Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Miniatur-Schirme heilen Kinderherzen

04.09.2006
MHH-Kardiologen und -Herzchirurgen nutzen als eine der ersten Ärzte Deutschlands neue OP-Methode

In der Kinderklinik der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH) ist als einer der ersten Patienten in Deutschland ein dreijähriges Kind mit dem so genannten Doppelschirmsystem an einem großen Kammerscheidewanddefekt operiert worden. Bislang wurde diese Methode nur im Vorhof des Herzens eingesetzt, wo der Blutdruck deutlich geringer ist. "Das Doppelschirmsystem verringert nicht nur die OP-Dauer, sondern verhindert auch Spätfolgen, die andere Operationsmethoden verursachen können", erklärt der behandelnde Kardiologe Dr. Harald Bertram, Abteilung Kinderheilkunde, Pädiatrische Kardiologie und Pädiatrische Intensivmedizin.

Ein Defekt zwischen den beiden Herzkammern gehört bei Neugeborenen zu einer der häufigsten Fehlbildungen des Herzens. Weil durch das Loch im Herzen zuviel Blut von der linken in die rechte Herzkammer fließt, muss in einer ersten Operation die Lungenschlagader der Kinder eingeengt oder "gebändelt" werden, um den Blutfluss zu regulieren. Die Operation ist allerdings nur eine Zwischenlösung, das Bändchen muss nach einer gewissen Zeit wieder gelöst werden. Der eigentliche Defekt in der Kammerscheidewand kann dann oft nur mit einem Schnitt durch die linke Herzkammer behoben werden: Ein Eingriff mit erheblichen Folgen. Die Narben im Gewebe ähneln denen, die ein Herzinfarkt verursacht. Mit 18 Jahren haben die Herzen der Kinder dann nur noch die Pumpleistung eines 55-Jährigen.

Der eingesetzte Okkluder oder Doppelschirm verhindert diesen Effekt. Im Teamwork von Kardiologe und Herzchirurg erfolgt die Operation durch die rechte Herzkammer. Wenn der Chirurg das Bändchen um die Lungenschlagader gelöst hat, schiebt der Kardiologe die Schirmchen mit einem Katheter an ihren Zielort zwischen den Herzkammern, wo sie sich auf beiden Seiten des Loches anpassen und es sicher und komplett verschließen. Das Metallgeflecht ist korrosionsstabil, an den Gore-Tex-Fasern des Schirmchens kleben sich die Blutzellen förmlich an, bis die Fasern schließlich von der Herzinnenhaut überwachsen sind. Der Eingriff dauert eine halbe Stunde, die klassische OP kann bis zu vier Stunden dauern. Narbenbildung gibt es bei dieser auch "Hybrid-Intervention" genannten OP-Methode nicht, weil der Schnitt durch die linke Herzkammer ganz entfällt, die Kinderherzen können sich wesentlich unbelasteter weiterentwickeln. Die Operationsmethode soll beständig weiterentwickelt werden, so dass die erste Operation zur Verengung der Schlagader in Zukunft überflüssig wird.

... mehr zu:
»Herzkammer »Intensivmedizin

Weitere Informationen gibt Ihnen gern Dr. Harald Bertram, Abteilung Kinderheilkunde, Pädiatrische Kardiologie und Pädiatrische Intensivmedizin, Telefon (0511)- 532-6751 (Sekretariat Professor Wessel).

Stefan Zorn | idw
Weitere Informationen:
http://www.mh-hannover.de/

Weitere Berichte zu: Herzkammer Intensivmedizin

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Neuer Ansatz im Kampf gegen Prostatakrebs entdeckt
24.05.2018 | Universität Bern

nachricht Die neue Achillesferse von Blutkrebs
22.05.2018 | Ludwig Boltzmann Gesellschaft

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Starke IT-Sicherheit für das Auto der Zukunft – Forschungsverbund entwickelt neue Ansätze

Je mehr die Elektronik Autos lenkt, beschleunigt und bremst, desto wichtiger wird der Schutz vor Cyber-Angriffen. Deshalb erarbeiten 15 Partner aus Industrie und Wissenschaft in den kommenden drei Jahren neue Ansätze für die IT-Sicherheit im selbstfahrenden Auto. Das Verbundvorhaben unter dem Namen „Security For Connected, Autonomous Cars (SecForCARs) wird durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung mit 7,2 Millionen Euro gefördert. Infineon leitet das Projekt.

Bereits heute bieten Fahrzeuge vielfältige Kommunikationsschnittstellen und immer mehr automatisierte Fahrfunktionen, wie beispielsweise Abstands- und...

Im Focus: Powerful IT security for the car of the future – research alliance develops new approaches

The more electronics steer, accelerate and brake cars, the more important it is to protect them against cyber-attacks. That is why 15 partners from industry and academia will work together over the next three years on new approaches to IT security in self-driving cars. The joint project goes by the name Security For Connected, Autonomous Cars (SecForCARs) and has funding of €7.2 million from the German Federal Ministry of Education and Research. Infineon is leading the project.

Vehicles already offer diverse communication interfaces and more and more automated functions, such as distance and lane-keeping assist systems. At the same...

Im Focus: Mit Hilfe molekularer Schalter lassen sich künftig neuartige Bauelemente entwickeln

Einem Forscherteam unter Führung von Physikern der Technischen Universität München (TUM) ist es gelungen, spezielle Moleküle mit einer angelegten Spannung zwischen zwei strukturell unterschiedlichen Zuständen hin und her zu schalten. Derartige Nano-Schalter könnten Basis für neuartige Bauelemente sein, die auf Silizium basierende Komponenten durch organische Moleküle ersetzen.

Die Entwicklung neuer elektronischer Technologien fordert eine ständige Verkleinerung funktioneller Komponenten. Physikern der TU München ist es im Rahmen...

Im Focus: Molecular switch will facilitate the development of pioneering electro-optical devices

A research team led by physicists at the Technical University of Munich (TUM) has developed molecular nanoswitches that can be toggled between two structurally different states using an applied voltage. They can serve as the basis for a pioneering class of devices that could replace silicon-based components with organic molecules.

The development of new electronic technologies drives the incessant reduction of functional component sizes. In the context of an international collaborative...

Im Focus: GRACE Follow-On erfolgreich gestartet: Das Satelliten-Tandem dokumentiert den globalen Wandel

Die Satellitenmission GRACE-FO ist gestartet. Am 22. Mai um 21.47 Uhr (MESZ) hoben die beiden Satelliten des GFZ und der NASA an Bord einer Falcon-9-Rakete von der Vandenberg Air Force Base (Kalifornien) ab und wurden in eine polare Umlaufbahn gebracht. Dort nehmen sie in den kommenden Monaten ihre endgültige Position ein. Die NASA meldete 30 Minuten später, dass der Kontakt zu den Satelliten in ihrem Zielorbit erfolgreich hergestellt wurde. GRACE Follow-On wird das Erdschwerefeld und dessen räumliche und zeitliche Variationen sehr genau vermessen. Sie ermöglicht damit präzise Aussagen zum globalen Wandel, insbesondere zu Änderungen im Wasserhaushalt, etwa dem Verlust von Eismassen.

Potsdam, 22. Mai 2018: Die deutsch-amerikanische Satellitenmission GRACE-FO (Gravity Recovery And Climate Experiment Follow On) ist erfolgreich gestartet. Am...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Im Fokus: Klimaangepasste Pflanzen

25.05.2018 | Veranstaltungen

Größter Astronomie-Kongress kommt nach Wien

24.05.2018 | Veranstaltungen

22. Business Forum Qualität: Vom Smart Device bis zum Digital Twin

22.05.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Berufsausbildung mit Zukunft

25.05.2018 | Unternehmensmeldung

Untersuchung der Zellmembran: Forscher entwickeln Stoff, der wichtigen Membranbestandteil nachahmt

25.05.2018 | Interdisziplinäre Forschung

Starke IT-Sicherheit für das Auto der Zukunft – Forschungsverbund entwickelt neue Ansätze

25.05.2018 | Informationstechnologie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics