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Seniorengerchte Nahrung erhält Gesundheit und Selbstständigkeit

12.01.2007
Das Institut "Arbeit und Technik" (IAT) der Fachhochschule Gelsenkirchen sieht in der Seniorenwirtschaft eine Herausforderung für die Ernährungswirtschaft. 90 Prozent der älteren Bevölkerung leiden unter Folgen falscher Ernährung.

Etwa 90 Prozent der Senioren haben eine oder sogar mehrere Erkrankungen, für die eine Ernährungsumstellung nützlich wäre. Denn Fehl- und Mangelernährung sind eine wesentliche Ursache für viele Alterserkrankungen, die dann eine selbständige Lebensführung beeinträchtigen.

Mit qualitativ hochwertigen Lebensmitteln, seniorengerecht verpackt und angeboten, könnten Lebensmittelindustrie und Handel erheblich zur Steigerung der Lebensqualität im Alter beitragen. Die Unternehmen der Ernährungswirtschaft nähern sich dieser wachsenden Kundengruppe allerdings noch äußerst zögerlich.

Eine engere Zusammenarbeit zwischen Ernährungswirtschaft und Seniorenwirtschaft könnte dazu beitragen, dass die Innovationstätigkeit in beiden Branchen gestärkt und entsprechende Angebote für den "Silbermarkt" bereitgestellt würden.

Das empfiehlt eine aktuelle Studie des Forschungsschwerpunkts Gesundheitswirtschaft am Institut "Arbeit und Technik" (IAT der Fachhochschule Gelsenkirchen), für die in Kooperation mit der Ruhr-Universität Bochum und der Universität Paderborn die ernährungswissenschaftlichen, medizinischen und seniorenwirtschaftlichen Aspekte einer solchen Zusammenarbeit untersucht wurden. Die vom nordrhein-westfälischen Generationen-Ministerium geförderte Studie wird von der Projektstelle Seniorenwirtschaft am IAT herausgegeben und kann über E-Mail: seniorenwirt@iatge.de oder Fax 0209/1707-245 bestellt werden.

Die Ernährungsprobleme bei älteren Menschen reichen von klassischer Unterernährung wie Eiweiß- oder Vitaminmangelerscheinungen bis hin zu ernährungsverursachten chronischen Krankheiten und Übergewicht. Fehl- und Mangelernährung wirken sich vielfältig aus: unbeabsichtigter Gewichtsverlust, Appetitlosigkeit, Kau- und Schluckprobleme, Schwierigkeiten beim Schneiden von Lebensmitteln, wenig Bewegung bis hin zu Hirnleistungsstörungen und Depressionen.

Damit auch in höherem Alter bei abnehmender Nahrungsaufnahme der Bedarf an lebensnotwendigen Nährstoffen gedeckt werden kann, empfiehlt die Studie eine rechtzeitige Umstellung der Ernährungsgewohnheiten mit einem erhöhten Verzehr von qualitativ hochwertigen, nährstoffreichen Lebensmitteln. Die Ernährungswirtschaft kann eine solche Umstellung erheblich erleichtern.

So nehmen für Senioren die so genannten Convenience-Produkte wie Tiefkühlgerichte, Fertig- und Halbfertiggerichte einen besonderen Stellenwert ein. Neben der Bequemlichkeit bei Einkauf und Zubereitung der Speisen legen die Älteren aber auch hohen Wert auf Qualität und Genuss, auf gesunde Lebensmittel, Diät- und fettreduzierte Produkte. Wichtig sind auch kleine Portionsgrößen, leichte Handhabbarkeit und vor allem Lesbarkeit der Beschriftung.

Die Studie untersucht unter anderem die Rolle der Ernährung bei der Prävention im höheren Lebensalter, die Ernährungssituation älterer Menschen in Privathaushalten, Altenheimen und geriatrischen Einrichtungen, Folgen einer Mangelernährung und Möglichkeiten zur Verbesserung der Ernährung im Alter. Den Schluss bildet eine Reihe von Handlungsempfehlungen für Einrichtungen der stationären Altenpflege, häusliche Pflege sowie Lebensmittelindustrie und Handel.

Ihr Ansprechpartner für weitere Informationen:
Rainer Fretschner, Institut "Arbeit und Technik" (IAT) der Fachhochschule Gelsenkirchen, Telefon (0209) 1707-163, E-Mail fretschner@iatge.de

Dr. Barbara Laaser | idw
Weitere Informationen:
http://www.fh-gelsenkirchen.de/

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