von 8 bis 16 Uhr):
Tel.: 06221 / 56 4801
(Ambulanz des Nationalen Centrums für Tumorerkrankungen Heidelberg)
Bei Rückfragen von Journalisten:
Dr. Annette Tuffs
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit des Universitätsklinikums Heidelberg
und der Medizinischen Fakultät der Universität Heidelberg
Im Neuenheimer Feld 672
69120 Heidelberg
Tel.: 06221 / 56 45 36
Fax: 06221 / 56 45 44
E-Mail: annette.tuffs(at)med.uni-heidelberg.de

Dr. Annette Tuffs | idw
Weitere Informationen:
http://www.klinikum.uni-heidelberg.de/presse

Weitere Berichte zu: Hautkrebs Hauttumor Krebsforschungszentrum Transplantation

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Therapieansatz: Kombination von Neuroroboter und Hirnstimulation aktiviert ungenutzte Nervenbahnen
16.01.2018 | Universitätsklinikum Tübingen

nachricht Europäisches Forschungsteam trickst Ebolavirus aus
16.01.2018 | Philipps-Universität Marburg

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Forscher entschlüsseln zentrales Reaktionsprinzip von Metalloenzymen

Sogenannte vorverspannte Zustände beschleunigen auch photochemische Reaktionen

Was ermöglicht den schnellen Transfer von Elektronen, beispielsweise in der Photosynthese? Ein interdisziplinäres Forscherteam hat die Funktionsweise wichtiger...

Im Focus: Scientists decipher key principle behind reaction of metalloenzymes

So-called pre-distorted states accelerate photochemical reactions too

What enables electrons to be transferred swiftly, for example during photosynthesis? An interdisciplinary team of researchers has worked out the details of how...

Im Focus: Erstmalige präzise Messung der effektiven Ladung eines einzelnen Moleküls

Zum ersten Mal ist es Forschenden gelungen, die effektive elektrische Ladung eines einzelnen Moleküls in Lösung präzise zu messen. Dieser fundamentale Fortschritt einer vom SNF unterstützten Professorin könnte den Weg für die Entwicklung neuartiger medizinischer Diagnosegeräte ebnen.

Die elektrische Ladung ist eine der Kerneigenschaften, mit denen Moleküle miteinander in Wechselwirkung treten. Das Leben selber wäre ohne diese Eigenschaft...

Im Focus: The first precise measurement of a single molecule's effective charge

For the first time, scientists have precisely measured the effective electrical charge of a single molecule in solution. This fundamental insight of an SNSF Professor could also pave the way for future medical diagnostics.

Electrical charge is one of the key properties that allows molecules to interact. Life itself depends on this phenomenon: many biological processes involve...

Im Focus: Wie Metallstrukturen effektiv helfen, Knochen zu heilen

Forscher schaffen neue Generation von Knochenimplantaten

Wissenschaftler am Julius Wolff Institut, dem Berlin-Brandenburger Centrum für Regenerative Therapien und dem Centrum für Muskuloskeletale Chirurgie der...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

2. Hannoverscher Datenschutztag: Neuer Datenschutz im Mai – Viele Unternehmen nicht vorbereitet!

16.01.2018 | Veranstaltungen

Fachtagung analytica conference 2018

15.01.2018 | Veranstaltungen

Tagung „Elektronikkühlung - Wärmemanagement“ vom 06. - 07.03.2018 in Essen

11.01.2018 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Rittal mit neuem Onlineauftritt - Lösungskompetenz für alle IT-Szenarien

16.01.2018 | Unternehmensmeldung

Die „dunkle“ Seite der Spin-Physik

16.01.2018 | Physik Astronomie

Wetteranomalien verstärken Meereisschwund

16.01.2018 | Geowissenschaften