Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Mobile Klinik in alten Schiffscontainern

16.06.2006
Doc-in-a-Box-System soll auch in ärmeren Ländern einsetzbar werden

Die Idee ist einfach und klingt genial: Aus einem ausrangierten Schiffscontainer eine mobile Klinik zu bauen. Die ehemalige US-Journalistin Laurie Garrett hatte vor zwei Jahren diese Idee gehabt - nun ist der Prototyp des "Doc-in-a-Box"-Systems fertig, berichtet das Wissenschaftsmagazin Nature-Online. Ziel war es, eine mobile, einfach zu transportierende Ambulanzstation zu schaffen, die auch in ärmeren Ländern eingesetzt werden kann.


www.cfr.org

Es gibt tausende ausgediente Schiffscontainer in den Häfen der Welt, die aus Kostengründen nicht mehr zurückgeschickt werden. Die Container, die solide aus Stahl konzipiert sind, haben einen großen Vorteil: Ihre Größe ist standardisiert, damit sie einfach auf Lastwägen, Eisenbahnwaggons oder in Schiffen um die Welt transportiert werden können. Eine Gruppe von Architektur-Studenten vom Rensselaer Polytechnic Institute in Troy hatte den ersten Prototyp für eine solche mobile Klinik in einem 2,4 Meter breiten, 2,6 Meter hohen und 6,1 Meter langen Container in knapp sechs Monaten fertig gestellt. Mitte dieser Woche wurde der erste Doc-in-a-Box-Container in New York City aufgestellt. Doch nicht nur die Idee der mobilen Klinik per se ist besonders: Um die Kosten mit maximal 4.000 Dollar möglichst niedrig zu halten, wurden für die Ausstattung des Containers zahlreiche recyclierte Abfallprodukte wieder verwendet. Ausgestattet ist das "Doc-in-a-Box"-System mit nach oben hochklappbaren Decken zur besseren Lüftung sowie mit Solarpanelen zur Erzeugung von Strom für den Laptop und den Kühlschrank.

Garrett, die für das New York Council on Foreign Relations tätig ist, hat für das neue mobile Ambulatorium ambitionierte Pläne: "Damit könnten vor allem Kosten für die medizinische Versorgung deutlich gesenkt werden." Garrett sieht auch große Einsparungsmöglichkeiten für NGOs, die in Entwicklungsländern tätig sind. Durch bessere Koordination könne hier viel gespart und vor allem sinnlose Doppelgleisigkeiten verhindert werden. "Die Verschwendung, wenn mehrere Hilfsorganisationen unkoordiniert spenden, sollte damit ein Ende haben." Da alle Container die gleiche Grundausstattung haben, wäre auch eine größere Effizienz bei den Untersuchungen möglich. Schnell könnten Test-Ergebnisse über den Laptop in ein zentrales Rechenzentren übermittelt werden. Ein breites Einsatzgebiet des Doc-in-Box-Containers wären auch Katastrophengebiete nach Hurrikans, Erdbeben oder Tsunamis.

"Bis das allerdings alles soweit ist, muss zuerst einmal ein Umdenken einsetzen", so Garrett. Ein Prototyp des Systems soll bei der Internationalen Aids-Konferenz http://www.aids2006.org , die im August in Toronto über die Bühne gehen wird, gezeigt werden.

Wolfgang Weitlaner | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.nature.com
http://www.rpi.edu
http://www.cfr.org

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Sind Epilepsie-Patienten wetterfühlig?
23.05.2017 | Universitätsklinikum Jena

nachricht Dual-Layer Spektral-CT: Bessere Therapieplanung beim Bauchspeicheldrüsenkrebs
18.05.2017 | Deutsche Röntgengesellschaft e.V.

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Orientierungslauf im Mikrokosmos

Physiker der Universität Würzburg können auf Knopfdruck einzelne Lichtteilchen erzeugen, die einander ähneln wie ein Ei dem anderen. Zwei neue Studien zeigen nun, welches Potenzial diese Methode hat.

Der Quantencomputer beflügelt seit Jahrzehnten die Phantasie der Wissenschaftler: Er beruht auf grundlegend anderen Phänomenen als ein herkömmlicher Rechner....

Im Focus: A quantum walk of photons

Physicists from the University of Würzburg are capable of generating identical looking single light particles at the push of a button. Two new studies now demonstrate the potential this method holds.

The quantum computer has fuelled the imagination of scientists for decades: It is based on fundamentally different phenomena than a conventional computer....

Im Focus: Tumult im trägen Elektronen-Dasein

Ein internationales Team von Physikern hat erstmals das Streuverhalten von Elektronen in einem nichtleitenden Material direkt beobachtet. Ihre Erkenntnisse könnten der Strahlungsmedizin zu Gute kommen.

Elektronen in nichtleitenden Materialien könnte man Trägheit nachsagen. In der Regel bleiben sie an ihren Plätzen, tief im Inneren eines solchen Atomverbunds....

Im Focus: Turmoil in sluggish electrons’ existence

An international team of physicists has monitored the scattering behaviour of electrons in a non-conducting material in real-time. Their insights could be beneficial for radiotherapy.

We can refer to electrons in non-conducting materials as ‘sluggish’. Typically, they remain fixed in a location, deep inside an atomic composite. It is hence...

Im Focus: Hauchdünne magnetische Materialien für zukünftige Quantentechnologien entwickelt

Zweidimensionale magnetische Strukturen gelten als vielversprechendes Material für neuartige Datenspeicher, da sich die magnetischen Eigenschaften einzelner Molekülen untersuchen und verändern lassen. Forscher haben nun erstmals einen hauchdünnen Ferrimagneten hergestellt, bei dem sich Moleküle mit verschiedenen magnetischen Zentren auf einer Goldfläche selbst zu einem Schachbrettmuster anordnen. Dies berichten Wissenschaftler des Swiss Nanoscience Institutes der Universität Basel und des Paul Scherrer Institutes in der Wissenschaftszeitschrift «Nature Communications».

Ferrimagneten besitzen zwei magnetische Zentren, deren Magnetismus verschieden stark ist und in entgegengesetzte Richtungen zeigt. Zweidimensionale, quasi...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Meeresschutz im Fokus: Das IASS auf der UN-Ozean-Konferenz in New York vom 5.-9. Juni

24.05.2017 | Veranstaltungen

Diabetes Kongress in Hamburg beginnt heute: Rund 6000 Teilnehmer werden erwartet

24.05.2017 | Veranstaltungen

Wissensbuffet: „All you can eat – and learn”

24.05.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Hochspannung für den Teilchenbeschleuniger der Zukunft

24.05.2017 | Physik Astronomie

3D-Graphen: Experiment an BESSY II zeigt, dass optische Eigenschaften einstellbar sind

24.05.2017 | Physik Astronomie

Optisches Messverfahren für Zellanalysen in Echtzeit - Ulmer Physiker auf der Messe "Sensor+Test"

24.05.2017 | Messenachrichten