Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

MHH-Forscher zeigt: Einfache Übungen haben große Wirkung

13.02.2006


Mediziner findet neue Ansätze in der Therapie von Achillessehnenbeschwerden



Bei Lauf- und Fußballsportlern kommen chronische Achillessehnenprobleme genauso vor wie bei sportlich inaktiven Menschen höheren Alters. Sie gehen häufig mit starken Schmerzen einher und schränken die Bewegungsfähigkeit der Betroffenen im Alltag stark ein. Dr. Karsten Knobloch von der Unfallchirurgischen Klinik der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH) hat nachgewiesen, dass bereits einfach tägliche Übungen ausreichen können, um die Achillessehnenschmerzen zu lindern. Erste Forschungsergebnisse hat jetzt das "American Journal of Sports Medicine" veröffentlicht ("Achilles Tendon and Paratendon Microcirculation in Midportion and Insertional Tendinopathy in Athletes", Am J Sports Med 2006 34: 92-97).

... mehr zu:
»Achillessehne »Blutfluss


In einer Studie mit 66 Patienten setzte Dr. Knobloch ein Laser-Doppler-System ein, um den Blutfluss in den winzigen Kapillargefäßen der verdickten und schmerzhaften Achillessehne zu bestimmen. Bei Patienten mit einer Entzündung der Achillessehne war ein um bis zu 50 Prozent erhöhter Blutfluss am Ort des Schmerzes nachzuweisen im Vergleich zur nicht geschädigten Sehne des anderen Beines, aber auch im Vergleich zu einer gesunden Kontrollgruppe. Dieser erhöhte Kapillarfluss war immer dort vorhanden, wo die Verdickung der Sehne nachzuweisen war: am Sehnenansatz oder auch im Verlauf der Achillessehne zwei bis sechs Zentimeter oberhalb der Ferse. 61 Teilnehmer absolvierten daraufhin zwölf Wochen lang täglich selbstständig ein exzentrisches Krafttraining ohne Hilfsmittel. Der Erfolg: Die Schmerzen konnten allein durch das Training signifikant um 44 Prozent gesenkt werden, der pathologisch erhöhte Kapillarfluss ging um bis zu 50 Prozent zurück.

"Für das exzentrische Krafttraining sind keine aufwendigen Geräte nötig", sagt Dr. Knobloch, "für die Stärkung ihrer Achillessehne müssen die Betroffnen jedoch über mindestens zwölf Wochen täglich engagiert und gewissenhaft mitarbeiten." Die Übungen können an einer Treppenstufe durchgeführt werden. "Man stellt sich am besten barfuß auf die Zehenspitzen, hält diese Position für zwei Sekunden und senkt dann den Fuß unter die Horizontale, daher ist auch die Treppenstufe notwendig", erklärt der Mediziner. Diese Übung muss man 15-mal wiederholen. Nach einer Pause von 30 Sekunden folgen 15 weitere Wiederholungen. "Um einen Effekt zu erzielen, muss der Patient täglich dreimal 15 Wiederholungen pro Seite durchführen, unter Umständen. auch mehr", betont Dr. Knobloch. Das Training könne in der ersten Woche Schmerzen vor allem in der Wade wie bei einem Muskelkater auslösen, dennoch sollte man die Übungen durchhalten.

Bislang sind keine Achillessehnenrisse während dieser Übungen aufgetreten wie auch keine weiteren nachteiligen Nebenwirkungen. Das Training kann mit vielen Therapien problemlos kombiniert werden. Die verdickte Sehne verdünnt sich im Verlauf des Trainings messbar und die veränderte Mikrozirkulation erholt sich, interessanterweise auch auf der nicht betroffenen Seite, vielleicht sogar in einem präventiven Sinne.

Stefan Zorn | idw
Weitere Informationen:
http://www.mh-hannover.de/

Weitere Berichte zu: Achillessehne Blutfluss

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Wachablösung im Immunsystem: wie Dendritische Zellen ihre Bewaffnung an Mastzellen übergeben
16.11.2017 | Universitätsklinikum Magdeburg

nachricht Wie Lungenkrebs zur Entstehung von Lungenhochdruck führt
16.11.2017 | Justus-Liebig-Universität Gießen

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Kleine Strukturen – große Wirkung

Innovative Schutzschicht für geringen Verbrauch künftiger Rolls-Royce Flugtriebwerke entwickelt

Gemeinsam mit Rolls-Royce Deutschland hat das Fraunhofer-Institut für Werkstoff- und Strahltechnik IWS im Rahmen von zwei Vorhaben aus dem...

Im Focus: Nanoparticles help with malaria diagnosis – new rapid test in development

The WHO reports an estimated 429,000 malaria deaths each year. The disease mostly affects tropical and subtropical regions and in particular the African continent. The Fraunhofer Institute for Silicate Research ISC teamed up with the Fraunhofer Institute for Molecular Biology and Applied Ecology IME and the Institute of Tropical Medicine at the University of Tübingen for a new test method to detect malaria parasites in blood. The idea of the research project “NanoFRET” is to develop a highly sensitive and reliable rapid diagnostic test so that patient treatment can begin as early as possible.

Malaria is caused by parasites transmitted by mosquito bite. The most dangerous form of malaria is malaria tropica. Left untreated, it is fatal in most cases....

Im Focus: Transparente Beschichtung für Alltagsanwendungen

Sport- und Outdoorbekleidung, die Wasser und Schmutz abweist, oder Windschutzscheiben, an denen kein Wasser kondensiert – viele alltägliche Produkte können von stark wasserabweisenden Beschichtungen profitieren. Am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) haben Forscher um Dr. Bastian E. Rapp einen Werkstoff für solche Beschichtungen entwickelt, der sowohl transparent als auch abriebfest ist: „Fluoropor“, einen fluorierten Polymerschaum mit durchgehender Nano-/Mikrostruktur. Sie stellen ihn in Nature Scientific Reports vor. (DOI: 10.1038/s41598-017-15287-8)

In der Natur ist das Phänomen vor allem bei Lotuspflanzen bekannt: Wassertropfen perlen von der Blattoberfläche einfach ab. Diesen Lotuseffekt ahmen...

Im Focus: Ultrakalte chemische Prozesse: Physikern gelingt beispiellose Vermessung auf Quantenniveau

Wissenschaftler um den Ulmer Physikprofessor Johannes Hecker Denschlag haben chemische Prozesse mit einer beispiellosen Auflösung auf Quantenniveau vermessen. Bei ihrer wissenschaftlichen Arbeit kombinierten die Forscher Theorie und Experiment und können so erstmals die Produktzustandsverteilung über alle Quantenzustände hinweg - unmittelbar nach der Molekülbildung - nachvollziehen. Die Forscher haben ihre Erkenntnisse in der renommierten Fachzeitschrift "Science" publiziert. Durch die Ergebnisse wird ein tieferes Verständnis zunehmend komplexer chemischer Reaktionen möglich, das zukünftig genutzt werden kann, um Reaktionsprozesse auf Quantenniveau zu steuern.

Einer deutsch-amerikanischen Forschergruppe ist es gelungen, chemische Prozesse mit einer nie dagewesenen Auflösung auf Quantenniveau zu vermessen. Dadurch...

Im Focus: Leoniden 2017: Sternschnuppen im Anflug?

Gemeinsame Pressemitteilung der Vereinigung der Sternfreunde und des Hauses der Astronomie in Heidelberg

Die Sternschnuppen der Leoniden sind in diesem Jahr gut zu beobachten, da kein Mondlicht stört. Experten sagen für die Nächte vom 16. auf den 17. und vom 17....

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Tagung widmet sich dem Thema Autonomes Fahren

21.11.2017 | Veranstaltungen

Neues Elektro-Forschungsfahrzeug am Institut für Mikroelektronische Systeme

21.11.2017 | Veranstaltungen

Raumfahrtkolloquium: Technologien für die Raumfahrt von morgen

21.11.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Wasserkühlung für die Erdkruste - Meerwasser dringt deutlich tiefer ein

21.11.2017 | Geowissenschaften

Eine Nano-Uhr mit präzisen Zeigern

21.11.2017 | Physik Astronomie

Zentraler Schalter

21.11.2017 | Biowissenschaften Chemie