Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Hypertonie 2006: Gene bestimmen Erfolg der Blutdruckbehandlung

21.11.2006
Neuer Weg zur individuellen Hochdrucktherapie

Die Erforschung der menschlichen Gene kann sich in Zukunft positiv auf die Behandlung von Bluthochdruck auswirken. Eine bessere Behandlung ist möglich, wenn anhand eines so genannten genetischen Risikoprofils bekannt ist, welcher Patient ein besonders hohes Risiko für die Entwicklung von Bluthochdruck und kardiovaskulären Folgeerkrankungen hat.

Auch seine Reaktion auf Medikamente oder deren Dosierung wird vorhersehbarer. Wird dieses neue Wissen in eine individualisierte Behandlung umgesetzt, könnte vielen Patienten besser als bisher geholfen werden, erklärt Professor Dr. med. Eva Brand, Leitende Oberärztin der Medizinische Klinik und Poliklinik D vom Universitätsklinikum Münster im Vorfeld des 30. Wissenschaftlichen Kongress der Deutschen Hochdruckliga Hypertonie 2006 in München.

Derzeit, so Professor Brand, funktioniert die Bluthochdruck-Behandlung nach dem "Versuch-und-Irrtum"-Prinzip: Bei Wahl und Dosierung der Blutdrucksenkenden Medikamente konnten bisher allenfalls Begleiterkrankungen, Gewicht sowie Nieren- und Leberfunktion berücksichtigt werden. Genetische Aspekte, die großen Anteil an der Entwicklung von Bluthochdruck haben, bleiben unberücksichtigt. "Dies führt zu Milliarden teuren Fehl-, Unter- und Überdosierungen und damit zu übermäßigen Nebenwirkungen beziehungsweise einer unzureichenden Therapie, die außerdem von vielen Patienten abgebrochen wird", beklagt Brand.

Jetzt gibt es erste, viel versprechende Ansätze für eine individuell angepasste Therapie, so Professor Brand in ihrer Übersichtsarbeit in der Deutschen Medizinischen Wochenschrift (2006; 131:2616-2617): In Abhängigkeit von der persönlichen Erbgut-Ausstattung, dem genetischen Profil, "verstoffwechselt" jeder Mensch Medikamente unterschiedlich. Dadurch wirken die Medikamente nicht bei jedem Menschen gleich. Durch die Forschungsgruppe von Frau Prof. Brand an der Uniklinik Münster wurden von 450 Patienten genetische Profile erstellt. Die Wissenschaftlerin erhofft sich, mit der Bestimmung von Blutdruck-relevanten genetischen Markern Risikopatienten mit einer hohen Gefahr für Schlaganfall und Herzinfarkt frühzeitig herauszufiltern. Darüber hinaus wollen die Forscher eine Basis für eine auf jeden Patienten individuell angepasste Hochdrucktherapie schaffen.

Bluthochdruck wird zu etwa 40 Prozent durch unsere Gene bestimmt. Weitere beeinflussende Faktoren sind unter anderem Alter, Gewicht und Lebensstil. Ein entscheidendes "Hochdruck-Gen" gibt es jedoch nicht; vielmehr bestimmen eine ganze Reihe so genannter Kandidaten-Gene die Höhe des Blutdrucks.

TERMINHINWEIS:

Kongress-Pressekonferenz
anlässlich des 30. Wissenschaftlichen Kongresses der Deutschen Hochdruckliga
22. November 2006, 13.00 bis 14.00 Uhr, Raum Haidhausen, Dorint Sofitel Bayerpost München

Pressekontakt für Rückfragen:

Pressestelle
Hypertonie 2006
Silke Jakobi
Postfach 30 11 20
D-70451 Stuttgart
Telefon: 0711 89 31-163
Fax: 0711 89 31-566
E-Mail: jakobi@medizinkommunikation.org

| idw
Weitere Informationen:
http://awmf.org

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Lymphdrüsenkrebs programmiert Immunzellen zur Förderung des eigenen Wachstums um
22.02.2018 | Wilhelm Sander-Stiftung

nachricht Forscher entdecken neuen Signalweg zur Herzmuskelverdickung
22.02.2018 | Ruhr-Universität Bochum

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Vorstoß ins Innere der Atome

Mit Hilfe einer neuen Lasertechnologie haben es Physiker vom Labor für Attosekundenphysik der LMU und des MPQ geschafft, Attosekunden-Lichtblitze mit hoher Intensität und Photonenenergie zu produzieren. Damit konnten sie erstmals die Interaktion mehrere Photonen in einem Attosekundenpuls mit Elektronen aus einer inneren atomaren Schale beobachten konnten.

Wer die ultraschnelle Bewegung von Elektronen in inneren atomaren Schalen beobachten möchte, der benötigt ultrakurze und intensive Lichtblitze bei genügend...

Im Focus: Attoseconds break into atomic interior

A newly developed laser technology has enabled physicists in the Laboratory for Attosecond Physics (jointly run by LMU Munich and the Max Planck Institute of Quantum Optics) to generate attosecond bursts of high-energy photons of unprecedented intensity. This has made it possible to observe the interaction of multiple photons in a single such pulse with electrons in the inner orbital shell of an atom.

In order to observe the ultrafast electron motion in the inner shells of atoms with short light pulses, the pulses must not only be ultrashort, but very...

Im Focus: Good vibrations feel the force

Eine Gruppe von Forschern um Andrea Cavalleri am Max-Planck-Institut für Struktur und Dynamik der Materie (MPSD) in Hamburg hat eine Methode demonstriert, die es erlaubt die interatomaren Kräfte eines Festkörpers detailliert auszumessen. Ihr Artikel Probing the Interatomic Potential of Solids by Strong-Field Nonlinear Phononics, nun online in Nature veröffentlich, erläutert, wie Terahertz-Laserpulse die Atome eines Festkörpers zu extrem hohen Auslenkungen treiben können.

Die zeitaufgelöste Messung der sehr unkonventionellen atomaren Bewegungen, die einer Anregung mit extrem starken Lichtpulsen folgen, ermöglichte es der...

Im Focus: Good vibrations feel the force

A group of researchers led by Andrea Cavalleri at the Max Planck Institute for Structure and Dynamics of Matter (MPSD) in Hamburg has demonstrated a new method enabling precise measurements of the interatomic forces that hold crystalline solids together. The paper Probing the Interatomic Potential of Solids by Strong-Field Nonlinear Phononics, published online in Nature, explains how a terahertz-frequency laser pulse can drive very large deformations of the crystal.

By measuring the highly unusual atomic trajectories under extreme electromagnetic transients, the MPSD group could reconstruct how rigid the atomic bonds are...

Im Focus: Verlässliche Quantencomputer entwickeln

Internationalem Forschungsteam gelingt wichtiger Schritt auf dem Weg zur Lösung von Zertifizierungsproblemen

Quantencomputer sollen künftig algorithmische Probleme lösen, die selbst die größten klassischen Superrechner überfordern. Doch wie lässt sich prüfen, dass der...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Von festen Körpern und Philosophen

23.02.2018 | Veranstaltungen

Spannungsfeld Elektromobilität

23.02.2018 | Veranstaltungen

DFG unterstützt Kongresse und Tagungen - April 2018

21.02.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Vorstoß ins Innere der Atome

23.02.2018 | Physik Astronomie

Wirt oder Gast? Proteomik gibt neue Aufschlüsse über Reaktion von Rifforganismen auf Umweltstress

23.02.2018 | Biowissenschaften Chemie

Wie Zellen unterschiedlich auf Stress reagieren

23.02.2018 | Biowissenschaften Chemie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics