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Prostatakarzinom: Immuntherapie mit dendritischen Zellen

22.01.2007
Bei bis zu 40% aller wegen Prostatakarzinom operierten Patienten kommt es zu einem Wiederanstieg des PSA-Wertes im Blut. Dieses sogenannte PSA-Rezidiv ist bei einem Drittel der Patienten Vorbote von Metastasen und damit einer unheilbaren Situation.

Die Arbeitsgruppe Zelluläre Immuntherapie der medizinischen Universitätsklinik Freiburg um Prof. Dr. Hendrik Veelken bietet betroffenen Patienten im Rahmen einer von der Wilhelm-Sander-Stiftung geförderten klinischen Studie eine Immuntherapie an, die bei Patienten mit fortgeschrittenem Prostatakarzinom bereits eine gute Wirksamkeit gezeigt hat.

Das PSA-Rezidiv ist eine häufige und gefürchtete Situation nach Operation eines Prostatakarzinoms. In einem Drittel dieser Fälle kommt es im weiteren Verlauf zu Metastasen, dann ist die Krankheit auch mithilfe von Hormon- oder Chemotherapie nicht mehr heilbar. Meist kann eine Hormontherapie das Tumorwachstum zunächst aufhalten. Sie ist jedoch nebenwirkungsreich, und bislang konnte nicht gezeigt werden, daß eine frühe Hormontherapie das Auftreten von Metastasen verhindern und die Überlebenszeit verlängern kann.

In einer klinischen Studie bei Patienten mit fortgeschrittenem Prostatakarzinom konnten mit einer Immuntherapie mit dendritischen Zellen bei der Hälfte der Patienten vorübergehende Anti-Tumorwirkungen und tumorspezifische Reaktionen des Immunsystems erzielt werden. Ein möglicher Grund für das Versagen der Immuntherapie bei einigen Patienten könnte neben dem fortgeschrittenen Tumorwachstum das Vorherrschen sogenannter regulatorischer T-Zellen sein, Immunzellen, die darauf spezialisiert sind, eine Immunantwort, in diesem Fall also eine Anti-Tumor-Antwort, zu unterdrücken.

In einer neuen Studie sollen nun Patienten mit PSA-Rezidiv behandelt werden, bei denen aufgrund der geringen Tumorlast und des unbeeinträchtigten Immunsystem eine eher höhere Ansprechrate zu erwarten ist. Sollte jedoch die alleinige Gabe mit dendritischen Zellen nicht erfolgreich sein, ist zusätzlich die Gabe von Cyclophosphamid in einer niedrigen, gut verträglichen Dosis vorgesehen. Dieses kann nachweislich die regulatorischen T-Zellen eliminieren. Die Ärzte hoffen so die Wirksamkeit ihrer Immunisierungsstrategie noch erhöhen zu können.

Kontakt:
Dr. Anna-K. Kaskel, anna-katharina.kaskel@uniklinik-freiburg.de,
Tel: +49 761 270 7176;
Prof. Dr. Hendrik Veelken, hendrik.veelken@uniklinik-freiburg.de,
Tel: +49 761 270 7176;
Prof. Dr. Cornelius Waller, cornelius.waller@uniklinik-freiburg.de, Tel: +49 761 270 3422

Die Wilhelm Sander-Stiftung fördert dieses Forschungsprojekt mit über 150.000,00 €. Stiftungszweck der Stiftung ist die medizinische Forschung, insbesondere Projekte im Rahmen der Krebsbekämpfung. Seit Gründung der Stiftung wurden dabei insgesamt über 160 Mio. Euro für die Forschungsförderung in Deutschland und der Schweiz bewilligt. Die Stiftung geht aus dem Nachlass des gleichnamigen Unternehmers hervor, der 1973 verstorben ist.

Bernhard Knappe | idw
Weitere Informationen:
http://www.wilhelm-sander-stiftung.de

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