Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Hypertonie 2006: Negativ-Stress am Arbeitsplatz verursacht Bluthochdruck

21.11.2006
Mobbingattacken der Kollegen, Ärger mit dem Chef, und zuhause öfters Beziehungsprobleme. Dies überfordert auf Dauer viele Menschen und macht sie krank.

Zu den möglichen langfristigen Folgen von Negativ-Stress am Arbeitsplatz gehört die Hochdruckerkrankung, wie aus einer neuen Studie hervorgeht. Deren Ergebnisse werden auf dem 30. Wissenschaftlichen Kongress der Deutschen Hochdruckliga in München präsentiert.

In der STARLET-Studie* wurde - erstmals für Deutschland - der Blutdruck auch in einer Langzeituntersuchung während der Arbeitszeit gemessen. Fast 3.500 Berufstätige aus Privatwirtschaft und öffentlichem Dienst hatten sich bereit erklärt, im Verlauf von 5 Jahren mehrmals eine 24-Stundenmessung des Blutdrucks durchführen zu lassen. Unter der Berufskleidung trugen sie in Jahresabständen eine Blutduckmanschette, die sich mehrmals stündlich aufpumpte, den Blutdruck bestimmte und die Werte speicherte. So konnten Professor Dr. med. Joachim Schrader und Dr. med. Stephan Lüders vom St. Josefs-Hospital Cloppenburg zusammen mit Mitarbeitern des INFO-Instituts für Hypertonie-und Herz-Kreislauf-Forschung in Cloppenburg feststellen, welche Auswirkungen Negativ-Stress auf den Blutdruck hat.

Um den Stress einschätzen zu können, ließen die Untersucher die Teilnehmer mehrmals einen Spezialfragebogen zum so genannten Job strain ausfüllen. Fühlen sich die Beschäftigten im Job überfordert? Haben sie am Arbeitsplatz genügend Entscheidungsfreiheit? Und erhalten sie Unterstützung aus ihrem sozialen Umfeld? Auch dies ist laut Schrader wichtig für das so genannte Coping, die positive Stressverarbeitung. Wenn sie fehlt, steigt bei vielen Menschen auf Dauer der Blutdruck. Das belegen die Daten der Studie, deren Details in einer Übersichtsarbeit der Deutschen Medizinischen Wochenschrift (DMW 2006; 131 (46): 2580-2585) veröffentlicht wurden. Menschen mit Bluthochdruck berichteten schon zu Beginn häufiger über Negativ-Stress. Nahm der Job strain über die Jahre zu, erhöhte sich auch das Risiko für einen höheren Blutdruck. Bei nachlassendem Stress sank das Risiko wieder. Langfristig begünstigt Job strain das Auftreten von Herzkreislauferkrankungen. Sie traten bei Menschen ohne Job strain zu 5,7 Prozent auf, bei Menschen mit zunehmenden Job strain waren es bald 9,8 Prozent, und bei abnehmendem Job strain waren es am Ende nur 3,7 Prozent, berichtet Dr. Lüders.

Ob es zum Job Strain kommt, wird nach Einschätzung der Mediziner weniger durch die Tätigkeit selbst bestimmt. Auch Fluglotsen und Ärzte könnten lernen, mit Stress umzugehen. Von größerer Bedeutung seien Gestaltung und Sicherheit des jeweiligen Arbeitsplatzes, vor allem aber der erfolgreiche Umgang mit psychisch belastenden Situationen am Arbeitsplatz. Ein weiteres wichtiges Ergebnis war die Verbesserung der Blutdruckbehandlung während der Studie. Während nur 14,5 Prozent der Behandelten normotensive Werte zu Studienbeginn aufwiesen, hatten zu Studienende 47,6 Prozent der Behandelten normotensiv eingestellte Blutdruckwerte.

*STARLET steht für Stressassoziierte Hypertonie am Arbeitsplatz - ABDM - Langzeituntersuchung.

TERMINHINWEIS:

Kongress-Pressekonferenz
anlässlich des 30. Wissenschaftlichen Kongresses der Deutschen Hochdruckliga
22. November 2006, 13.00 bis 14.00 Uhr, Raum Haidhausen, Dorint Sofitel Bayerpost München

Die Themen:

* Aktuelle Studienergebnisse zur stressinduzierten Hypertonie:
Wer ist am häufigsten betroffen?
* Virtuelle Hypertonieklinik:
Wie hilfreich ist die Telemedizin bei der Blutdrucksenkung?
* Chronotherapie der Hypertonie: Therapie nach der Uhr
* Hypertonie-Forschung in Deutschland: Wissen ein Forum bieten
* Prähypertonie: aktuelle Studienergebnisse
Ihre Gesprächspartner:
Professor Dr. med. Martin Middeke
Kongresspräsident Hypertonie 2006, Blutdruckinstitut, München
Professor Dr. med. Hermann Haller
Vorstandsvorsitzender der Deutschen Hochdruckliga, Direktor der Abteilung Nieren- und Hochdruckkrankheiten, Zentrum Innere Medizin, Medizinische Hochschule Hannover
Professor Dr. med. Jochen Schrader
Chefarzt, Medizinische Klinik, Institut für Hypertonie und Herz-Kreislauf-Forschung,

St.-Josephs-Hospital, Cloppenburg

Ihr Kontakt für Rückfragen:
Silke Jakobi
Pressestelle
Hypertonie 2006
Postfach 30 11 20
70451 Stuttgart
Tel.: 0711 8931 163
Fax. 0711 8931 167
Mail: jakobi@medizinkommunikation.org
Vor Ort (ab 22.11.2006):
Büro Lehel 5/6
Telefon: 089 599 48 26 17 / Fax: 089 599 48 26 18
Mobil: 0173 9 62 96 38

| idw
Weitere Informationen:
http://awmf.org

Weitere Berichte zu: Blutdruck Bluthochdruck Hypertonie

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Stoßlüften ist besser als gekippte Fenster
29.03.2017 | Technische Universität München

nachricht Dimethylfumarat – eine neue Behandlungsoption für Lymphome
28.03.2017 | Wilhelm Sander-Stiftung

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Quantenkommunikation: Wie man das Rauschen überlistet

Wie kann man Quanteninformation zuverlässig übertragen, wenn man in der Verbindungsleitung mit störendem Rauschen zu kämpfen hat? Uni Innsbruck und TU Wien präsentieren neue Lösungen.

Wir kommunizieren heute mit Hilfe von Funksignalen, wir schicken elektrische Impulse durch lange Leitungen – doch das könnte sich bald ändern. Derzeit wird...

Im Focus: Entwicklung miniaturisierter Lichtmikroskope - „ChipScope“ will ins Innere lebender Zellen blicken

Das Institut für Halbleitertechnik und das Institut für Physikalische und Theoretische Chemie, beide Mitglieder des Laboratory for Emerging Nanometrology (LENA), der Technischen Universität Braunschweig, sind Partner des kürzlich gestarteten EU-Forschungsprojektes ChipScope. Ziel ist es, ein neues, extrem kleines Lichtmikroskop zu entwickeln. Damit soll das Innere lebender Zellen in Echtzeit beobachtet werden können. Sieben Institute in fünf europäischen Ländern beteiligen sich über die nächsten vier Jahre an diesem technologisch anspruchsvollen Projekt.

Die zukünftigen Einsatzmöglichkeiten des neu zu entwickelnden und nur wenige Millimeter großen Mikroskops sind äußerst vielfältig. Die Projektpartner haben...

Im Focus: A Challenging European Research Project to Develop New Tiny Microscopes

The Institute of Semiconductor Technology and the Institute of Physical and Theoretical Chemistry, both members of the Laboratory for Emerging Nanometrology (LENA), at Technische Universität Braunschweig are partners in a new European research project entitled ChipScope, which aims to develop a completely new and extremely small optical microscope capable of observing the interior of living cells in real time. A consortium of 7 partners from 5 countries will tackle this issue with very ambitious objectives during a four-year research program.

To demonstrate the usefulness of this new scientific tool, at the end of the project the developed chip-sized microscope will be used to observe in real-time...

Im Focus: Das anwachsende Ende der Ordnung

Physiker aus Konstanz weisen sogenannte Mermin-Wagner-Fluktuationen experimentell nach

Ein Kristall besteht aus perfekt angeordneten Teilchen, aus einer lückenlos symmetrischen Atomstruktur – dies besagt die klassische Definition aus der Physik....

Im Focus: Wegweisende Erkenntnisse für die Biomedizin: NAD⁺ hilft bei Reparatur geschädigter Erbinformationen

Eine internationale Forschergruppe mit dem Bayreuther Biochemiker Prof. Dr. Clemens Steegborn präsentiert in 'Science' neue, für die Biomedizin wegweisende Forschungsergebnisse zur Rolle des Moleküls NAD⁺ bei der Korrektur von Schäden am Erbgut.

Die Zellen von Menschen und Tieren können Schäden an der DNA, dem Träger der Erbinformation, bis zu einem gewissen Umfang selbst reparieren. Diese Fähigkeit...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Industriearbeitskreis »Prozesskontrolle in der Lasermaterialbearbeitung ICPC« lädt nach Aachen ein

28.03.2017 | Veranstaltungen

Neue Methoden für zuverlässige Mikroelektronik: Internationale Experten treffen sich in Halle

28.03.2017 | Veranstaltungen

Wie Menschen wachsen

27.03.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Organisch-anorganische Heterostrukturen mit programmierbaren elektronischen Eigenschaften

29.03.2017 | Energie und Elektrotechnik

Klein bestimmt über groß?

29.03.2017 | Physik Astronomie

OLED-Produktionsanlage aus einer Hand

29.03.2017 | Messenachrichten