Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Den Geburtswehen auf der Spur

07.05.2007
Die Leibniz Universität Hannover erforscht die zuverlässige Vorhersage des Geburtszeitpunktes

Wäre es möglich, den Zeitpunkt der Geburt zuverlässig zu prognostizieren, könnten hochschwangere Frauen bis kurz vor der Entbindung in ihrem vertrauten Umfeld bleiben. Dies würde nicht nur die pränatale Stressbelastung verringern, sondern auch das damit verbundene latente Gefühl der Unsicherheit.

Die bisher in der Geburtshilfe verwendete Tokometrie (CTG) differenziert nicht zwischen Trainings- oder Geburtswehen einer Schwangeren und wird nur unmittelbar vor und während der Geburt eingesetzt. Eine zuverlässige Analyse der Trainingswehen, die die Gebärmutter schon Wochen vorher auf die Geburt vorbereiten, ist somit nicht möglich.

Forscher der Leibniz Universität Hannover arbeiten jetzt an einer neuen Methode, um zuverlässig zwischen Trainings- und Geburtswehen unterscheiden zu können. Die Diagnose von Früh- oder Problemgeburten wäre mit der neuen Methode ebenfalls möglich.

Dipl.-Ing. Lars Reicke vom Institut für Dynamik und Schwingungen der Leibniz Universität Hannover und Dr. med. Holger Maul, Leitender Oberarzt der Geburtshilfe im Universitätsklinikum Heidelberg, erproben in einem interdisziplinären Forschungsprojekt derzeit die Anwendung der Elektromyographie (EMG) in der Geburtshilfe. Die EMG ist ein in der Medizintechnik etabliertes Verfahren, welches die elektrische Spannung beim Aktivieren des Muskels misst. Mit dieser Methode wurden bisher Erkrankungen des Nervensystems und Muskelbeschwerden untersucht.

Der neue Forschungsansatz überträgt die Anwendung der Elektromyographie in die Geburtshilfe: Die elektrischen Signale der kontraktierenden Gebärmutter werden über zwei Oberflächenelektroden auf dem Bauch der Schwangeren mit einer speziellen Software aufgezeichnet Dies ist für die schwangere Frau völlig schmerzfrei. Danach extrahieren und analysieren die Forscher markante Einzelimpulse aus den gemessenen Rohsignalen. Sie versuchen dann, die charakteristischen Merkmale der Trainings- und Geburtswehen zu identifizieren und zu vergleichen. Ziel ist es, ein Gerät zu entwickeln, welches ähnlich wie der Cardio-Tokograph die Muskelaktivitäten der Gebärmutter misst und darüber hinaus zuverlässig zwischen Trainings- und Geburtswehen differenzieren kann.

Das Projekt befindet sich seit etwa 18 Monaten in der vorklinischen Phase. Mehr als 300 schwangere Frauen wurden bereits in die Studie einbezogen. Inzwischen konnten die Forscher zeigen, dass es mittels der EMG-Messungen möglich sein kann, eine Aussage über den Zeitpunkt der Geburt zu treffen. Noch in diesem Jahr werden die Wissenschaftler Forschungsgelder beantragen, um die Arbeit am Projekt zu intensivieren und weiter voranbringen zu können.

Dr. Stefanie Beier | Leibniz Universität Hannover
Weitere Informationen:
http://www.uni-hannover.de

Weitere Berichte zu: EMG Elektromyographie Geburtshilfe Geburtswehen Gebärmutter

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Verschwindende Äderchen: Diabetes schädigt kleine Blutgefäße am Herz und erhöht das Infarkt-Risiko
23.03.2017 | Technische Universität München

nachricht Ein Knebel für die Anstandsdame führt zu Chaos in Krebszellen
22.03.2017 | Wilhelm Sander-Stiftung

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Wegweisende Erkenntnisse für die Biomedizin: NAD⁺ hilft bei Reparatur geschädigter Erbinformationen

Eine internationale Forschergruppe mit dem Bayreuther Biochemiker Prof. Dr. Clemens Steegborn präsentiert in 'Science' neue, für die Biomedizin wegweisende Forschungsergebnisse zur Rolle des Moleküls NAD⁺ bei der Korrektur von Schäden am Erbgut.

Die Zellen von Menschen und Tieren können Schäden an der DNA, dem Träger der Erbinformation, bis zu einem gewissen Umfang selbst reparieren. Diese Fähigkeit...

Im Focus: Designer-Proteine falten DNA

Florian Praetorius und Prof. Hendrik Dietz von der Technischen Universität München (TUM) haben eine neue Methode entwickelt, mit deren Hilfe sie definierte Hybrid-Strukturen aus DNA und Proteinen aufbauen können. Die Methode eröffnet Möglichkeiten für die zellbiologische Grundlagenforschung und für die Anwendung in Medizin und Biotechnologie.

Desoxyribonukleinsäure – besser bekannt unter der englischen Abkürzung DNA – ist die Trägerin unserer Erbinformation. Für Prof. Hendrik Dietz und Florian...

Im Focus: Fliegende Intensivstationen: Ultraschallgeräte in Rettungshubschraubern können Leben retten

Etwa 21 Millionen Menschen treffen jährlich in deutschen Notaufnahmen ein. Im Kampf zwischen Leben und Tod zählt für diese Patienten jede Minute. Wenn sie schon kurz nach dem Unfall zielgerichtet behandelt werden können, verbessern sich ihre Überlebenschancen erheblich. Damit Notfallmediziner in solchen Fällen schnell die richtige Diagnose stellen können, kommen in den Rettungshubschraubern der DRF Luftrettung und zunehmend auch in Notarzteinsatzfahrzeugen mobile Ultraschallgeräte zum Einsatz. Experten der Deutschen Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin e.V. (DEGUM) schulen die Notärzte und Rettungsassistenten.

Mit mobilen Ultraschallgeräten können Notärzte beispielsweise innere Blutungen direkt am Unfallort identifizieren und sie bei Bedarf auch für Untersuchungen im...

Im Focus: Gigantische Magnetfelder im Universum

Astronomen aus Bonn und Tautenburg in Thüringen beobachteten mit dem 100-m-Radioteleskop Effelsberg Galaxienhaufen, das sind Ansammlungen von Sternsystemen, heißem Gas und geladenen Teilchen. An den Rändern dieser Galaxienhaufen fanden sie außergewöhnlich geordnete Magnetfelder, die sich über viele Millionen Lichtjahre erstrecken. Sie stellen die größten bekannten Magnetfelder im Universum dar.

Die Ergebnisse werden am 22. März in der Fachzeitschrift „Astronomy & Astrophysics“ veröffentlicht.

Galaxienhaufen sind die größten gravitativ gebundenen Strukturen im Universum, mit einer Ausdehnung von etwa zehn Millionen Lichtjahren. Im Vergleich dazu ist...

Im Focus: Giant Magnetic Fields in the Universe

Astronomers from Bonn and Tautenburg in Thuringia (Germany) used the 100-m radio telescope at Effelsberg to observe several galaxy clusters. At the edges of these large accumulations of dark matter, stellar systems (galaxies), hot gas, and charged particles, they found magnetic fields that are exceptionally ordered over distances of many million light years. This makes them the most extended magnetic fields in the universe known so far.

The results will be published on March 22 in the journal „Astronomy & Astrophysics“.

Galaxy clusters are the largest gravitationally bound structures in the universe. With a typical extent of about 10 million light years, i.e. 100 times the...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Rund 500 Fachleute aus Wissenschaft und Wirtschaft diskutierten über technologische Zukunftsthemen

24.03.2017 | Veranstaltungen

Lebenswichtige Lebensmittelchemie

23.03.2017 | Veranstaltungen

Die „Panama Papers“ aus Programmierersicht

22.03.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Rund 500 Fachleute aus Wissenschaft und Wirtschaft diskutierten über technologische Zukunftsthemen

24.03.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Förderung des Instituts für Lasertechnik und Messtechnik in Ulm mit rund 1,63 Millionen Euro

24.03.2017 | Förderungen Preise

TU-Bauingenieure koordinieren EU-Projekt zu Recycling-Beton von über sieben Millionen Euro

24.03.2017 | Förderungen Preise