Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Berufsgenossenschaften: Mehr Maschinenergonomie für weniger Unfälle

22.12.2005


Die Tasten des neuen Handys sind so winzig, dass sie sich kaum einzeln drücken lassen. Das Display der Digitalkamera ist so klein, dass man Motivdetails nicht erkennt. Der Griff des Vertikutierers ist so kurz, dass ein erwachsener Mann in leicht gebückter Haltung damit arbeiten muss. Was in der Freizeit nur ein Ärgernis darstellt, kann am Arbeitsplatz schnell zum Unfall- oder Gesundheitsrisiko werden: Maschinen und Geräte, die schlecht oder gar nicht an die Bedürfnisse des Menschen angepasst sind. Das Berufsgenossenschaftliche Institut für Arbeitsschutz (BGIA) hat deshalb eine Checkliste "Ergonomische Maschinengestaltung" entwickelt, die ab sofort im Internet unter http://www.hvbg.de/code.php?link=1738466 kostenlos herunter geladen werden kann.



"Laut europäischer Maschinenrichtlinie müssen Maschinen nicht nur technisch sicher sein, sondern sind außerdem so zu entwerfen, dass sie den Maschinenbediener möglichst wenig belästigen, ermüden oder psychisch belasten", erklärt Dr. Michael Huelke, verantwortlicher Projektleiter im BGIA. Bislang sei es jedoch für den Hersteller schwierig gewesen, die ergonomische Qualität einer Konstruktion zu prüfen. Denn die Anforderungen seien zahlreich, oft sehr allgemein oder gar lückenhaft und zudem über viele Quellen verstreut.

... mehr zu:
»BGIA »Maschinenergonomie


Mit der Checkliste steht Maschinenbauern nun erstmals eine Art Sammelwerk zur Verfügung: Es enthält die wichtigsten Kriterien zur ergonomischen Maschinengestaltung aus mehr als 28 Einzelnormen und -richtlinien, ergänzt um Grenz- und Kennwerte sowie um Hinweise darauf, wie die Übereinstimmung mit den Kriterien überprüft werden kann. Die Anforderungen beziehen sich dabei auf verschiedene Betriebszustände: vom Automatik- und Einrichtbetrieb, über die Wartung und Instandhaltung bis hin zur Störungsbeseitigung. Die Checkliste enthält etwa 300 Fragen, die alle mit Ja oder Nein zu beantworten sind. Zur Liste gehören außerdem ein Merkheft mit weiteren Informationen und ein Auswertebogen, der hilft, die Ergebnisse des Fragenkatalogs abschließend zu bewerten.

Huelke: "Die Unfallstatistik belegt, dass 60 Prozent aller Unfälle beim Bedienen von vermeintlich fehlerfreien Maschinen auftreten. Wir möchten zukünftig auch durch bessere Maschinenergonomie die Unfallzahlen senken und gleichzeitig arbeitsbedingte Belastungen reduzieren." Dabei habe sich das Projektteam zunächst auf die Gruppe der Metallbearbeitungsmaschinen konzentriert, wie z. B. Bearbeitungszentren oder auch handbediente Dreh- und Fräsmaschinen. Initiiert und unterstützt hat das Projekt der zuständige Fachausschuss Maschinenbau, Fertigungssysteme, Stahlbau bei der Berufsgenossenschaft Metall Süd in Mainz.

Die Berufsgenossenschaften sind die Träger der gesetzlichen Unfallversicherung für die Beschäftigten in der gewerblichen Wirtschaft. Neben der Rehabilitation und Entschädigung der Opfer von Arbeitsunfällen und Berufskrankheiten ist die betriebliche Prävention ihre Hauptaufgabe. Zu diesem Zweck beraten die Berufsgenossenschaften die Unternehmen bei der Verbesserung der Sicherheit und Gesundheit am Arbeitsplatz. Die berufsgenossenschaftlichen Institute erforschen praxisnahe Lösungen zur Unfall- und Krankheitsverhütung in den Betrieben.

Fachlicher Ansprechpartner:
Dr. Michael Huelke (BGIA)
Tel.: 02241 231-2644
E-Mail: michael.huelke@hvbg.de

Andreas Baader | idw
Weitere Informationen:
http://www.hvbg.de/code.php?link=1738466
http://www.hvbg.de/bgag
http://www.bgfa.de

Weitere Berichte zu: BGIA Maschinenergonomie

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Schwere Infektionen bei Kindern auch in der Schweiz verbreitet
26.07.2017 | Universitätsspital Bern

nachricht Neue statistische Verfahren zur Überprüfung von Arzneimittel-Generika
25.07.2017 | Ruhr-Universität Bochum

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Navigationssystem der Hirnzellen entschlüsselt

Das menschliche Gehirn besteht aus etwa hundert Milliarden Nervenzellen. Informationen zwischen ihnen werden über ein komplexes Netzwerk aus Nervenfasern übermittelt. Verdrahtet werden die meisten dieser Verbindungen vor der Geburt nach einem genetischen Bauplan, also ohne dass äußere Einflüsse eine Rolle spielen. Mehr darüber, wie das Navigationssystem funktioniert, das die Axone beim Wachstum leitet, haben jetzt Forscher des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT) herausgefunden. Das berichten sie im Fachmagazin eLife.

Die Gesamtlänge des Nervenfasernetzes im Gehirn beträgt etwa 500.000 Kilometer, mehr als die Entfernung zwischen Erde und Mond. Damit es beim Verdrahten der...

Im Focus: Kohlenstoff-Nanoröhrchen verwandeln Strom in leuchtende Quasiteilchen

Starke Licht-Materie-Kopplung in diesen halbleitenden Röhrchen könnte zu elektrisch gepumpten Lasern führen

Auch durch Anregung mit Strom ist die Erzeugung von leuchtenden Quasiteilchen aus Licht und Materie in halbleitenden Kohlenstoff-Nanoröhrchen möglich....

Im Focus: Carbon Nanotubes Turn Electrical Current into Light-emitting Quasi-particles

Strong light-matter coupling in these semiconducting tubes may hold the key to electrically pumped lasers

Light-matter quasi-particles can be generated electrically in semiconducting carbon nanotubes. Material scientists and physicists from Heidelberg University...

Im Focus: Breitbandlichtquellen mit flüssigem Kern

Jenaer Forschern ist es gelungen breitbandiges Laserlicht im mittleren Infrarotbereich mit Hilfe von flüssigkeitsgefüllten optischen Fasern zu erzeugen. Mit den Fasern lieferten sie zudem experimentelle Beweise für eine neue Dynamik von Solitonen – zeitlich und spektral stabile Lichtwellen – die aufgrund der besonderen Eigenschaften des Flüssigkerns entsteht. Die Ergebnisse der Arbeiten publizierte das Jenaer Wissenschaftler-Team vom Leibniz-Instituts für Photonische Technologien (Leibniz-IPHT), dem Fraunhofer-Insitut für Angewandte Optik und Feinmechanik, der Friedrich-Schiller-Universität Jena und des Helmholtz-Insituts im renommierten Fachblatt Nature Communications.

Aus einem ultraschnellen intensiven Laserpuls, den sie in die Faser einkoppeln, erzeugen die Wissenschaftler ein, für das menschliche Auge nicht sichtbares,...

Im Focus: Flexible proximity sensor creates smart surfaces

Fraunhofer IPA has developed a proximity sensor made from silicone and carbon nanotubes (CNT) which detects objects and determines their position. The materials and printing process used mean that the sensor is extremely flexible, economical and can be used for large surfaces. Industry and research partners can use and further develop this innovation straight away.

At first glance, the proximity sensor appears to be nothing special: a thin, elastic layer of silicone onto which black square surfaces are printed, but these...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

10. Uelzener Forum: Demografischer Wandel und Digitalisierung

26.07.2017 | Veranstaltungen

Clash of Realities 2017: Anmeldung jetzt möglich. Internationale Konferenz an der TH Köln

26.07.2017 | Veranstaltungen

2. Spitzentreffen »Industrie 4.0 live«

25.07.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Robuste Computer für's Auto

26.07.2017 | Seminare Workshops

Läuft wie am Schnürchen!

26.07.2017 | Seminare Workshops

Leicht ist manchmal ganz schön schwer!

26.07.2017 | Seminare Workshops