Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Heidelberger Forscher: Cholesterin senkende Medikamente könnten Alzheimer-Risiko vermindern

09.04.2001


Team um Tobias Hartmann vom Zentrum für Molekulare Biologie der Universität Heidelberg (ZMBH): In Zellkulturen und Tierexperimenten wurde eine sehr deutliche Verringerung der für die Alzheimerkrankheit typischen
Amyloidproduktion durch die Gabe der Medikamente Simvastatin und Lovastatin gefunden

Forscher um Tobias Hartmann vom Zentrum für Molekulare Biologie der Universität Heidelberg (ZMBH) haben entdeckt, dass durch die Gabe Cholesterin senkender Medikamente in Zellkulturen und Tierexperimenten eine sehr deutliche Verringerung der für die Alzheimerkrankheit typischen Amyloidproduktion erreicht wurde. Damit könnten neue Wege zur Behandlung dieser Krankheit möglich werden.

Schon seit längerem wird ein Zusammenhang zwischen Fetten wie zum Beispiel Cholesterin und der Alzheimerkrankheit vermutet. So besitzen viele Alzheimer-Patienten eine besondere Variante eines Fette transportierenden Proteins, und in zwei kürzlich veröffentlichten Studien wurde ein deutlich geringeres Auftreten der Alzheimerkrankheit bei Patienten gefunden, die zuvor über einen längeren Zeitraum mit Cholesterin senkenden Medikamenten, Statinen, behandelt wurden.

In weiteren Studien zeigten Tiere, die mit Cholesterin gefüttert wurden, die für Alzheimer typische Ansammlung der "Amyloidplaques". Wieso jedoch Cholesterin sich auf die Plaquebildung auswirkt, blieb unbekannt. Die Wissenschaftler um Tobias Hartmann vom ZMBH fanden heraus, dass zwei der bekanntesten Cholesterin senkenden Medikamente, Simvastatin und Lovastatin, die Produktion des besonders schädlichen Amyloid 42 in kultivierten Rattennervenzellen deutlich absenken können.

Beim Meerschweinchen: Simvastatin senkt Amyloid in Hirnflüssigkeit und Hirngewebe

Ebenfalls wurde in Versuchen mit lebenden Meerschweinchen gezeigt, dass hoch dosiertes Simvastatin die Menge an Amyloid in der Hirnflüssigkeit und im Hirngewebe bei diesen Tieren deutlich senkt. Statine wirken, indem sie die Funktion des zentralen Enzyms der Cholesterinbiosynthese hemmen. Auch eine weitere Cholesterin senkende Substanz, die Cholesterin aus der Zellmembran entfernt, anstelle dessen Synthese zu hemmen, führte ebenfalls zu einer Absenkung der Amyloidmenge. Daher scheint die Amyloidverringerung direkt mit der Cholesterinsenkung verbunden zu sein und nicht durch andere Nebenwirkungen der Statine verursacht zu werden.

Diese Ergebnisse zeigen, dass eine Behandlung mit Cholesterin senkenden Medikamenten die Amyloidproduktion regulieren könnte und eröffnen damit möglicherweise neue Wege zur Behandlung dieser Krankheit. Die wissenschaftliche Veröffentlichung der Ergebnisse erfolgt am 10. April 2001 durch "Proceedings of the National Academy of Sciences (PNAS)".

Rückfragen bitte an:
Dr. Tobias Hartmann
Zentrum für Molekulare Biologie der Universität Heidelberg (ZMBH)
Im Neuenheimer Feld 282, 69120 Heidelberg
Tel. 06221 546844, -11; Fax 545891
tobias.hartmann@zmbh.uni-heidelberg.de

oder:
Dr. Michael Schwarz
Pressesprecher der Universität Heidelberg
Tel. 06221 542310, Fax 542317
michael.schwarz@rektorat.uni-heidelberg.de

Dr. Michael Schwarz | idw

Weitere Berichte zu: Amyloid Biologie Cholesterin Simvastatin ZMBH

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Neuer Ansatz im Kampf gegen Prostatakrebs entdeckt
24.05.2018 | Universität Bern

nachricht Die neue Achillesferse von Blutkrebs
22.05.2018 | Ludwig Boltzmann Gesellschaft

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Mit Hilfe molekularer Schalter lassen sich künftig neuartige Bauelemente entwickeln

Einem Forscherteam unter Führung von Physikern der Technischen Universität München (TUM) ist es gelungen, spezielle Moleküle mit einer angelegten Spannung zwischen zwei strukturell unterschiedlichen Zuständen hin und her zu schalten. Derartige Nano-Schalter könnten Basis für neuartige Bauelemente sein, die auf Silizium basierende Komponenten durch organische Moleküle ersetzen.

Die Entwicklung neuer elektronischer Technologien fordert eine ständige Verkleinerung funktioneller Komponenten. Physikern der TU München ist es im Rahmen...

Im Focus: Molecular switch will facilitate the development of pioneering electro-optical devices

A research team led by physicists at the Technical University of Munich (TUM) has developed molecular nanoswitches that can be toggled between two structurally different states using an applied voltage. They can serve as the basis for a pioneering class of devices that could replace silicon-based components with organic molecules.

The development of new electronic technologies drives the incessant reduction of functional component sizes. In the context of an international collaborative...

Im Focus: GRACE Follow-On erfolgreich gestartet: Das Satelliten-Tandem dokumentiert den globalen Wandel

Die Satellitenmission GRACE-FO ist gestartet. Am 22. Mai um 21.47 Uhr (MESZ) hoben die beiden Satelliten des GFZ und der NASA an Bord einer Falcon-9-Rakete von der Vandenberg Air Force Base (Kalifornien) ab und wurden in eine polare Umlaufbahn gebracht. Dort nehmen sie in den kommenden Monaten ihre endgültige Position ein. Die NASA meldete 30 Minuten später, dass der Kontakt zu den Satelliten in ihrem Zielorbit erfolgreich hergestellt wurde. GRACE Follow-On wird das Erdschwerefeld und dessen räumliche und zeitliche Variationen sehr genau vermessen. Sie ermöglicht damit präzise Aussagen zum globalen Wandel, insbesondere zu Änderungen im Wasserhaushalt, etwa dem Verlust von Eismassen.

Potsdam, 22. Mai 2018: Die deutsch-amerikanische Satellitenmission GRACE-FO (Gravity Recovery And Climate Experiment Follow On) ist erfolgreich gestartet. Am...

Im Focus: Faserlaser mit einstellbarer Wellenlänge

Faserlaser sind ein effizientes und robustes Werkzeug zum Schweißen und Schneiden von Metallen beispielsweise in der Automobilindustrie. Systeme bei denen die Wellenlänge des Laserlichts flexibel einstellbar ist, sind für spektroskopische Anwendungen und die Medizintechnik interessant. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des Leibniz-Instituts für Photonische Technologien (Leibniz-IPHT) haben, im Rahmen des vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) geförderten Projekts „FlexTune“, ein neues Abstimmkonzept realisiert, das erstmals verschiedene Emissionswellenlängen voneinander unabhängig und zeitlich synchron erzeugt.

Faserlaser bieten im Vergleich zu herkömmlichen Lasern eine höhere Strahlqualität und Energieeffizienz. Integriert in einen vollständig faserbasierten...

Im Focus: LZH zeigt Lasermaterialbearbeitung von morgen auf der LASYS 2018

Auf der LASYS 2018 zeigt das Laser Zentrum Hannover e.V. (LZH) vom 5. bis zum 7. Juni Prozesse für die Lasermaterialbearbeitung von morgen in Halle 4 an Stand 4E75. Mit gesprengten Bombenhüllen präsentiert das LZH in Stuttgart zudem erste Ergebnisse aus einem Forschungsprojekt zur zivilen Sicherheit.

Auf der diesjährigen LASYS stellt das LZH lichtbasierte Prozesse wie Schneiden, Schweißen, Abtragen und Strukturieren sowie die additive Fertigung für Metalle,...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Größter Astronomie-Kongress kommt nach Wien

24.05.2018 | Veranstaltungen

22. Business Forum Qualität: Vom Smart Device bis zum Digital Twin

22.05.2018 | Veranstaltungen

48V im Fokus!

21.05.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Superkondensatoren aus Holzbestandteilen

24.05.2018 | Biowissenschaften Chemie

Neue Schaltschrank-Plattform für die Energiewelt

24.05.2018 | Messenachrichten

Geregelter Nano-Aufbau

24.05.2018 | Biowissenschaften Chemie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics