Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Bereits leichte Beinarterienverkalkung steigert das Sterberisiko

29.06.2006
Doppelt so viele Todesfälle bei PAVK-Patienten

Ein Forscherteam unter der Leitung von Hans-Joachim Trampisch der Abteilung für Medizinische Informatik, Biometrie und Epidemologie der Ruhr-Universität Bochum hat im Rahmen der getABI-Studie (German epidemiological trial on ankle brachial index) über einen Zeitraum von drei Jahren Patienten mit einer mangelnden Durchblutung der Beine (PAVK - Periphere arterielle Verschlusskrankheit) beobachtet. Die Wissenschaftler konnten dabei erstmals feststellen, dass schon eine leichte Verkalkung der Arterien in den Beinen das Sterberisiko drastisch erhöht. Die Studienergebnissen wurden nun im "European Heart Journal" veröffentlicht.


Forscher empfehlen Risikogruppen Untersuchung beim Hausarzt (Foto: www.g-netz.de)

Allein in den USA und Europa sind jährlich über 20 Mio. Menschen von einer Arterienverkalkung betroffen. "Die Erkrankung kann allerdings sehr leicht bestimmt werden, ähnlich wie der Blutdruck", erklärt Trampisch im pressetext-Gespräch. Die Verengung der Gefäße, die meistens in mehren Bereichen (Herz, Gehirn, Beine) zugleich stattfindet, führt zu einem schlechteren Durchfluss des Blutes, wodurch der Blutdruck und der Blutfluss hinter dem Hindernis absinken. Ist der Blutdruck der Knöchelarterie niedriger als der der Armarterie (erniedrigter Knöchel-Arm-Index, ABI), ist dies ein klarer Hinweis auf eine PAVK und somit auf eine generalisierte Arterienverkalkung.

Die getABI-Studie wurde auf der Grundlage dieser Kenntnisse durchgeführt. "2001 wurden in 344 niedergelassenen Hausarztpraxen jeweils 20 Patienten über 65 Jahre auf PAVK untersucht", erzählt Trampisch. Bei 18 Prozent von ihnen konnte PAVK diagnostiziert werden. Nach drei Jahren folgte ein Follow-up. Es stellte sich heraus, dass mittlerweile 10,9 Prozent der Betroffenen gestorben waren - mehr als doppelt so viele wie in der Gruppe ohne PAVK. "Der ABI erwies sich dabei als entscheidender Risikoindikator für die Gesamtmortalität sowie die Chance, an einer PAVK zu erkranken", so Trampisch. "Der Index spielt dabei sogar eine größere Rolle wie etwa Aktivrauchen oder Bluthochdruck."

... mehr zu:
»ABI »Arterienverkalkung »PAVK

Je ausgeprägter der ABI ausfiel, umso höher zeigte sich die Sterblichkeit der Betroffenen. Von den Patienten mit Unterschieden von mehr als 50 Prozent zum normal-ABI waren nach drei Jahren 18,4 Prozent der Patienten verstorben. Die Ergebnisse zeigten aber auch, dass Patienten mit leicht erhöhten ABI-Werten ebenfalls nicht gefäßgesund sind. Es ist das erste Mal, dass eine Studie belegt, dass schon eine leichte Arterienverkalkung die Sterblichkeit steigert. Bisher wurde nur eine Blutdruckdifferenz zwischen Armen und Beinen von mehr als zehn Prozent als krankhaft bezeichnet. "Indem Risikopatienten sich sehr einfach identifizieren lassen, ist eine frühzeitige Behandlung jedoch möglich", so Trampisch. Die Forscher empfehlen somit, dass Risikogruppen künftig vorsorglich beim Hausarzt untersucht werden.

Reanne Leuning | pressetext.deutschland
Weitere Informationen:
http://www.ruhr-uni-bochum.de
http://eurheartj.oxfordjournals.org

Weitere Berichte zu: ABI Arterienverkalkung PAVK

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Neuer Ansatz: Nierenschädigungen therapieren, bevor Symptome auftreten
20.09.2017 | Universitätsklinikum Regensburg (UKR)

nachricht Neuer Ansatz zur Therapie der diabetischen Nephropathie
19.09.2017 | Universitätsklinikum Magdeburg

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: The pyrenoid is a carbon-fixing liquid droplet

Plants and algae use the enzyme Rubisco to fix carbon dioxide, removing it from the atmosphere and converting it into biomass. Algae have figured out a way to increase the efficiency of carbon fixation. They gather most of their Rubisco into a ball-shaped microcompartment called the pyrenoid, which they flood with a high local concentration of carbon dioxide. A team of scientists at Princeton University, the Carnegie Institution for Science, Stanford University and the Max Plank Institute of Biochemistry have unravelled the mysteries of how the pyrenoid is assembled. These insights can help to engineer crops that remove more carbon dioxide from the atmosphere while producing more food.

A warming planet

Im Focus: Hochpräzise Verschaltung in der Hirnrinde

Es ist noch immer weitgehend unbekannt, wie die komplexen neuronalen Netzwerke im Gehirn aufgebaut sind. Insbesondere in der Hirnrinde der Säugetiere, wo Sehen, Denken und Orientierung berechnet werden, sind die Regeln, nach denen die Nervenzellen miteinander verschaltet sind, nur unzureichend erforscht. Wissenschaftler um Moritz Helmstaedter vom Max-Planck-Institut für Hirnforschung in Frankfurt am Main und Helene Schmidt vom Bernstein-Zentrum der Humboldt-Universität in Berlin haben nun in dem Teil der Großhirnrinde, der für die räumliche Orientierung zuständig ist, ein überraschend präzises Verschaltungsmuster der Nervenzellen entdeckt.

Wie die Forscher in Nature berichten (Schmidt et al., 2017. Axonal synapse sorting in medial entorhinal cortex, DOI: 10.1038/nature24005), haben die...

Im Focus: Highly precise wiring in the Cerebral Cortex

Our brains house extremely complex neuronal circuits, whose detailed structures are still largely unknown. This is especially true for the so-called cerebral cortex of mammals, where among other things vision, thoughts or spatial orientation are being computed. Here the rules by which nerve cells are connected to each other are only partly understood. A team of scientists around Moritz Helmstaedter at the Frankfiurt Max Planck Institute for Brain Research and Helene Schmidt (Humboldt University in Berlin) have now discovered a surprisingly precise nerve cell connectivity pattern in the part of the cerebral cortex that is responsible for orienting the individual animal or human in space.

The researchers report online in Nature (Schmidt et al., 2017. Axonal synapse sorting in medial entorhinal cortex, DOI: 10.1038/nature24005) that synapses in...

Im Focus: Tiny lasers from a gallery of whispers

New technique promises tunable laser devices

Whispering gallery mode (WGM) resonators are used to make tiny micro-lasers, sensors, switches, routers and other devices. These tiny structures rely on a...

Im Focus: Wundermaterial Graphen: Gewölbt wie das Polster eines Chesterfield-Sofas

Graphen besitzt extreme Eigenschaften und ist vielseitig verwendbar. Mit einem Trick lassen sich sogar die Spins im Graphen kontrollieren. Dies gelang einem HZB-Team schon vor einiger Zeit: Die Physiker haben dafür eine Lage Graphen auf einem Nickelsubstrat aufgebracht und Goldatome dazwischen eingeschleust. Im Fachblatt 2D Materials zeigen sie nun, warum dies sich derartig stark auf die Spins auswirkt. Graphen kommt so auch als Material für künftige Informationstechnologien infrage, die auf der Verarbeitung von Spins als Informationseinheiten basieren.

Graphen ist wohl die exotischste Form von Kohlenstoff: Alle Atome sind untereinander nur in der Ebene verbunden und bilden ein Netz mit sechseckigen Maschen,...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

11. BusinessForum21-Kongress „Aktives Schadenmanagement"

22.09.2017 | Veranstaltungen

Internationale Konferenz zum Biomining ab Sonntag in Freiberg

22.09.2017 | Veranstaltungen

Die Erde und ihre Bestandteile im Fokus

21.09.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

11. BusinessForum21-Kongress „Aktives Schadenmanagement"

22.09.2017 | Veranstaltungsnachrichten

DFG bewilligt drei neue Forschergruppen und eine neue Klinische Forschergruppe

22.09.2017 | Förderungen Preise

Lebendiges Gewebe aus dem Drucker

22.09.2017 | Biowissenschaften Chemie