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Gebärmutterentfernung nicht mehr zeitgemäß. Schonende Alternativen bei Myomen -

30.10.2006
Gebärmuttermyome erfordern nicht zwingend einen operativen Eingriff. Experten der Charité werden am kommenden Mittwoch einen Überblick über schonende Methoden der Myombehandlung geben und im Anschluss für Fragen zur Verfügung stehen. Der kostenlose Informationsabend findet im Rahmen der "Informationswochen Myome" statt, die von der Arbeitsgemeinschaft Interventionelle Radiologie der Deutschen Röntgengesellschaft bundesweit veranstaltet werden.

Bei etwa jeder dritten Frau treten im Laufe ihres Lebens gutartige Tumore der Gebärmutter, so genannte Myome auf. Mögliche Folgen sind Schmerzen, starke Blutungen und Unfruchtbarkeit. Bislang werden in vielen Fällen die Myome oder gar die ganze Gebärmutter chirurgisch entfernt.

Eine aussichtsreiche Alternative zur Operation ist die Myomembolisation, mit der vor zwei Jahren die wohl prominenteste Patientin erfolgreich behandelt wurde: die Außenministerin der USA, Condoleezza Rice. Die Idee ist einfach: Um den Myomen die Blut- und Ernährungszufuhr abzuschneiden, werden sandkorngroße Kunststoffkügelchen über einen Katheter in die entscheidenden Adern gespritzt und verstopfen sie. Innerhalb von drei bis sechs Monaten schrumpft der Tumor; die Myombeschwerden entwickeln sich zurück. Damit bleibt die Gebärmutter vollkommen erhalten, nicht einmal eine Vollnarkose ist erforderlich.

Dr. Thomas Kröncke vom Institut für Radiologie hat in einer hochrangigen Studie erstmals die Lebensqualität von Frauen, die mittels der Myomembolisation behandelt wurden, systematisch ausgewertet. Bei den 82 Befragten wurde eine signifikante Steigerung des Wohlbefindens und ein auch langfristig anhaltender Rückgang der Myombeschwerden festgestellt. Die Frauen fühlten sich nach der Behandlung körperlich und geistig leistungsfähiger.

Dennoch hat sich die Myomembolisation noch nicht durchgesetzt. Erstaunlich, denn die Studienergebnisse und die Erfolgsquote sprechen für sich. In mehr als 90 Prozent der Fälle kommt es zu einer Besserung der Beschwerden. Mehr als 400 solcher Embolisationen wurden seit ihrer deutschlandweiten Einführung im Jahr 2000 durch Dr. Thomas Kröncke durchgeführt. Die Charité ist damit die führende Klinik in Deutschland und auch europaweit sehr gut platziert.

Die Informationsveranstaltung zu Alternativen der Myombehandlung findet am Mittwoch, den 01. November von 19.00 bis 21.30 Uhr in der Charité Campus Mitte, "Hörsaalruine", Schumannstr. 20/21 statt. Eine Wegbeschreibung gibt es unter www.bmm.charite.de/kontakt/service.htm#Lage.

Kontakt:
Dr. Thomas Kröncke
Centrum für diagnostische und
interventionelle Radiologie und
Nuklearmedizin
Charité - Universitätsmedizin Berlin
Tel. 030 - 450 627 394
thomas.kroencke@charite.de

Kerstin Endele | idw
Weitere Informationen:
http://www.myomembolisation.de

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