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Neue Therapiemöglichkeit bei Dickdarmkrebserkrankungen

11.10.2006
Impfung mit "bispezifischen Antikörpern" gibt Hoffnung

Einem Wissenschaftsteam der Chirurgischen Universitätsklinik Heidelberg ist es in Kooperation mit Forschern des Deutschen Krebsforschungszentrums (DKFZ) gelungen, eine neue Krebstherapie zu entwickeln. Vor allem Patienten, die an fortgeschrittenem Dickdarmkrebs leiden, werden mit ihren eigenen Krebszellen geimpft. Diese speziellen Zellen wurden zuvor für die Immunabwehr "erkennbar" gemacht, das heißt mit einem unschädlichen Virus infiziert und mit Antikörpern beladen. Dem Immunsystem soll es auf diese Weise möglich sein, die krankhaften Zellen besser zu erkennen und letztlich anzugreifen. Das medizinische Forschungsprojekt wird von der Dietmar Hopp-Stiftung mit rund 780.000 Euro gefördert.

Da bereits bei anderen Tumorarten Erfolge erzielt werden konnten, soll dieses Therapiemodell nun auch bei der spezifischen Art des Dickdarmkrebes in verbesserter Form überprüft werden. Dies stellt eine neue Alternative zur lebensverlängernden, jedoch nicht heilenden Chemotherapie dar. Im Gespräch mit pressetext weist ein wissenschaftlicher Mitarbeiter des DKFZ, Abteilung für Zelluläre Immunologie, darauf hin, dass erste Studien über die Verträglichkeit der Therapie mit zwölf Patienten durchgeführt werden. Den speziell geimpften Krebszellen wurde ein Vogelvirus, der üblicherweise Hühner befällt, integriert. Damit soll das Immunsystem des Krebspatienten stärker stimuliert werden. Das verwendete Virus sei nicht human pathogen, das heißt nicht krankheitsbildend und vom menschlichen Immunsystem innerhalb von zwölf bis 24 Stunden abzustoßen, heißt es auf Nachfrage von pressetext.

Indem eine Impfung mit eigenen Tumorzellen beim Menschen vorgenommen wird, lasse sich auch das Überleben von Krebspatienten teils erheblich verlängern, so Jürgen Weitz, Leiter der Sektion für Chirurgische Onkologie in der Chirurgischen Universitätsklinik Heidelberg. "Bispezifische Antikörper" sollen einerseits die Krebszelle und andererseits das Immunsystem binden, so dass der Grad der Wirksamkeit der Impfung erheblich erhöht werden könnte. Die Chirurgische Klinik in Heidelberg ermöglicht vor allem Patienten, die an einem bereits behandelten, fortgeschrittenen Dickdarmkrebs leiden, die Teilnahme an der Studie. Dickdarmkrebs ist eine der häufigsten Krebserkrankungen in Deutschland, an der im Jahr 2000 rund 65.000 Männer und Frauen erkrankten. Tochtergeschwülste, so genannte Metastasen, siedeln sich bevorzugt an Lunge oder Leber an und gelten als hauptsächliche Todesursache.

Florian Fügemann | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.klinikum.uni-heidelberg.de
http://www.dkfz.de/de/index.html
http://www.dietmar-hopp-stiftung.de

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