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Borreliose-Fälle steigen: Einheitlichere Diagnostik ist unumgänglich

28.03.2006


Borreliosefälle nehmen zu: 30.000 bis 80.000 Menschen erkranken jährlich in Folge eines Zeckenstichs. Das Berufsgenossenschaftliche Forschungsinstitut für Arbeitsmedizin (BGFA) beschäftigt sich vor allem mit den beruflich bedingten Fällen aus Land-, Forstwirtschaft und Gartengewerbe. Ob sich ein Arbeiter den Zeckenstich während oder außerhalb der Arbeitszeit zugezogen hat, ist oft nicht eindeutig festzustellen. Deshalb sind Beweiserleichterungskriterien und eine einheitlichere Diagnostik nötig.



Vor allem im Frühjahr lauern sie wieder in Gras und Büschen: Zecken. Ihr Stich kann Borreliose verursachen, eine durch Bakterien (Borrelien) hervorgerufene Infektionskrankheit - die häufigste Erkrankung durch Zeckenstiche der nördlichen Halbkugel. Allein in Deutschland erkranken jährlich schätzungsweise zwischen 30.000 und 80.000 Menschen an Borreliose. Sie ist erst seit kurzem und nur in einigen östlichen Bundesländern meldepflichtig. Schon jetzt ist aber eine Steigerung der Fälle erkennbar. Das liegt auch an der verbesserten Diagnostik. "Die Ärzte sind für die Symptome der Borreliose sensibler geworden", sagt Ralf Kistner vom Bundesverband der Landwirtschaftlichen Berufsgenossenschaften (BLB). Gerade für die Berufgenossenschaften gewinnt die Borreliose an Relevanz, da die Gefahr einer Infektion etwa für Menschen, die in der Forst- und Landwirtschaft oder im Gartengewerbe arbeiten, hoch ist.

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Am Berufsgenossenschaftlichen Forschungsinstitut für Arbeitsmedizin (BGFA) sind in den vergangenen Jahren vermehrt solche Fälle untersucht worden. Das Institut hat dabei vor allem den Aspekt einer beruflich bedingten Erkrankung im Fokus. Doch genau da liegt das Problem: "Manchmal ist es nicht eindeutig, ob sich der Patient während der Arbeit oder in der Freizeit den Zeckenstich zugezogen hat", erklärt Dr. Dr. Michael Haufs, Arzt am BGFA. Eine seiner Ideen ist die Einführung so genannter Beweiserleichterungskriterien im Rahmen einer gutachterlichen Untersuchung. Zum anderen schlägt Haufs auf eine einheitlichere Diagnostik vor. Bisher gibt es keine internationale Standardisierung. Auch sind die Symptome bei Borreliose im Anfangsstadium oft unspezifisch: Zum Beispiel Müdigkeit, Unwohlsein, Kopf- und Gliederschmerzen. Eine rötliche, kreisförmige Hautveränderung um die Einstichstelle (Erythema migrans oder auch Wanderröte) kann ein eindeutigeres Zeichen sein. Ein Bluttest gibt zwar Aufschluss darüber, ob sich der Erreger im Körper befindet, aber nicht dass die Krankheit ausgebrochen ist.

Der wirksamste Schutz gegen Borreliose ist noch immer das Tragen von langer Kleidung. Und: Falls die Zecke doch sticht, diese umgehend entfernen lassen. Denn die Erreger werden nicht sofort nach dem Stich, sondern offenbar erst nach mehreren Stunden übertragen. Eine Schutzimpfung gibt es noch nicht. Ein vor Jahren in den USA entwickelter Stoff war in Europa nicht wirksam, da sich die Borrelien wesentlich unterscheiden. "Auch deshalb ist der medizinische Begriff der ’Lyme’-Borreliose, der aus den USA übernommen worden ist, nicht richtig", meint Haufs, "es handelt sich in Europa häufig um andere Krankheitsverläufe".

Ansprechpartner:
Vicki Marschall
Berufsgenossenschaftliches Forschungsinstitut für Arbeitsmedizin (BGFA)
(0234) 302 - 4649
(0234) 302 - 4501
marschall@bgfa.de

Vicki Marschall | idw
Weitere Informationen:
http://www.bgfa.de

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