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Zensur im Gehirn

24.01.2002


Gehirnforscher aus Amsterdam haben im Hippokampus ein doppeltes Kontrollsystem wahrgenommen. Dieses doppelte Kontrollsystem trägt zum Gehirn bei und bewirkt, dass das Gehirn nicht ’ausflippt’ wie bei einem Epilepsieanfall.

Die Neurobiologen von der Universität von Amsterdam, die von der niederländischen Organisation für wissenschaftliche Forschung (NWO) finanziert werden, machten ihre Wahrnehmungen am Hippokampus von Ratten. Der Hippokampus spielt wahrscheinlich eine wichtige Rolle bei der Umsetzung des Kurzzeitgedächtnisses in das Langzeitgedächtnis.
Der Hippokampus enthält zwei Arten von Gehirnzellen: Pyramidezellen und Interneuronen. Pyramidezellen sind die wichtigsten Zellen im Hippokampus. Sie verarbeiten eingehende Informationen und geben Signale an Pyramidezellen in anderen Gehirnbereichen weiter. Die Interneuronen können die Aktivität der Pyramidezellen bremsen.
Die Forscher studierten die elektrischen Signale, mit denen die Nervenzellen kommunizieren. Es stellte sich heraus, dass die Interneuronen die Pyramidezellen auf zweierlei Weise bremsen. Manche Interneuronen erhalten dieselben Signale wie die Pyramidezellen. Dies ermöglicht es den Interneuronen, zu bestimmen, welche Informationen die Pyramidezellen erhalten. Das ist also eine Art Vorkontrolle. Andere Interneuronen können die Pyramidezellen erst dann bremsen, wenn diese erneut Signale abgeben wollen. Sie kontrollieren die Aktivität der Pyramidezellen nachträglich.
Ein Vorteil des doppelten Kontrollmechanismusses ist, dass das Gehirn immer scharf ist, aber nicht überlastet werden kann. Das es wichtig ist, dass das Gehirn nicht überlastet werden kann, erweist sich zum Beispiel bei Epilepsie. Bei einem Epilepsieanfall gerät das Gehirn, einschließlich Hippokampus, durcheinander und geben alle Pyramidezellen gleichzeitig Signale ab. Das Gehirn wird überlastet und kann nicht mehr adäquat auf Stimuli von außen reagieren. Der Patient verliert dann das Bewusstsein.
Es gibt Anzeichen, dass bei Epilepsiepatienten die Interneuronen angegriffen sind, so dass die Pyramidezellen weniger abgebremst werden. Zukünftige Untersuchungen sollen erweisen, welche der zwei Interneuronenarten angegriffen ist.
Nähere Informationen bei der Doktorandin Corette Wierenga (Universität von Amsterdam, Swammerdam Institute for Life Sciences, Fachbereich Neurobiologie, ab dem 15. Februar tätig an der Brandeis University, Waltham (MA), USA, Tel. +31 (0)20 5257632 (Büro) oder +31 (0)20 6279261 (privat), Fax +31 (0)20 5257709, E-Mail: wierenga@science.uva.nl Promotion am 18. Januar 2002, Promotor Prof. Dr. W.J. Wadman

Msc Michel Philippens | idw

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