Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Neuer Impfstoff soll Malaria vor dem Moskitostich stoppen

19.12.2006
Schutz der Einzelperson wird jedoch nicht gewährleistet

Wissenschafter der US National Institutes of Health haben einen Impfstoff gegen Malaria entwickelt, der die Entwicklung des verursachenden Parasiten blockiert, während er sich noch im Moskito befindet. Der neue Impfstoff zielt auf das Protein Pfs25 ab, das für die Entwicklung der Parasiten noch im Darm der Stechmücken von entscheidender Bedeutung ist. Sticht ein Moskito eine geimpfte Person, würde der Moskito Antikörper aufnehmen, die die Funktion des Proteins blockieren. Details der Studie wurden in den Proceedings of the National Academy of Sciences veröffentlicht.

Die Forscher gehen davon aus, dass der Impfstoff über das Potenzial verfügt, Malaria in ganzen Regionen auszumerzen. Sie warnen jedoch, dass der Impfstoff eine Erkrankung weder verhindern noch einschränken würde. Aus diesem Grund könnte es schwierig werden, den Impfstoff einzusetzen. Tests mit weiteren Impfstoffen laufen derzeit. Keiner wurde jedoch laut BBC bisher für einen breiteren Einsatz zugelassen. Die meisten Impfstoffe versuchen die Plasmodien zu neutralisieren, wenn sie sich im menschlichen Körper befinden. Dieser Ansatz hat sich als schwierig herausgestellt, da die Plasmodiumzellen dem Immunsystem ausweichen in dem sie sich in der Leber und in Blutzellen verstecken.

Der neuste Impfstoff wurde bisher nur an Mäusen getestet. Es handelt sich dabei um eine Kombination von Pfs25 und weiteren Molekülen, die leichter vom Immunsystem erkannt werden und einfacher eine Reaktion auslösen können. Diese Kombination löst die Produktion einer großen Anzahl von Antikörpern aus, die wenn sie vom Moskito aufgenommen werden, sich auf den Parasiten im Darm konzentrieren. Eine mikroskopische Analyse der Därme von Moskitos, die ein Serum mit Antikörpern der Mäuse erhalten hatten, wies ein völliges Fehlen von Parasiten nach. Zusätzlich produzierten die Mäuse drei und sieben Monate nach der ersten Serie von Injektionen mehr Antikörper als nach einer Woche. Das gleiche Verfahren wurde bereits für Impfstoffe gegen Typhus eingesetzt.

... mehr zu:
»Impfstoff »Malaria »Moskito »Parasiten »Protein

Der Malariaexperte Ron Behrens von der London School of Hygiene and Tropical Medicine erklärte, dass das potenzielle Problem dieses Impfstoffes darin bestehe, dass Gemeinschaften geschützt würden aber nicht der einzelne geimpfte Mensch. "Bisher haben alle anderen Impfstoffe dem Einzelnen eine Form des Schutzes geboten. In diesem Fall muss sich das Individuum für den Schutz der Gemeinschaft einsetzen. Es könnte schwierig sein, das den Betroffenen zu vermitteln." Der neue Impfstoff wurde gegen Plasmodium falciparum entwickelt, jenen Parasiten, der für die schwerste Form von Malaria verantwortlich ist. Die Forscher nehmen an, dass der Impfstoff auch gegen Plasmodium vivax wirksam sein könnte.

Michaela Monschein | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.nih.gov
http://www.pnas.org
http://www.lshtm.ac.uk

Weitere Berichte zu: Impfstoff Malaria Moskito Parasiten Protein

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Medikamente mildern Mukoviszidose
23.01.2018 | Medizinische Hochschule Hannover

nachricht Dreifachblockade am Glioblastom
23.01.2018 | Julius-Maximilians-Universität Würzburg

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Optisches Nanoskop ermöglicht Abbildung von Quantenpunkten

Physiker haben eine lichtmikroskopische Technik entwickelt, mit der sich Atome auf der Nanoskala abbilden lassen. Das neue Verfahren ermöglicht insbesondere, Quantenpunkte in einem Halbleiter-Chip bildlich darzustellen. Dies berichten die Wissenschaftler des Departements Physik und des Swiss Nanoscience Institute der Universität Basel zusammen mit Kollegen der Universität Bochum in «Nature Photonics».

Mikroskope machen Strukturen sichtbar, die dem menschlichen Auge sonst verborgen blieben. Einzelne Moleküle und Atome, die nur Bruchteile eines Nanometers...

Im Focus: Optical Nanoscope Allows Imaging of Quantum Dots

Physicists have developed a technique based on optical microscopy that can be used to create images of atoms on the nanoscale. In particular, the new method allows the imaging of quantum dots in a semiconductor chip. Together with colleagues from the University of Bochum, scientists from the University of Basel’s Department of Physics and the Swiss Nanoscience Institute reported the findings in the journal Nature Photonics.

Microscopes allow us to see structures that are otherwise invisible to the human eye. However, conventional optical microscopes cannot be used to image...

Im Focus: Vollmond-Dreierlei am 31. Januar 2018

Am 31. Januar 2018 fallen zum ersten Mal seit dem 30. Dezember 1982 "Supermond" (ein Vollmond in Erdnähe), "Blutmond" (eine totale Mondfinsternis) und "Blue Moon" (ein zweiter Vollmond im Kalendermonat) zusammen - Beobachter im deutschen Sprachraum verpassen allerdings die sichtbaren Phasen der Mondfinsternis.

Nach den letzten drei Vollmonden am 4. November 2017, 3. Dezember 2017 und 2. Januar 2018 ist auch der bevorstehende Vollmond am 31. Januar 2018 ein...

Im Focus: Maschinelles Lernen im Quantenlabor

Auf dem Weg zum intelligenten Labor präsentieren Physiker der Universitäten Innsbruck und Wien ein lernfähiges Programm, das eigenständig Quantenexperimente entwirft. In ersten Versuchen hat das System selbständig experimentelle Techniken (wieder)entdeckt, die heute in modernen quantenoptischen Labors Standard sind. Dies zeigt, dass Maschinen in Zukunft auch eine kreativ unterstützende Rolle in der Forschung einnehmen könnten.

In unseren Taschen stecken Smartphones, auf den Straßen fahren intelligente Autos, Experimente im Forschungslabor aber werden immer noch ausschließlich von...

Im Focus: Artificial agent designs quantum experiments

On the way to an intelligent laboratory, physicists from Innsbruck and Vienna present an artificial agent that autonomously designs quantum experiments. In initial experiments, the system has independently (re)discovered experimental techniques that are nowadays standard in modern quantum optical laboratories. This shows how machines could play a more creative role in research in the future.

We carry smartphones in our pockets, the streets are dotted with semi-autonomous cars, but in the research laboratory experiments are still being designed by...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

15. BF21-Jahrestagung „Mobilität & Kfz-Versicherung im Fokus“

23.01.2018 | Veranstaltungen

Gemeinsam innovativ werden

23.01.2018 | Veranstaltungen

Leichtbau zu Ende gedacht – Herausforderung Recycling

23.01.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

15. BF21-Jahrestagung „Mobilität & Kfz-Versicherung im Fokus“

23.01.2018 | Veranstaltungsnachrichten

Gemeinsam innovativ werden

23.01.2018 | Veranstaltungsnachrichten

CES Innovation Award für kombinierte Blick- und Spracheingabe im Auto

23.01.2018 | Förderungen Preise

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics