Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

MHH bietet Brustrekonstruktion aus körpereigenem Gewebe

17.11.2006
DIEP-Flap-Methode ermöglicht Wiederherstellung der Brustform ohne Implantate / Therapie nur in wenigen Brustzentren möglich

Die Diagnose Brustkrebs bedeutet für Frauen einen traumatischen Einschnitt in ihr Leben und ihre weibliche Identität. Nicht immer ist bei der Therapie des Mamakarzinoms eine brusterhaltende Operation möglich - je nach Tumorart, Ausdehnung und Lokalisation des Tumors muss die Brust vollständig amputiert werden.

Die Abteilung Plastische, Hand- und Wiederherstellungschirurgie der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH) hat jetzt erstmals bei einer Patientin mit der so genannten DIEP-Flap-Methode ("Deep-Inferior-Epigastric-Perforator"-Lappen) eine verfeinerte mikrochirurgische Technik angewandt, die eine Brustrekonstruktion mit körpereigenem Gewebe ohne den Einsatz von Implantaten ermöglicht. "Die Methode bietet viele überzeugende Vorteile, leider ist sie nur wenig bekannt und wird deshalb den Frauen gar nicht erst angeboten.

Wir wollen darauf aufmerksam machen, welche Möglichkeiten zur Brustrekonstruktion die plastische Chirurgie hier für die betroffenen Frauen bereit hält", erläutern Professor Dr. Peter Vogt, Direktor der Abteilung Plastische, Hand- und Wiederherstellungschirurgie und Professor Dr. Peter Hillemanns, Direktor der Abteilung Frauenheilkunde und Geburtshilfe. Das interdisziplinäre Brustzentrum in der Frauenklinik und die Klinik für Plastische, Hand- und Wiederherstellungschirurgie der MHH bieten Patientinnen alle Verfahren des Eigen- und Fremdgewebeaufbaus der weiblichen Brust an.

Bei der von den Plastischen Chirurgen durchgeführten mikrochirurgischen Operation wird die Brust nur mit Haut- und Fettgewebe der vorderen Bauchwand aufgebaut - der Bauchmuskel bleibt vollständig erhalten und wird nicht beeinträchtigt.

Das Gleiche gilt für den Fall, dass Gewebe aus dem Gesäß entnommen werden muss. Das muskelfreie Transplantat wird mit den versorgenden Blutgefäßen gehoben, von der ursprünglichen Blutversorgung vollständig abgetrennt und unter dem Mikroskop an die Brustwandarterie angeschlossen. Schließlich wird aus dem Transplantat eine Brust geformt.

Die DIEP-Flap-Methode bietet eine Reihe weiterer Vorteile: Die Operation kann gleichzeitig mit der onkologisch sicheren Entfernung des Brusttumors durchgeführt werden. Weil Eigengewebe verwandt wird, ist die Komplikationsrate sehr gering. Langzeitkomplikationen, wie sie Silikonimplantate verursachen können, gibt es nicht. Die Frauen haben kein Fremdkörpergefühl, weil das Gewebe annähernd die gleiche Konsistenz wie Brustdrüsengewebe besitzt. Die Brustform ist natürlich und altert mit. "Diese Brust ist ein Teil von mir", betont die Patientin, die jetzt in der MHH operiert wurde, "sie wird mit mir alt und sie hält ein Leben lang."

"Natürlich hat die onkologisch sichere Entfernung des Brusttumors oberste Priorität", sagt Professor Dr. Peter Vogt, "aber ebenso wichtig ist für viele Frauen die natürliche Wiederherstellung ihrer Brust ohne Spätfolgen."

Silikonimplantate können Verkapselungen und damit heftige Schmerzen verursachen, das Implantat muss entfernt werden - eine weitere, belastende OP für die betroffene Frau. Prothesen aus Silikon, so genannte Epithesen, werden von den Frauen oft als Tortur empfunden: Sie sind schwer, verrutschen und halten Alltagsbelastungen nicht Stand. Zudem wird die Frau ständig mit den Folgen ihrer Krebserkrankung konfrontiert, für das seelische Gleichgewicht einer Krebspatientin keine guten Voraussetzungen.

Bei der DIEP-Flap-Methode sind die Frauen sehr schnell wieder belastbar und gewinnen ihre alte Lebensqualität zurück.

Weitere Informationen geben Ihnen gerne Professor Dr. Peter Vogt, Direktor der Abteilung Plastische, Hand- und Wiederherstellungschirurgie, Telefon (0511) 532-8860 und Prof. Dr. Peter Hillemanns, Direktor der Abteilung Frauenheilkunde und Geburtshilfe, Telefon (0511) 532-6144.

Stefan Zorn | idw
Weitere Informationen:
http://www.mh-hannover.de/

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Sicher und gesund arbeiten mit Datenbrillen
13.01.2017 | Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin

nachricht Vorhersage entlastet das Gehirn
13.01.2017 | Philipps-Universität Marburg

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Interfacial Superconductivity: Magnetic and superconducting order revealed simultaneously

Researchers from the University of Hamburg in Germany, in collaboration with colleagues from the University of Aarhus in Denmark, have synthesized a new superconducting material by growing a few layers of an antiferromagnetic transition-metal chalcogenide on a bismuth-based topological insulator, both being non-superconducting materials.

While superconductivity and magnetism are generally believed to be mutually exclusive, surprisingly, in this new material, superconducting correlations...

Im Focus: Erforschung von Elementarteilchen in Materialien

Laseranregung von Semimetallen ermöglicht die Erzeugung neuartiger Quasiteilchen in Festkörpersystemen sowie ultraschnelle Schaltung zwischen verschiedenen Zuständen.

Die Untersuchung der Eigenschaften fundamentaler Teilchen in Festkörpersystemen ist ein vielversprechender Ansatz für die Quantenfeldtheorie. Quasiteilchen...

Im Focus: Studying fundamental particles in materials

Laser-driving of semimetals allows creating novel quasiparticle states within condensed matter systems and switching between different states on ultrafast time scales

Studying properties of fundamental particles in condensed matter systems is a promising approach to quantum field theory. Quasiparticles offer the opportunity...

Im Focus: Mit solaren Gebäudehüllen Architektur gestalten

Solarthermie ist in der breiten Öffentlichkeit derzeit durch dunkelblaue, rechteckige Kollektoren auf Hausdächern besetzt. Für ästhetisch hochwertige Architektur werden Technologien benötigt, die dem Architekten mehr Gestaltungsspielraum für Niedrigst- und Plusenergiegebäude geben. Im Projekt »ArKol« entwickeln Forscher des Fraunhofer ISE gemeinsam mit Partnern aktuell zwei Fassadenkollektoren für solare Wärmeerzeugung, die ein hohes Maß an Designflexibilität erlauben: einen Streifenkollektor für opake sowie eine solarthermische Jalousie für transparente Fassadenanteile. Der aktuelle Stand der beiden Entwicklungen wird auf der BAU 2017 vorgestellt.

Im Projekt »ArKol – Entwicklung von architektonisch hoch integrierten Fassadekollektoren mit Heat Pipes« entwickelt das Fraunhofer ISE gemeinsam mit Partnern...

Im Focus: Designing Architecture with Solar Building Envelopes

Among the general public, solar thermal energy is currently associated with dark blue, rectangular collectors on building roofs. Technologies are needed for aesthetically high quality architecture which offer the architect more room for manoeuvre when it comes to low- and plus-energy buildings. With the “ArKol” project, researchers at Fraunhofer ISE together with partners are currently developing two façade collectors for solar thermal energy generation, which permit a high degree of design flexibility: a strip collector for opaque façade sections and a solar thermal blind for transparent sections. The current state of the two developments will be presented at the BAU 2017 trade fair.

As part of the “ArKol – development of architecturally highly integrated façade collectors with heat pipes” project, Fraunhofer ISE together with its partners...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Bundesweiter Astronomietag am 25. März 2017

17.01.2017 | Veranstaltungen

Über intelligente IT-Systeme und große Datenberge

17.01.2017 | Veranstaltungen

Aquakulturen und Fangquoten – was hilft gegen Überfischung?

16.01.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Bundesweiter Astronomietag am 25. März 2017

17.01.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Intelligente Haustechnik hört auf „LISTEN“

17.01.2017 | Architektur Bauwesen

Satellitengestützte Lasermesstechnik gegen den Klimawandel

17.01.2017 | Maschinenbau