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Blockade von Dickdarmkrebs durch RNA Interferenz

05.10.2007
Eine wesentliche Schwierigkeit bei der Therapie von Krebserkrankungen, besteht darin, gezielt das Tumorgewebe zu treffen, ohne dabei gesundes Gewebe zu schädigen.

Dieses Problem kann umgangen werden, wenn die Therapie die molekularen Unterschiede zwischen normalen und Tumorzellen nutzt. An diesem Punkt setzt ein von der Wilhelm-Sander-Stiftung gefördertes Forschungsprojekt von Professor Jürgen Behrens an der Universität Erlangen-Nürnberg an.

Es soll versucht werden, ein in Dickdarmtumoren verändertes Gen durch Anwendung der RNA Interferenz Technologie zielgerichtet auszuschalten, um damit das Wachstum der Tumorzellen zu verringern, ohne mit der Funktion des intakten Gens in gesunden Zellen zu interferieren.

Dickdarmkrebs ist eine der häufigsten und schwerwiegendsten Tumorerkrankungen in Deutschland. Die Therapie besteht zurzeit primär aus der operativen Entfernung der befallenen Bereiche. Häufig ist eine zusätzliche Strahlen- und Chemotherapie notwendig, die allerdings zu Nebenwirkungen auf Grund der Schädigung von normalem Gewebe führt.

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»RNA »Tumorzellen

Eine Hauptursache für die Entstehung von Dickdarmtumoren ist das Auftreten von Veränderungen (Mutationen) in einem als APC bezeichneten Gen. In der Arbeitsgruppe von Professor Behrens wurde festgestellt, dass das mutierte APC Gen in den Tumorzellen eine wichtige Rolle für die Zellteilung spielt. Ein Ausschalten dieser Tumorvariante durch RNA Interferenz würde also zu einem verringerten Wachstum der Tumorzellen führen. Die RNA Interferenz ist eine molekularbiologische Methode, mit der es möglich ist, hochspezifisch die Funktion einzelner Gene auszuschalten, wobei selbst geringe Veränderungen in der Gensequenz zu drastischen Unterschieden in der Wirksamkeit führen. Da das in Tumorzellen vorliegende APC sich in wenigen, aber spezifischen Bausteinen von den intakten APC in gesunden Zellen unterscheidet, sollten diese von einer spezifischen RNA Interferenzbehandlung gegen mutiertes APC nicht in Mitleidenschaft gezogen werden. Ziel des Projekts ist es, solche RNA Interferenz Reagenzien zu entwickeln und deren Effekt auf das Wachstum von gesunden und Tumorzellen zu ermitteln. Die Studie soll helfen, die zielgerichtete RNA Interferenz als therapeutische Option bei Krebserkrankungen zu etablieren.

Prof. Dr. Jürgen Behrens
Nikolaus-Fiebiger-Zentrum für molekulare Medizin
Universität Erlangen-Nürnberg
Kontakt: Glückstr. 9, 91054 Erlangen
Telefon: 09131 852 91 10
Die Wilhelm Sander-Stiftung fördert dieses Forschungsprojekt mit über 160.000 €. Stiftungszweck der Stiftung ist die medizinische Forschung, insbesondere Projekte im Rahmen der Krebsbekämpfung. Seit Gründung der Stiftung wurden dabei insgesamt über 160 Mio. Euro für die Forschungsförderung in Deutschland und der Schweiz bewilligt. Die Stiftung geht aus dem Nachlass des gleichnamigen Unternehmers hervor, der 1973 verstorben ist.

Bernhard Knappe | idw
Weitere Informationen:
http://www.wilhelm-sander-stiftung.de

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