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Impfstoff gegen Vogelgrippe schneidet schlecht ab

30.03.2006


Erforderliche Dosierung ist um ein Vielfaches zu hoch



Ein weiterer Test eines H5N1-Impfstoffes gegen Vogelgrippe hat zu enttäuschenden Ergebnissen geführt. Nur mit hohen Dosierungen konnte eine entsprechende Immunreaktion erzielt werden. Das Team um John Treanor von der University of Rochester testete einen Impfstoff, des Pharmaunternehmens Sanofi-Pasteur. Dieser Impfstoff enthielt einen H5N1-Virenstamm, der 2004 nach dem gleichen Verfahren wie herkömmliche Grippeimpfstoffe geschaffen worden war. Wie bei früheren Tests mit ähnlichen Impfstoffen führten nur zwei Gaben von je 90 Mikrogramm zu einer signifikanten Immunreaktion. Damit ist eine Menge erforderlich, die um zwölf Mal höher ist als bei einem Standardimpfstoff gegen Grippe. Zusätzlich wirkte auch die hohe Dosierung nur bei rund der Hälfte der Teilnehmer an den Tests. Die Ergebnisse der Studie wurden im New England Journal of Medicine veröffentlicht.



Da nur eingeschränkte Mengen des Impfstoffvirus innerhalb der kurzen Zeit hergestellt werden können, die beim Ausbruch einer Pandemie zur Verfügung steht, ist die Höhe der für einen Impfschutz erforderlichen Dosierung von entscheidender Bedeutung. Laut den Autoren der Studie kann ein Impfstoff mit einer erforderlichen Gesamtdosis von 180 Mikrogramm ein ernsthaftes Hindernis bei der raschen Ermöglichung einer entsprechenden Versorgung darstellen. Seit den ersten derartigen Ergebnissen Ende 2005 enthalten weltweit getestete H5N1-Impfstoffe Immunreaktionen anregende Hilfsstoffe, erklärte der zuständige Vertreter des Pharmaunternehmens David Fedson.

Zwei Studien, eine von Sanofi-Pasteur und die zweite von dem australischen Unternehmen CSL, ergaben, dass der am häufigsten eingesetzte Hilfsstoff Alaun keine entsprechende Wirkung erzielte. Bei der französischen Studie waren laut New Scientist zwei Dosen von je 30 Mikrogramm erforderlich um eine ausreichende Immunreaktion hervorzurufen. Das australische Team erzielte ein vergleichbares Ergebnis mit jeweils 15 Mikrogramm, allerdings nur bei der Hälfte der Testpersonen. Impfstoffe, die auf anderen Virusstämmen beruhen, wirken bereits bei einer Dosis von zwei Mikrogramm. Wissenschafter nehmen mittlerweile an, dass Details im Aufbau des jetzt getesteten Impfstoffes wie zum Beispiel die Platzierung einer bestimmten Zuckergruppe verhindern, dass das Immunsystem wie gewohnt auf Grippeproteine reagiert.

Michaela Monschein | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.urmc.rochester.edu
http://content.nejm.org

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