Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Impfstoff gegen Rauchen geht zweite Testphase

07.07.2006
NicVax hindert Suchtstoff zum Gehirn vorzudringen

Wissenschaftler suchen bereits einige Jahre nach Impfstoffen, mit denen die Sucht nach verschiedenen legalen und illegalen Substanzen wie etwa Kokain, Heroin und Nikotin bekämpft werden kann. Nachdem Tierversuche aufzeigten, dass der durch das Unternehmen Nabi Biopharmaceuticals produzierte Impfstoff NicVax den Nikotingehalt im Gehirn stark senkt, geht das Mittel jetzt in die zweite klinische Testphase. Ziel dieser Phase ist zu untersuchen, ob der Impfstoff es tatsächlich erleichtert, das Rauchen aufzugeben, meldet die New York Times. Verschiedene Institutionen, wie etwa die Universität Kalifornien in San Francisco, die Universität Minnesota und das Massachusetts General Hospital http://www.mgh.harvard.edu , nehmen an dieser Untersuchungsphase teil.

Der Impfstoff, der mit einer Injektion verabreicht wird, regt den Abwehrmechanismus des Körpers gegen das Nikotin an. Nikotin setzt normalerweise Stoffe wie etwa Dopamin im Gehirn frei, die den süchtig machenden Kick auslösen. Nicvax stimuliert das Immunsystem Antikörper zu produzieren, die das Nikotin an sich binden können. Der Suchtstoff dringt dadurch nicht mehr bis zum Gehirn durch, wodurch das sehnsüchtige Gefühl nachlässt. "Die Antikörper, die nach einer NicVax-Impfung hergestellt werden, bleiben etwa einen Monat im Körper", so Victor Reus, Psychiater an der Universität Kalifornien. "Die Therapie muss nun auf eine solche Weise gestaltet werden, dass die Antikörper-Reaktion über einen möglichst langen Zeitraum verbreitet wird."

Aktuelle Studien belegen, dass sieben von zehn Rauchern ihre Unsitte am liebsten sofort aufgeben würden. Die meisten Menschen sind in ihren Versuchen jedoch nicht erfolgreich. Weltweit beläuft sich der Markt für Therapien gegen das Rauchen pro Jahr auf über eine Mrd. Dollar, die langfristigen Erfolgsraten betragen jedoch nur 20 Prozent. Offenbar erfordert der Kampf gegen die Zigarette neue, revolutionäre Mittel. Für das erste Unternehmen, das einen erfolgreichen Nikotinimpfstoff auf den Markt bringt, werden die finanziellen Folgen daher riesig sein. "Aber sogar wenn die zweite Testphase mit Erfolg abgeschlossen wird, dauert es mindestens noch zwei Jahre, bis das Mittel vermarktet werden kann", so die Forscher abschließend.

Reanne Leuning | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.nabi.com
http://www.ucsf.edu
http://www.umn.edu

Weitere Berichte zu: Impfstoff NicVax

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Kommunikation ist alles – auch im Immunsystem
28.11.2017 | Universitätsklinikum Magdeburg

nachricht Wie der Stoffwechsel im Zellkern (Krebs-)Gene kontrolliert
28.11.2017 | CeMM Forschungszentrum für Molekulare Medizin der Österreichischen Akademie der Wissenschaften

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Stabile Quantenbits

Physiker aus Konstanz, Princeton und Maryland schaffen ein stabiles Quantengatter als Grundelement für den Quantencomputer

Meilenstein auf dem Weg zum Quantencomputer: Wissenschaftler der Universität Konstanz, der Princeton University sowie der University of Maryland entwickeln ein...

Im Focus: Realer Versuch statt virtuellem Experiment: Erfolgreiche Prüfung von Nanodrähten

Mit neuartigen Experimenten enträtseln Forscher des Helmholtz-Zentrums Geesthacht und der Technischen Universität Hamburg, warum winzige Metallstrukturen extrem fest sind

Ultraleichte und zugleich extrem feste Werkstoffe – poröse Nanomaterialien aus Metall versprechen hochinteressante Anwendungen unter anderem für künftige...

Im Focus: Geburtshelfer und Wegweiser für Photonen

Gezielt Photonen erzeugen und ihren Weg kontrollieren: Das sollte mit einem neuen Design gelingen, das Würzburger Physiker für optische Antennen erarbeitet haben.

Atome und Moleküle können dazu gebracht werden, Lichtteilchen (Photonen) auszusenden. Dieser Vorgang verläuft aber ohne äußeren Eingriff ineffizient und...

Im Focus: Towards data storage at the single molecule level

The miniaturization of the current technology of storage media is hindered by fundamental limits of quantum mechanics. A new approach consists in using so-called spin-crossover molecules as the smallest possible storage unit. Similar to normal hard drives, these special molecules can save information via their magnetic state. A research team from Kiel University has now managed to successfully place a new class of spin-crossover molecules onto a surface and to improve the molecule’s storage capacity. The storage density of conventional hard drives could therefore theoretically be increased by more than one hundred fold. The study has been published in the scientific journal Nano Letters.

Over the past few years, the building blocks of storage media have gotten ever smaller. But further miniaturization of the current technology is hindered by...

Im Focus: Successful Mechanical Testing of Nanowires

With innovative experiments, researchers at the Helmholtz-Zentrums Geesthacht and the Technical University Hamburg unravel why tiny metallic structures are extremely strong

Light-weight and simultaneously strong – porous metallic nanomaterials promise interesting applications as, for instance, for future aeroplanes with enhanced...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Innovative Strategien zur Bekämpfung von parasitären Würmern

08.12.2017 | Veranstaltungen

Hohe Heilungschancen bei Lymphomen im Kindesalter

07.12.2017 | Veranstaltungen

Der Roboter im Pflegeheim – bald Wirklichkeit?

05.12.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Papstar entscheidet sich für tisoware

08.12.2017 | Unternehmensmeldung

Natürliches Radongas – zweithäufigste Ursache für Lungenkrebs

08.12.2017 | Unternehmensmeldung

„Spionieren“ der versteckten Geometrie komplexer Netzwerke mit Hilfe von Maschinenintelligenz

08.12.2017 | Biowissenschaften Chemie