Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Ursprung liegt im Dunkeln

31.01.2007
Wie können Krebsleiden mit unbekanntem Primärtumor behandelt werden? / Frühjahrssymposium des Onkologischen Arbeitskreises Heidelberg am 3. Februar 2007 im Deutschen Krebsforschungszentrums

Bei etwa zehn Prozent aller Patienten mit Krebs, der sich bereits im Körper ausgebreitet hat, ist der ursprüngliche Tumor unbekannt. Die Ärzte sprechen dann vom CUP-Syndrom (cancer of unknown primary). In seinem 26. Frühjahrssymposium am 3. Februar 2007 widmet sich der Onkologische Arbeitskreis Heidelberg dieser Diagnose unter dem Motto "CUP - eine Herausforderung an die interdisziplinäre Onkologie". Heidelberger Experten aus unterschiedlichen Disziplinen stellen von 9 bis 13 Uhr im Großen Hörsaal des Kommunikationszentrums im Deutschen Krebsforschungszentrum den Stand der Forschung, Diagnoseverfahren und Therapieoptionen vor.

Das Symposium wird veranstaltet vom Tumorzentrum Heidelberg/Mannheim und dem Nationalen Centrum für Tumorerkrankungen Heidelberg (NCT) in Zusammenarbeit mit der Akademie für ärztliche Fortbildung der Bezirksärztekammer Nordbaden.

Wenn zwar Absiedlungen (Metastasen) gefunden werden, aber nicht der Primärtumor, ist dieser möglicherweise zu klein oder aber nicht mehr vorhanden. Doch der Ausgangsort einer Krebserkrankung ist wichtig für die Therapie: Metastasen eines Tumors bestehen größtenteils aus demselben Gewebe wie dieser und reagieren entsprechend ähnlich auf Bestrahlung oder Chemotherapie: Sie sollten daher so behandelt werden wie der Primärtumor.

Gewebemarker sollen das Herkunftsorgan verraten

Ziel der Untersuchungen ist es daher, den Primärtumor und damit den Entstehungsort des Krebses ausfindig zu machen. Hier können Gewebeproben und bildgebende Verfahren wichtige Hinweise liefern. Doch lediglich bei 30 Prozent der Patienten verläuft diese Suche erfolgreich. "Bisher existieren kaum Empfehlungen bezüglich Diagnostik und Therapie", beschreibt Professor Dr. Markus W. Büchler, Vorsitzender des Tumorzentrums Heidelberg/Mannheim, in der Einladung zum Symposium die derzeitige Situation.

An einem neuen Ansatz, um den ursprünglichen Krankheitsherd aufzuspüren, arbeit man im NCT: "Wir bauen ein Programm für das CUP-Syndrom auf, bei dem wir den Entstehungsort anhand molekularer Marker in den Tumorzellen zu definieren suchen", erklärt Professor Dr. Dirk Jäger, Vorsitzender des Onkologischen Arbeitskreises Heidelberg. "In klinischen Studien wird geprüft, ob diese molekulare Diagnostik als Grundlage für Therapieentscheide von Bedeutung sein wird." Das Frühjahrssymposium wird neben einer Vorstellung des CUP-Syndroms auch auf diese Frage eingehen. Zudem werden weitere Möglichkeiten der Diagnostik, der Therapie sowie neue klinische Studien diskutiert.

Anmeldung:
Geschäftsstelle des Tumorzentrums Heidelberg/Mannheim
Tel.: 06221 / 56 6557, -58, -59
Ansprechpartner:
Dr. Ingrid Schamal
Koordinatorin des Tumorzentrums Heidelberg/Mannheim
Im Neuenheimer Feld 105/110, 69120 Heidelberg
Tel.: 06221 / 56 6558
E-Mail: ingrid.schamal@med.uni-heidelberg.de
Bei Rückfragen von Journalisten:
Dr. Annette Tuffs
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit des Universitätsklinikums Heidelberg
und der Medizinischen Fakultät der Universität Heidelberg
Im Neuenheimer Feld 672
69120 Heidelberg
Tel.: 06221 / 56 45 36
Fax: 06221 / 56 45 44
E-Mail: Annette_Tuffs@med.uni-heidelberg.de

Dr. Annette Tuffs | idw
Weitere Informationen:
http://www.klinikum.uni-heidelberg.de/presse

Weitere Berichte zu: CUP-Syndrom Diagnostik Primärtumor Tumorzentrum

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Entschlüsselung von Kommunikationswegen zwischen Tumor- und Immunzellen beim Eierstockkrebs
06.12.2016 | Wilhelm Sander-Stiftung

nachricht Tempo-Daten für das „Navi“ im Kopf
06.12.2016 | Deutsches Zentrum für Neurodegenerative Erkrankungen e.V. (DZNE)

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Poröse kristalline Materialien: TU Graz-Forscher zeigt Methode zum gezielten Wachstum

Mikroporöse Kristalle (MOFs) bergen große Potentiale für die funktionalen Materialien der Zukunft. Paolo Falcaro von der TU Graz et al zeigen in Nature Materials, wie man MOFs gezielt im großen Maßstab wachsen lässt.

„Metal-organic frameworks“ (MOFs) genannte poröse Kristalle bestehen aus metallischen Knotenpunkten mit organischen Molekülen als Verbindungselemente. Dank...

Im Focus: Gravitationswellen als Sensor für Dunkle Materie

Die mit der Entdeckung von Gravitationswellen entstandene neue Disziplin der Gravitationswellen-Astronomie bekommt eine weitere Aufgabe: die Suche nach Dunkler Materie. Diese könnte aus einem Bose-Einstein-Kondensat sehr leichter Teilchen bestehen. Wie Rechnungen zeigen, würden Gravitationswellen gebremst, wenn sie durch derartige Dunkle Materie laufen. Dies führt zu einer Verspätung von Gravitationswellen relativ zu Licht, die bereits mit den heutigen Detektoren messbar sein sollte.

Im Universum muss es gut fünfmal mehr unsichtbare als sichtbare Materie geben. Woraus diese Dunkle Materie besteht, ist immer noch unbekannt. Die...

Im Focus: Significantly more productivity in USP lasers

In recent years, lasers with ultrashort pulses (USP) down to the femtosecond range have become established on an industrial scale. They could advance some applications with the much-lauded “cold ablation” – if that meant they would then achieve more throughput. A new generation of process engineering that will address this issue in particular will be discussed at the “4th UKP Workshop – Ultrafast Laser Technology” in April 2017.

Even back in the 1990s, scientists were comparing materials processing with nanosecond, picosecond and femtosesecond pulses. The result was surprising:...

Im Focus: Wie sich Zellen gegen Salmonellen verteidigen

Bioinformatiker der Goethe-Universität haben das erste mathematische Modell für einen zentralen Verteidigungsmechanismus der Zelle gegen das Bakterium Salmonella entwickelt. Sie können ihren experimentell arbeitenden Kollegen damit wertvolle Anregungen zur Aufklärung der beteiligten Signalwege geben.

Jedes Jahr sind Salmonellen weltweit für Millionen von Infektionen und tausende Todesfälle verantwortlich. Die Körperzellen können sich aber gegen die...

Im Focus: Shape matters when light meets atom

Mapping the interaction of a single atom with a single photon may inform design of quantum devices

Have you ever wondered how you see the world? Vision is about photons of light, which are packets of energy, interacting with the atoms or molecules in what...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

NRW Nano-Konferenz in Münster

07.12.2016 | Veranstaltungen

Wie aus reinen Daten ein verständliches Bild entsteht

05.12.2016 | Veranstaltungen

Von „Coopetition“ bis „Digitale Union“ – Die Fertigungsindustrien im digitalen Wandel

02.12.2016 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Das Universum enthält weniger Materie als gedacht

07.12.2016 | Physik Astronomie

Partnerschaft auf Abstand: tiefgekühlte Helium-Moleküle

07.12.2016 | Physik Astronomie

Bakterien aus dem Blut «ziehen»

07.12.2016 | Biowissenschaften Chemie