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Lebensmittelueberwachung der Laender beanstandet 132.000 Betriebe

17.07.2006
Jahresbericht Lebensmittelueberwachung 2005: Maengel bei Hygiene und Kennzeichnung bleiben auf Vorjahresniveau

Fast jeder fuenfte Betrieb, der Lebensmittel herstellt, bearbeitet oder verkauft ist im Jahr 2005 bei Lebensmittelkontrollen aufgefallen. 16,4 Prozent der kontrollierten Betriebe verstiessen gegen Hygienebestimmungen, 5,8 Prozent hatten ihre Produkte mangelhaft gekennzeichnet oder irrefuehrend beworben oder verpackt. Die betrieblichen Eigenkontrollen wurden in 4,6 Prozent der Betriebe beanstandet. Dies ist das Ergebnis des "Jahresberichts Lebensmittelueberwachung 2005", den das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) auf der Basis der Kontrollergebnisse der Bundeslaender zusammengestellt hat, die in Deutschland für die Lebensmittelueberwachung zustaendig sind. Das BVL informiert mit dem Bericht die Europaeische Kommission ueber die Aktivitaeten der Lebensmittelueberwachungsbehoerden in Deutschland.

Die Ueberwachungsbehoerden in den Laendern fuehrten 2005 insgesamt 1.091.966 Kontrollen in 592.010 Betrieben durch. Damit wurden 56 Prozent aller Betriebe kontrolliert. In den vergangenen vier Jahren ging die Zahl der Kontrollbesuche um insgesamt acht Prozent zurueck.

Neben der Kontrolle von Betrieben nehmen die Untersuchungsbehoerden der Laender auch Lebensmittelproben. Von den im vergangenen Jahr untersuchten 400.526 Proben wurden durchschnittlich 15,3 Prozent beanstandet. Der Anteil der beanstandeten Proben ist damit seit 2002 praktisch gleich geblieben. Mit einer Quote von 21,4 Prozent der untersuchten Proben wiesen Speiseeis und Desserts wie in den Vorjahren die hoechste Beanstandungsquote auf. Bei Fleisch, Wild, Gefluegel und Wurst lag der Anteil der beanstandeten Proben bei 20,2 Prozent. Dagegen wurden nur 10,3 Prozent der untersuchten Obst- und Gemueseproben und 9,4 Prozent der Proben von Schokolade, Kakao, kakaohaltigen Erzeugnissen, Kaffee und Tee beanstandet.

Etwa die Haelfte der Beanstandungen durch die Lebensmittelueberwachungsbehoerden ging auf falsche, mangelhafte oder irrefuehrende Kennzeichnung bzw. Aufmachung von Lebensmitteln zurueck. Beispiele hierfuer sind ein fehlendes Mindesthaltbarkeitsdatum oder Mogel-packungen, die eine groessere Fuellmenge vortaeuschen. Fast jede sechste beanstandete Probe war verdorben oder enthielt krankheitserregende Keime. Neun Prozent der beanstandeten Proben wiesen Verunreinigungen durch Rueckstaende wie Pflanzenschutzmittel, Kontaminanten wie Acrylamid oder Fremdkoerper wie Sand oder Glassplitter auf. In 13 Prozent der beanstandeten Proben entsprach die Zusammensetzung der Lebensmittel nicht den Vorschriften. Hierunter faellt zum Beispiel die Verwendung von Schweinefleisch für ein Wiener Schnitzel, das aus Kalbfleisch bestehen muss.

Bei der Auswahl der Betriebe und Proben konzentriert sich die Lebensmittelueberwachung auf die Faelle, von denen erhoehte Risiken für den Verbraucher ausgehen können. Aus der Zahl der Beanstandungen kann daher nicht auf die generelle Sicherheit der Lebensmittel und die Einhaltung der gesetzlichen Anforderungen durch alle Betriebe in Deutschland geschlossen werden. Eine risikoorientierte Auswahl von Betriebskontrollen und Proben wird auch von der EU gefordert und erfolgt seit 2006 EU-weit nach einheitlichen Grundsaetzen.

Der Jahresbericht ist online abrufbar unter www.bvl.bund.de > Lebensmittel
> Sicherheit und Kontrollen > Jahresbericht Lebensmittelueberwachung

Jochen Heimberg | idw
Weitere Informationen:
http://www.bvl.bund.de

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