Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Patent für neues Verfahren der Netzhautablösung

19.01.2001


... mehr zu:
»Netzhaut »Netzhautablösung »RPE »Retina
Für ein neues Verfahren der Netzhautablösung hat die Universität Leipzig jetzt ein Patent erhalten. Die Methode, die Wissenschaftler der Universitäts-Augenklinik unter Leitung von Professor Peter Wiedemann und
des Paul-Flechsig-Instituts für Hirnforschung um Professor Andreas Reichenbach entwickelten, ermöglicht es, die Netzhaut (Retina) in bedeutend kürzerer Zeit als bisher vom sog. retinalen Pigmentepithel (RPE) abzulösen. Das ist die Schicht, die auf den Photorezeptoren der Netzhaut aufliegt. An der Netzhaut von Kaninchen getestet, wird dieses Verfahren vielen Patienten in der Humanmedizin zugute kommen.

Der Neurophysiologe Andreas Reichenbach hatte die Leipziger Augenärzte auf eine in Experimenten übliche Präparationstechnik hingewiesen, wobei der im Auge befindliche Glaskörper (der zu 99 Prozent aus Flüssigkeit besteht) und das Augenwasser durch eine Calcium- und Magnesiumfreie Flüssigkeit ersetzt werden. Auf diese Weise, so die Annahme, löse sich der "Klebstoff" auf, der RPE und Retina zusammenhält. Die Arbeitsgruppe um Professor Wiedemann nahm diese Technik auf und evaluierte sie in Experimenten an der Netzhaut von Kaninchen. Kontrollen unter dem Rasterelektronenmikroskop (REM) der Veterinärmediziner um Professor Johannes Seeger bestätigten, dass die Methode funktionierte. Die Netzhaut ließ sich leichter und schneller ablösen als bei einem bisher angewandten Verfahren, bei dem die Mediziner handelsübliche Infusionsflüssigkeit zwischen die Schichten bringen.

Eine Ablösung der Netzhaut vom retinalen Pigmentepithel (RPE) wird in der Augenmedizin seit einigen Jahren vorgenommen, um beispielsweise ein Leiden zu heilen, das die häufigste Ursache der Erblindung in der westlichen Welt ist: die Degeneration der Makula, des Flecks des schärfsten Sehens im Auge. Dabei werden Retina und RPE nach ihrer Ablösung um 15 Grad gedreht und dann wieder zusammengebracht, sodass sich am Ende wieder intaktes RPE unter der Makula befindet. Der einzige Nachteil bisher: Bei der Methode der Netzhautablösung mit Hilfe von handelsüblicher Infusionsflüssigkeit brauchen die Chirurgen eine Stunde, eine lange Zeit, in der es zu Komplikationen kommen kann. Das an der Universität Leipzig nun entwickelte Verfahren verkürzt diese Zeit "deutlich", so Prof. Wiedemann, das Risiko für Komplikationen wird geringer. Mehr noch: die REM-gestützten Untersuchungen haben auch gezeigt, dass dabei keine Schäden an der Netzhaut auftraten.

Für weitere Informationen wenden Sie sich bitte an:
Universität Leipzig, Universitäts-Augenklinik
Prof. Dr. Peter Wiedemann
Tel. 0341/ 97 21650; Fax: 97 21659; E-Mail: uaksekr@medizin.uni-leipzig.de

Dr. Bärbel Teubert-Seiwert | idw

Weitere Berichte zu: Netzhaut Netzhautablösung RPE Retina

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Entschlüsselung von Kommunikationswegen zwischen Tumor- und Immunzellen beim Eierstockkrebs
06.12.2016 | Wilhelm Sander-Stiftung

nachricht Tempo-Daten für das „Navi“ im Kopf
06.12.2016 | Deutsches Zentrum für Neurodegenerative Erkrankungen e.V. (DZNE)

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Gravitationswellen als Sensor für Dunkle Materie

Die mit der Entdeckung von Gravitationswellen entstandene neue Disziplin der Gravitationswellen-Astronomie bekommt eine weitere Aufgabe: die Suche nach Dunkler Materie. Diese könnte aus einem Bose-Einstein-Kondensat sehr leichter Teilchen bestehen. Wie Rechnungen zeigen, würden Gravitationswellen gebremst, wenn sie durch derartige Dunkle Materie laufen. Dies führt zu einer Verspätung von Gravitationswellen relativ zu Licht, die bereits mit den heutigen Detektoren messbar sein sollte.

Im Universum muss es gut fünfmal mehr unsichtbare als sichtbare Materie geben. Woraus diese Dunkle Materie besteht, ist immer noch unbekannt. Die...

Im Focus: Significantly more productivity in USP lasers

In recent years, lasers with ultrashort pulses (USP) down to the femtosecond range have become established on an industrial scale. They could advance some applications with the much-lauded “cold ablation” – if that meant they would then achieve more throughput. A new generation of process engineering that will address this issue in particular will be discussed at the “4th UKP Workshop – Ultrafast Laser Technology” in April 2017.

Even back in the 1990s, scientists were comparing materials processing with nanosecond, picosecond and femtosesecond pulses. The result was surprising:...

Im Focus: Wie sich Zellen gegen Salmonellen verteidigen

Bioinformatiker der Goethe-Universität haben das erste mathematische Modell für einen zentralen Verteidigungsmechanismus der Zelle gegen das Bakterium Salmonella entwickelt. Sie können ihren experimentell arbeitenden Kollegen damit wertvolle Anregungen zur Aufklärung der beteiligten Signalwege geben.

Jedes Jahr sind Salmonellen weltweit für Millionen von Infektionen und tausende Todesfälle verantwortlich. Die Körperzellen können sich aber gegen die...

Im Focus: Shape matters when light meets atom

Mapping the interaction of a single atom with a single photon may inform design of quantum devices

Have you ever wondered how you see the world? Vision is about photons of light, which are packets of energy, interacting with the atoms or molecules in what...

Im Focus: Greifswalder Forscher dringen mit superauflösendem Mikroskop in zellulären Mikrokosmos ein

Das Institut für Anatomie und Zellbiologie weiht am Montag, 05.12.2016, mit einem wissenschaftlichen Symposium das erste Superresolution-Mikroskop in Greifswald ein. Das Forschungsmikroskop wurde von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) und dem Land Mecklenburg-Vorpommern finanziert. Nun können die Greifswalder Wissenschaftler Strukturen bis zu einer Größe von einigen Millionstel Millimetern mittels Laserlicht sichtbar machen.

Weit über hundert Jahre lang galt die von Ernst Abbe 1873 publizierte Theorie zur Auflösungsgrenze von Lichtmikroskopen als ein in Stein gemeißeltes Gesetz....

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Wie aus reinen Daten ein verständliches Bild entsteht

05.12.2016 | Veranstaltungen

Von „Coopetition“ bis „Digitale Union“ – Die Fertigungsindustrien im digitalen Wandel

02.12.2016 | Veranstaltungen

Experten diskutieren Perspektiven schrumpfender Regionen

01.12.2016 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Weiterbildung zu statistischen Methoden in der Versuchsplanung und -auswertung

06.12.2016 | Seminare Workshops

Bund fördert Entwicklung sicherer Schnellladetechnik für Hochleistungsbatterien mit 2,5 Millionen

06.12.2016 | Förderungen Preise

Innovationen für eine nachhaltige Forstwirtschaft

06.12.2016 | Agrar- Forstwissenschaften