Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Kurzsichtigkeit - der Preis guter Ausbildung?

29.09.2006
EU fördert Entschlüsselung zugrundeliegender Mechanismen

Je mehr studiert wird, desto mehr Kurzsichtigkeit tritt auf. Warum? Und wie kann man das vermeiden? Ab Oktober unterstützt die Europäische Union ein hochkarätig besetztes Forschungsausbildungsnetz mit insgesamt 3,2 Millionen Euro. Unter Führung der Tübinger Universitäts-Augenklinik wird "MyEuropia" die europäische Kompetenz auf dem Gebiet der Kurzsichtigkeitsforschung vereinen.

Besonderer Schwerpunkt des Kollaborationsprojektes: die fundierte fächerübergreifende Aus- und Weiterbildung wissenschaftlichen Nachwuchses.

Ungefähr ein Drittel der Bewohner industrialisierter Länder trifft das Problem: was nicht direkt vor der Nase steht, verschwimmt. In die Ferne scharf sehen - ohne optische Hilfsmittel unmöglich. Schuld an der im Fachjargon auch Myopie genannten Kurzsichtigkeit ist in der Regel ein Wachstumsfehler. Der Augapfel wächst zu lang und das "scharfe Bild" entsteht nicht mehr auf der Netzhaut, sondern bereits ein Stück davor.

... mehr zu:
»Kurzsichtigkeit

Die Ausprägung der Kurzsichtigkeit scheint stark durch Bildungsmöglichkeiten beeinflusst. Untersuchungen und epidemiologische Studien haben gezeigt, je mehr gelesen und studiert wird, desto häufiger tritt der Sehfehler auf. Gerade in Ländern, in denen der Ausbildungsstand schnell steigt, nimmt die Kurzsichtigkeit stark zu. So hat sie sich beispielsweise in Taiwan bei Achtjährigen in zehn Jahren verdoppelt. In einigen Ländern im fernen Osten sind in-zwischen bis zu 90 Prozent der Bewohner der Städte kurzsichtig. Das Risiko von Komplikationen, wie etwa eine Überdehnung und Ablösung der Netzhaut oder gar eine Erblindung, ist zu einem ernst zu nehmenden Problem geworden.

Wissenschaftler und führende Industriepartner aus Deutschland, Großbritannien, Frankreich und Spanien versuchen herauszufinden, welche Mechanismen und Ursachen der Myopie zugrunde liegen, und stehen in den letzten Jahren bei der Identifizierung ihrer grundlegender Mechanismen an vorderster Front. Von Oktober 2006 an fördert die Europäische Union sie für vier Jahre mit 3,2 Millionen Euro. "MyEuropia" heißt es kurz, das Europäische Marie Curie Forschungsausbildungsnetz, das unter der Führung der Universitäts-Augenklinik Tübingen die derzeitige europäische Fachkompetenz vereinen soll. Das Kooperationsprojekt will sich wissenschaftlich drei verschiedenen Aspekten widmen. Zum einen den Möglichkeiten neuer optischer Korrekturverfahren, die das Fortschreiten der Kurzsichtigkeit hemmen, zum anderen aber auch den Möglichkeiten, durch Augentropfen das Längenwachstum des Auges zu hemmen. Drittens soll der Sache ganz ursächlich auf den Grund gegangen und die Gene ge-funden werden, die bei der Entstehung von Kurzsichtigkeit eine Rolle spielen.

Ein besonderer Schwerpunkt wird aber auch in der fundierten und fächerübergreifenden Aus- und Weiterbildung des wissenschaftlichen Nachwuchses liegen. "Wir sind hocherfreut über diese großartige Möglichkeit, hoch motivierte junge Menschen an diesen zukunftsträchtigen Forschungsbereich heranzuführen", freuen sich die beiden federführenden Koordinatoren am Universitätsklinikum Tübingen, Prof. Frank Schaeffel und Dr. Thomas Wheeler-Schilling. "Die Möglichkeit von vielfältigen Kooperationen auf dem Gebiet der Forschung im Bereich Kurzsichtigkeit zu bündeln, stellt einen weiteren Meilenstein zum Verständnis eines unserer kostbarsten Sinne, des Sehens, dar."

Ansprechpartner für nähere Informationen:

Universitätsklinikum Tübingen
Augenklinik
Prof. Dr. Frank Schaeffel, Leiter der Sektion Neurobiologie des Auges
Calwerstr. 7/1, 72076 Tübingen
Tel. 07071/29-8 07 39, Fax 07071/29 51 96
E-Mail: frank.schaeffel@uni-tuebingen.de
Dr. Thomas H. Wheeler-Schilling,
Leiter der Stabsstelle Wissenschaftsmanagement,
Röntgenweg 11, 72076 Tübingen
Tel. 07071/29-8 76 44, Fax 07071/29 37 74
E-Mail: thomas.wheeler-schilling@uni-tuebingen.de

Dr. Ellen Katz | idw
Weitere Informationen:
http://www.my-europia.net

Weitere Berichte zu: Kurzsichtigkeit

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Überdosis Calcium
19.06.2018 | Albert-Ludwigs-Universität Freiburg im Breisgau

nachricht Berner Forschende entdecken Schlaf-Wach-Schaltzentrale im Hirn
11.06.2018 | Universität Bern

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Überdosis Calcium

Nanokristalle beeinflussen die Differenzierung von Stammzellen während der Knochenbildung

Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der Universitäten Freiburg und Basel haben einen Hauptschalter für die Regeneration von Knochengewebe identifiziert....

Im Focus: Overdosing on Calcium

Nano crystals impact stem cell fate during bone formation

Scientists from the University of Freiburg and the University of Basel identified a master regulator for bone regeneration. Prasad Shastri, Professor of...

Im Focus: AchemAsia 2019 in Shanghai

Die AchemAsia geht in ihr viertes Jahrzehnt und bricht auf zu neuen Ufern: Das International Expo and Innovation Forum for Sustainable Chemical Production findet vom 21. bis 23. Mai 2019 in Shanghai, China statt. Gleichzeitig erhält die Veranstaltung ein aktuelles Profil: Die elfte Ausgabe fokussiert auf Themen, die für Chinas Prozessindustrie besonders relevant sind, und legt den Schwerpunkt auf Nachhaltigkeit und Innovation.

1989 wurde die AchemAsia als Spin-Off der ACHEMA ins Leben gerufen, um die Bedürfnisse der sich damals noch entwickelnden Iindustrie in China zu erfüllen. Seit...

Im Focus: AchemAsia 2019 will take place in Shanghai

Moving into its fourth decade, AchemAsia is setting out for new horizons: The International Expo and Innovation Forum for Sustainable Chemical Production will take place from 21-23 May 2019 in Shanghai, China. With an updated event profile, the eleventh edition focusses on topics that are especially relevant for the Chinese process industry, putting a strong emphasis on sustainability and innovation.

Founded in 1989 as a spin-off of ACHEMA to cater to the needs of China’s then developing industry, AchemAsia has since grown into a platform where the latest...

Im Focus: Li-Fi erstmals für das industrielle Internet der Dinge getestet

Mit einer Abschlusspräsentation im BMW Werk München wurde das BMBF-geförderte Projekt OWICELLS erfolgreich abgeschlossen. Dabei wurde eine Li-Fi Kommunikation zu einem mobilen Roboter in einer 5x5m² Fertigungszelle demonstriert, der produktionsübliche Vorgänge durchführt (Teile schweißen, umlegen und prüfen). Die robuste, optische Drahtlosübertragung beruht auf räumlicher Diversität, d.h. Daten werden von mehreren LEDs und mehreren Photodioden gleichzeitig gesendet und empfangen. Das System kann Daten mit mehr als 100 Mbit/s und fünf Millisekunden Latenz übertragen.

Moderne Produktionstechniken in der Automobilindustrie müssen flexibler werden, um sich an individuelle Kundenwünsche anpassen zu können. Forscher untersuchen...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Event News

Munich conference on asteroid detection, tracking and defense

13.06.2018 | Event News

2nd International Baltic Earth Conference in Denmark: “The Baltic Sea region in Transition”

08.06.2018 | Event News

ISEKI_Food 2018: Conference with Holistic View of Food Production

05.06.2018 | Event News

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Rätselhaftes IceCube-Ereignis könnte von Tau-Neutrino stammen

19.06.2018 | Physik Astronomie

Automatisierung und Produktionstechnik – Wandlungsfähig – Präzise – Digital

19.06.2018 | Messenachrichten

Überdosis Calcium

19.06.2018 | Medizin Gesundheit

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics