Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Therapie: Gesunder Lebensstil

20.11.2006
Sportmediziner der Universität Leipzig bieten Rehabilitationsprogramme für Patienten mit Diabetes und Gefäßerkrankungen an. Besonderheit der Programme: Änderung des Lebensstils Voraussetzung. Interessierte Leipziger können sich anmelden.

Viele Krankheiten sind hausgemacht: Wir bewegen uns zu wenig, essen zu viel, zu fett und zu süß. Krankheiten sind vorprogrammiert. Hilfe erwarten wir dann von Medikamenten. "Eine Einstellung, die dringend geändert werden muss.", meint Prof. Dr. Martin Busse, Direktor des Instituts für Sportmedizin an der Sportwissenschaftlichen Fakultät der Universität Leipzig.

Im Rahmen langfristiger Projekte wollen jetzt er und seine Kollegen das Übel beim Schopfe packen und mit gezielten Programmen langfristige Veränderungen im Lebensstil erreichen. "Damit wollen wir verhindern, dass die Krankheit weiter fortschreitet und Sekundärerkrankungen auftreten."

Die Sportmediziner beginnen mit Veränderungen im Kopf, "weil wir nur so langfristige Verhaltensänderungen erreichen können.", so Busse. "Innerhalb der Gruppe wird mit jedem Patienten ein individueller Plan erarbeitet. Der umfasst die gesunde Ernährung ebenso wie ein abgestimmtes Sportprogramm." Spezifische Seminare sollen den Patientinnen und Patienten dabei helfen, ihre Erkrankung nicht nur als Belastung, sondern als konstruktive Möglichkeit der Arbeit an sich selbst zu verstehen.

Durch hochtechnisiertes Selbstmonitoring und Biofeedback können auch im Alltag Belastungsgrenzen leicht erfasst und vermieden werden. Die Integration der Krankheitssymptome in die Trainingstherapie hilft, ein Überlastungsrisiko praktisch auszuschließen und zugleich ein Optimum von Aufwand und Wirkung zu erreichen. Umfangreiche klinische Kontrollen im Abstand von 3 Monaten erlauben im Rahmen der Ergebnisbesprechung, den Patienten ihre Fortschritte zu verdeutlichen und sind damit wichtiger Teil der konstruktiven Verhaltensänderung.

Belegte Wirkungen des Programms sind in erster Linie langfristige Verhaltensänderungen mit deutlicher Risikoreduzierung, positiverem Verständnis für die Mechanismen des Krankheitsgeschehens, Verbesserung der Lebensqualität und gezielte Frühprävention eventueller Sekundärerkrankungen.

Patienten mit Herz-Kreislauferkrankungen mit und ohne Diabetes können sich für das Programm anmelden. Ebenso können natürlich Diabetespatienten ohne bekannte Herzerkrankungen teilnehmen. Voraussetzung ist die grundlegende Bereitschaft, aus eigener Kraft den eigenen Zustand langfristig und durchgreifend zu ändern. "Das Programm fordert von jedem Patienten den Willen zur Änderung seiner Situation, die Bereitschaft, neue Verhaltensweisen zu erlernen und die ständige Absicht, das Erlernte auch im Alltag umzusetzen.", weiß Prof. Busse. Der Patient muss aber nicht nur das Programm einfach mitmachen, sondern auch die eigenen Befunde umfassend dokumentieren.

Patienten, die sich dies zutrauen, können sich zum Programm anmelden. Kontraindikationen werden durch das Untersuchungsteam dann im Rahmen des Aufnahmegesprächs und der grundlegenden klinischen Untersuchungen ermittelt. Wichtig ist nicht die Schwere der Krankheit, sondern der unbedingte Wille, der Krankheit ihre Chancen zu nehmen.

weitere Informationen:

Prof. Dr. Martin W. Busse
Telefon: 0341/ 97 31661
E-Mail: busse@rz.uni-leipzig.de

Dr. Bärbel Adams | idw
Weitere Informationen:
http://www.uni-leipzig.de

Weitere Berichte zu: Diabetes Sekundärerkrankung Verhaltensänderung

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Neuer Ansatz: Nierenschädigungen therapieren, bevor Symptome auftreten
20.09.2017 | Universitätsklinikum Regensburg (UKR)

nachricht Neuer Ansatz zur Therapie der diabetischen Nephropathie
19.09.2017 | Universitätsklinikum Magdeburg

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: The pyrenoid is a carbon-fixing liquid droplet

Plants and algae use the enzyme Rubisco to fix carbon dioxide, removing it from the atmosphere and converting it into biomass. Algae have figured out a way to increase the efficiency of carbon fixation. They gather most of their Rubisco into a ball-shaped microcompartment called the pyrenoid, which they flood with a high local concentration of carbon dioxide. A team of scientists at Princeton University, the Carnegie Institution for Science, Stanford University and the Max Plank Institute of Biochemistry have unravelled the mysteries of how the pyrenoid is assembled. These insights can help to engineer crops that remove more carbon dioxide from the atmosphere while producing more food.

A warming planet

Im Focus: Hochpräzise Verschaltung in der Hirnrinde

Es ist noch immer weitgehend unbekannt, wie die komplexen neuronalen Netzwerke im Gehirn aufgebaut sind. Insbesondere in der Hirnrinde der Säugetiere, wo Sehen, Denken und Orientierung berechnet werden, sind die Regeln, nach denen die Nervenzellen miteinander verschaltet sind, nur unzureichend erforscht. Wissenschaftler um Moritz Helmstaedter vom Max-Planck-Institut für Hirnforschung in Frankfurt am Main und Helene Schmidt vom Bernstein-Zentrum der Humboldt-Universität in Berlin haben nun in dem Teil der Großhirnrinde, der für die räumliche Orientierung zuständig ist, ein überraschend präzises Verschaltungsmuster der Nervenzellen entdeckt.

Wie die Forscher in Nature berichten (Schmidt et al., 2017. Axonal synapse sorting in medial entorhinal cortex, DOI: 10.1038/nature24005), haben die...

Im Focus: Highly precise wiring in the Cerebral Cortex

Our brains house extremely complex neuronal circuits, whose detailed structures are still largely unknown. This is especially true for the so-called cerebral cortex of mammals, where among other things vision, thoughts or spatial orientation are being computed. Here the rules by which nerve cells are connected to each other are only partly understood. A team of scientists around Moritz Helmstaedter at the Frankfiurt Max Planck Institute for Brain Research and Helene Schmidt (Humboldt University in Berlin) have now discovered a surprisingly precise nerve cell connectivity pattern in the part of the cerebral cortex that is responsible for orienting the individual animal or human in space.

The researchers report online in Nature (Schmidt et al., 2017. Axonal synapse sorting in medial entorhinal cortex, DOI: 10.1038/nature24005) that synapses in...

Im Focus: Tiny lasers from a gallery of whispers

New technique promises tunable laser devices

Whispering gallery mode (WGM) resonators are used to make tiny micro-lasers, sensors, switches, routers and other devices. These tiny structures rely on a...

Im Focus: Wundermaterial Graphen: Gewölbt wie das Polster eines Chesterfield-Sofas

Graphen besitzt extreme Eigenschaften und ist vielseitig verwendbar. Mit einem Trick lassen sich sogar die Spins im Graphen kontrollieren. Dies gelang einem HZB-Team schon vor einiger Zeit: Die Physiker haben dafür eine Lage Graphen auf einem Nickelsubstrat aufgebracht und Goldatome dazwischen eingeschleust. Im Fachblatt 2D Materials zeigen sie nun, warum dies sich derartig stark auf die Spins auswirkt. Graphen kommt so auch als Material für künftige Informationstechnologien infrage, die auf der Verarbeitung von Spins als Informationseinheiten basieren.

Graphen ist wohl die exotischste Form von Kohlenstoff: Alle Atome sind untereinander nur in der Ebene verbunden und bilden ein Netz mit sechseckigen Maschen,...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

11. BusinessForum21-Kongress „Aktives Schadenmanagement"

22.09.2017 | Veranstaltungen

Internationale Konferenz zum Biomining ab Sonntag in Freiberg

22.09.2017 | Veranstaltungen

Die Erde und ihre Bestandteile im Fokus

21.09.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

11. BusinessForum21-Kongress „Aktives Schadenmanagement"

22.09.2017 | Veranstaltungsnachrichten

DFG bewilligt drei neue Forschergruppen und eine neue Klinische Forschergruppe

22.09.2017 | Förderungen Preise

Lebendiges Gewebe aus dem Drucker

22.09.2017 | Biowissenschaften Chemie