Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Immissionsschutz trägt Früchte

15.11.2000


Dioxinbelastung in Lebensmitteln deutlich gesunken

Die Belastung der Lebensmittel mit Dioxinen ist in den letzten Jahren deutlich zurückgegangen. Zu diesem Ergebnis kommt eine Untersuchung der im Verbund "Produkt- und Ernährungsforschung" zusammengeschlossenen Bundesforschungsanstalten. In Zusammenarbeit mit vier Schwestereinrichtungen haben Wissenschaftler der Bundesanstalt für Milchforschung in Kiel in den letzten Jahren die Dioxinwerte in den wichtigsten Lebensmitteln bestimmt. Danach nimmt ein durchschnittlicher erwachsener Bundesbürger über die Nahrung nur noch rund ein Drittel der Dioxinmenge auf, mit der er zu Beginn der 90er-Jahre konfrontiert war. Die wichtigste Ursache für diese Entwicklung sehen die Experten der Bundesforschungsanstalten in der Tatsache, dass die gesetzlichen Maßnahmen zum Immissionsschutz wirksam greifen und zu einer erheblichen Drosselung des Dioxineintrags in die Umwelt geführt haben.

Dioxine sind hochgiftige chlororganische Verbindungen, die bei Verbrennungsprozessen entstehen und nahezu überall in Spuren gefunden werden können. Durch ihre gute Fettlöslichkeit und ihre Langlebigkeit reichern sie sich in der Nahrungskette an. Der Mensch nimmt diese Substanzen zum allergrößten Teil mit fetthaltigen Lebensmitteln tierischen Ursprungs auf, also durch den Verzehr von Milchprodukten, Fleisch, Fisch und Eiern.

In der neuen Ausgabe des ForschungsReports, dem Wissenschaftsmagazin des Senats der Bundesforschungsanstalten, stellen Dr. Albrecht Blüthgen und Mitarbeiter von der Bundesanstalt für Milchforschung die Untersuchung vor. Demnach hat sich die Dioxinmenge, die der Verbraucher durch Milch und Milchprodukte täglich zu sich nimmt, in den letzten acht Jahren halbiert. Noch stärker fallen die Rückgänge bei Fleisch, Fisch und Eiern aus. So beträgt die Dioxinzufuhr durch Fisch nur noch knapp 20 % des Wertes von 1992.

Nach den Ergebnissen der Kieler Untersuchungen nimmt der Bundesbürger pro Tag durchschnittlich 43,8 Pikogramm iTE (internationale Toxizitätsäquivalente) Dioxin mit der Nahrung auf; davon rund 45 Prozent mit Milch und Milchprodukten wie Butter, 32 Prozent mit Fleisch und 13 Prozent mit Fisch. Umgerechnet auf das Körpergewicht ergibt das eine Dioxinzufuhr von etwa 0,7 Pikogramm iTE pro Kilogramm. Damit wird der in Deutschland zur gesundheitlichen Vorsorge aufgestellte "Zielwert" der täglichen Aufnahmemenge von 1 Pikogramm iTE pro Kilogramm Körpergewicht nur zu rund zwei Dritteln ausgeschöpft. Der Wert "1 Pikogramm" liegt deutlich unter einer toxikologisch wirksamen Größe und wurde national 1990 mit dem Ziel aufgestellt, die damals noch vorhandene Dioxin-Belastung langfristig weiter zu senken.

Die Tatsache, dass dieses Ziel erreicht wurde, schreiben die Kieler Milchforscher vor allem den gesetzlichen Regelungen zur Eindämmung des Dioxin-Ausstoßes zu. Im Zuge der wissenschaftlichen Beratung der politischen Entscheidungsträger - eine Kernaufgabe der Bundesforschungsanstalten - hatten sie bereits vor Jahren darauf hingewiesen, dass die Verbraucher auf diese Weise wirkungsvoller geschützt werden könnten als durch die Einführung einer starren Höchstmengenregelung. Der Grund: Beim Überschreiten von zulässigen Höchstmengen hätten die dioxinbelasteten Lebensmittel zwar aus dem Verkehr gezogen werden können, eine Ortung der emittierenden Dioxin-Quellen und die Verringerung ihres Ausstoßes wären dadurch aber nicht erfolgt. Gerade letzteres ist aber durch die Gesetze und Verordnungen zum Immissionsschutz sowie zur Abfall- und Kreislaufwirtschaft möglich geworden.

Der ForschungsReport 2/2000 mit dem Beitrag "Dioxine in Lebensmitteln" ist kostenlos zu beziehen über die Geschäftsstelle des Senats der Bundesforschungsanstalten, Tel.: 0531/299-3396, E-Mail: senat@bba.de

Dr. Michael Welling | idw

Weitere Berichte zu: Immissionsschutz

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Computermodell weist den Weg zu effektiven Kombinationstherapien bei Darmkrebs
13.12.2017 | Nationales Centrum für Tumorerkrankungen (NCT) Heidelberg

nachricht Gefäßregeneration: Wie sich Wunden schließen
12.12.2017 | Medizinische Hochschule Hannover

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Nanostrukturen steuern Wärmetransport: Bayreuther Forscher entdecken Verfahren zur Wärmeregulierung

Der Forschergruppe von Prof. Dr. Markus Retsch an der Universität Bayreuth ist es erstmals gelungen, die von der Temperatur abhängige Wärmeleitfähigkeit mit Hilfe von polymeren Materialien präzise zu steuern. In der Zeitschrift Science Advances werden diese fortschrittlichen, zunächst für Laboruntersuchungen hergestellten Funktionsmaterialien beschrieben. Die hiermit gewonnenen Erkenntnisse sind von großer Relevanz für die Entwicklung neuer Konzepte zur Wärmedämmung.

Von Schmetterlingsflügeln zu neuen Funktionsmaterialien

Im Focus: Lange Speicherung photonischer Quantenbits für globale Teleportation

Wissenschaftler am Max-Planck-Institut für Quantenoptik erreichen mit neuer Speichertechnik für photonische Quantenbits Kohärenzzeiten, welche die weltweite...

Im Focus: Long-lived storage of a photonic qubit for worldwide teleportation

MPQ scientists achieve long storage times for photonic quantum bits which break the lower bound for direct teleportation in a global quantum network.

Concerning the development of quantum memories for the realization of global quantum networks, scientists of the Quantum Dynamics Division led by Professor...

Im Focus: Electromagnetic water cloak eliminates drag and wake

Detailed calculations show water cloaks are feasible with today's technology

Researchers have developed a water cloaking concept based on electromagnetic forces that could eliminate an object's wake, greatly reducing its drag while...

Im Focus: Neue Einblicke in die Materie: Hochdruckforschung in Kombination mit NMR-Spektroskopie

Forschern der Universität Bayreuth und des Karlsruhe Institute of Technology (KIT) ist es erstmals gelungen, die magnetische Kernresonanzspektroskopie (NMR) in Experimenten anzuwenden, bei denen Materialproben unter sehr hohen Drücken – ähnlich denen im unteren Erdmantel – analysiert werden. Das in der Zeitschrift Science Advances vorgestellte Verfahren verspricht neue Erkenntnisse über Elementarteilchen, die sich unter hohen Drücken oft anders verhalten als unter Normalbedingungen. Es wird voraussichtlich technologische Innovationen fördern, aber auch neue Einblicke in das Erdinnere und die Erdgeschichte, insbesondere die Bedingungen für die Entstehung von Leben, ermöglichen.

Diamanten setzen Materie unter Hochdruck

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Mit allen Sinnen! - Sensoren im Automobil

14.12.2017 | Veranstaltungen

Materialinnovationen 2018 – Werkstoff- und Materialforschungskonferenz des BMBF

13.12.2017 | Veranstaltungen

Innovativer Wasserbau im 21. Jahrhundert

13.12.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Was für IT-Manager jetzt wichtig ist

14.12.2017 | Unternehmensmeldung

30 Baufritz-Läufer beim 25. Erkheimer Nikolaus-Straßenlauf

14.12.2017 | Unternehmensmeldung

Mit allen Sinnen! - Sensoren im Automobil

14.12.2017 | Veranstaltungsnachrichten