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Diabetes-Zentrum am Uni-Klinikum Leipzig gegründet

30.11.2001


Am 1. Dezember 2001 findet auf Initiative von Prof. Dr. Ralf Paschke, Diabetologe und kommissarischer Direktor der Medizinischen Klinik und Poliklinik III sowie von Prof. Dr. Wieland Kiess, Stoffwechselexperte und Direktor der Klinik und Poliklinik für Kinder und Jugendliche die Gründungsveranstaltung für das Klinische Diabetes-Zentrum an der Universität Leipzig statt. Das neue Zentrum entspricht den strengen Richtlinien der Deutschen Diabetes Gesellschaft.

Diabetes mellitus gehört mit einer Krankheitshäufigkeit von ca. 5% zu den wichtigsten Volkskrankheiten. Allein in Deutschland gibt es etwa 4 Millionen Betroffene. Hinzu kommen noch geschätzte 3% der Bevölkerung mit einem nicht diagnostizierten Diabetes.

Diabetiker sind besonders anfällig für zahlreiche Begleiterkrankungen bzw. Komplikationen. So erkranken ungefähr 40% aller Diabetiker an einer diabetischen Nephropathie (diabetische Nierenschädigung). Diese stellt die häufigste Ursache für die Dialysebehandlung in Deutschland dar. Die diabetische Makroangiopathie (Schädigung der Gefäße) ist nach den Unfallursachen immer noch die häufigste Ursache für die Amputation von Extremitäten. Herz-Kreislauf Komplikationen des Diabetes mellitus stehen als Todesursachen mit ca 60% sowohl bei Typ I- wie auch Typ II-Diabetikern an erster Stelle. Gerade bei Diabetikern erkennt man einen Herzinfarkt aber nicht oder zu spät, da die typischen Symptome dafür bei ihnen nicht immer auftreten. Für Herzinfarktpatienten aber ist die Einleitung der Behandlung in den ersten sechs Stunden nach Auftreten des Infarktes ganz wichtig, weil sonst das Herzgewebe irreversibel, d.h. unumkehrbar, geschädigt wird. Auch die sogenannte diabetische Retinopathie (Augenschädigung) stellt eine Gefahr für Diabetiker dar. Nach einer Krankheitsdauer von 15 Jahren erkranken 70-75% aller Diabetiker an einer diabetischen Augenschädigung und infolgedessen kommt es zu einer erheblichen Zahl von Erblindungen.

Die einzigen zur Zeit gesicherten Möglichkeiten der Vorbeugung von Komplikationen des Diabetes mellitus sind eine optimale Stoffwechseleinstellung und der frühzeitige Einsatz von Medikamenten zur Blutdrucksenkung. Zur umfassenden Betreuung der Diabetiker gehört daher, neben der Behandlung durch einen Diabetologen und eine regelmäßige Schulung auch die Möglichkeit, Sekundärkomplikationen rechtzeitig zu diagnostizieren und kompetent zu behandeln.

Um dies zu gewährleisten, hat die Deutsche Diabetes Gesellschaft die Gründung von zertifizierten klinischen Diabeteszentren zur integrierten Betreuung von Patienten mit Diabetes mellitus beschlossen. Die Bandbreite der angebotenen Leistungen in diesen Zentren muss dabei von der Betreuung schwangerer Diabetikerinnen bzw. junger Frauen mit Schwangerschaftsdiabetes, über die Betreuung von Kindern und Jugendlichen mit Diabetes bis hin zur Dialyse, Lasertherapie der Augen, Interventionskardiologie und Gefäßchirurgie reichen. "Um dies alles in Zukunft noch effektiver zu gewährleisten, erfolgt am 01.12.2001 die Auftaktveranstaltung zur Gründung des Klinischen Diabetes-Zentrums an der Universität Leipzig.", so Prof. Paschke. "Eine besondere Verantwortung haben wir dabei gegenüber unseren Kindern", ergänzt Prof. Kiess. "Mit einer optimalen Behandlung von kindlichen und jugendlichen Diabetikern legen wir den Grundstein dafür, dass sich Folgekomplikationen möglichst spät oder gar nicht einstellen."

Alle im Diabetes-Zentrum vereinten Spezialisten streben an, durch Vernetzung der einzelnen Fachrichtungen eine optimale Frühdiagnostik und Therapie der Komplikationen sowie eine gute Stoffwechseleinstellung für unsere Diabetes-Patienten zu erreichen.

Im Übrigen wurde die Klinik und Poliklinik für Kinder und Jugendliche kürzlich zum Ausbildungszentrum für endokrinologische und diabetologische Krankheiten im Kindes- und Jugendalter ernannt; die Medizinische Klinik und Poliklinik III ist schon des längerem eine von der Deutschen Diabetes Gesellschaft zertifizierte Schulungseinrichtung für Patienten mit Typ I- und Typ II- Diabetes.

Dr. Bärbel Adams | idw

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