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Neue Ursache für plötzlichen Kindstod entdeckt

14.02.2006


Notfallatmung funktioniert anders als normale Atmung



Wissenschafter der University of Bristol haben Gehirnzellen entdeckt, die Nervenimpulse erzeugen, die für das Schnappen nach Luft entscheidend sind aber nicht für das normale Atmen. Sie gehen davon aus, dass ein Mangel an derartigen Zellen ungeklärte Todesfälle bei Babys erklärbar machen könnte. Der plötzliche Kindstod gehört zu den häufigsten Todesursachen bei Kindern unter einem Jahr. Laut BBC starben 2004 in Großbritannien 349 Kinder an plötzlichem Kindstod. Die Anzahl der Todesfälle sank nach einer Informationskampagne um 75 Prozent. Ab 1991 wurde den Eltern geraten, ihre Kinder auf dem Rücken schlafen zu lassen.

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Details der Studie wurden in dem Fachmagazin Nature Neuroscience http://www.nature.com/neuro veröffentlicht.

Der plötzliche Kindstod wurde lange Zeit mit einem Versagen des Einatmens in Zusammenhang gebracht. Der Grund für dieses Versagen war jedoch nicht bekannt. Gemeinsam mit amerikanischen Kollegen entdeckten die Wissenschafter, dass viele verschiedene Arten von Gehirnzellen für ein normales Atmen von entscheidender Bedeutung sind. Nur ein kleiner Teil, die so genannten Schrittmacher, spielen eine Rolle beim Atmungsreflex. Stoppt die normale Atmung, wird dieses Hilfssystem aktiviert um ein Schnappen nach Luft auszulösen. Damit wird die Sauerstoffversorgung wieder hergestellt und das erneute Schlagen des Herzens wieder eingeleitet und so eine normale Atmung wiedererlangt.

Die Wissenschafter wiesen nach dass diese Schrittmacherzellen von einem Protein abhängen, das ein winziges Loch oder eine Pore innerhalb der Membran von Zellen entstehen lässt. Sind die Sauerstoffwerte niedrig, öffnet sich diese Pore weiter um den Durchgang von Natriumionen in die Zelle zu erlauben und eröffnet so eine Möglichkeit wie ein Schnappen nach Luft automatisch stattfinden kann. Das Team zeigte, dass eine Blockierung dieser Pore die Schrittmacherfunktion und die Fähigkeit nach Luft zu schnappen beendete. Ein Herzversagen wäre die logische Folge und der Tod nicht mehr zu verhindern. Damit erhöht sich die Wahrscheinlichkeit, dass ein genetischer Defekt dieses speziellen Proteins das Schnappen nach Luft verhindern könnte. Der leitende Wissenschafter Walter St John erklärte, dass mit diesen Studienergebnissen gezeigt wurde, dass die Atmung im Notfall oder das Schnappen nach Luft durch anderen Mechanismen reguliert wird als die normale Atmung.

Michaela Monschein | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.bristol.ac.uk
http://www.nature.com/neuro

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