Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Nichtbehandlung von Depressionen verdreifacht Suizidrisiko

17.11.2005


Verzicht auf umstrittene Medikamente für Wiener Experten keine Lösung



In der von der US-amerikanischen Gesundheitsbehörde FDA ausgelösten Diskussion über den Zusammenhang erhöhten Suizidverhaltens mit der Einnahme von Antidepressiva (siehe auch: http://www.pressetext.de/pte.mc?pte=051108028 ) hat sich nun auch die Österreichische Gesellschaft für Neuropsychopharmakologie und Biologische Psychiatrie ÖGPB zu Wort gemeldet. Anlässlich ihrer heute, Donnerstag, in Wien stattfindenden Tagung hat Vorstandspräsident Siegfried Kasper die Wichtigkeit antidepressiver Behandlung bei Suizidgefahr betont und Bedenken gegenüber dem Einsatz entsprechender Medikamente zerstreut.

... mehr zu:
»Depression »Suizidrisiko


Die von den US-amerikanischen Experten aufgeworfene Frage, ob Antidepressiva wie SSRIs (Selektive Serotonin Wiederaufnahmehemmer) oder SNRIs (Selektive Serotonin- und Noradrenalin Wiederaufnahmehemmer) durch entsprechende Nebenwirkungen das Suizidrisiko erhöhen, beantwortet Kasper im Gespräch mit pressetext mit einem eindeutigen "Nein". Entsprechende Studien hätten gewisse statistische Gesichtspunkte nicht beachtet, will Kasper den publizierten Warnungen keinen übermäßigen Glauben schenken. Leicht höhere Suizidraten bei Patienten mit Antidepressivabehandlung gegenüber Patienten der Placebo-Kontrollgruppe seien dadurch zu erklären, dass viele Teilnehmer, denen ein Placebo verabreicht wird, schon nach kurzer Zeit die Therapie abbrechen und somit in der für die Studie verwendete Suizidstatistik nicht mehr aufscheinen würden, so Kasper.

"Gesichert ist allerdings, dass eine Nichtbehandlung von Depressionen zu einem drei- bis vierfachen Suizidrisiko führt", sieht Kasper gegenüber pressetext keine wirkliche Alternative zur medikamentösen Therapie. Diese müsse selbstverständlich mit diagnostischer Vorarbeit und psychotherapeutischen Maßnahmen verknüpft werden, so Kasper weiter. Bei Kindern und Jugendlichen müsse beim Behandlungsansatz verstärkt die psychosoziale Intervention ins Auge gefasst werden, die auch andere Familienmitglieder bzw. in erster Linie die Eltern umfasse.

Als skandalös bezeichnet Kasper in diesem Zusammenhang den Umstand, dass in Österreich immer noch "kein einziges Depressivum zur Behandlung von Kindern und Jugendlichen zugelassen ist". Verschreibungen erfolgten somit immer Off-Label und würden Ärzte dazu zwingen, sich bei der Behandlung jener Patienten permanent in einem gesetzlich nicht abgesicherten Rahmen zu bewegen. Die fehlende Vorgabe führe indirekt auch dazu, dass Kindern und Jugendlichen in vielen Fällen immer noch ältere, toxisch bedenklichere Medikamente verschrieben würden. "Das Gesundheitsministerium sowie die zuständigen Behörden müssen hier endlich die gesetzlichen Grundlagen schaffen", meint Kasper gegenüber pressetext abschließend.

Martin Stepanek | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.fda.gov
http://www.oegpb.at

Weitere Berichte zu: Depression Suizidrisiko

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Neurorehabilitation nach Schlaganfall: Innovative Therapieansätze nutzen Plastizität des Gehirns
25.09.2017 | Deutsche Gesellschaft für Neurologie e.V.

nachricht Die Parkinson-Krankheit verstehen – und stoppen: aktuelle Fortschritte
25.09.2017 | Deutsche Gesellschaft für Neurologie e.V.

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: LaserTAB: Effizientere und präzisere Kontakte dank Roboter-Kollaboration

Auf der diesjährigen productronica in München stellt das Fraunhofer-Institut für Lasertechnik ILT das Laser-Based Tape-Automated Bonding, kurz LaserTAB, vor: Die Aachener Experten zeigen, wie sich dank neuer Optik und Roboter-Unterstützung Batteriezellen und Leistungselektronik effizienter und präziser als bisher lasermikroschweißen lassen.

Auf eine geschickte Kombination von Roboter-Einsatz, Laserscanner mit selbstentwickelter neuer Optik und Prozessüberwachung setzt das Fraunhofer ILT aus Aachen.

Im Focus: LaserTAB: More efficient and precise contacts thanks to human-robot collaboration

At the productronica trade fair in Munich this November, the Fraunhofer Institute for Laser Technology ILT will be presenting Laser-Based Tape-Automated Bonding, LaserTAB for short. The experts from Aachen will be demonstrating how new battery cells and power electronics can be micro-welded more efficiently and precisely than ever before thanks to new optics and robot support.

Fraunhofer ILT from Aachen relies on a clever combination of robotics and a laser scanner with new optics as well as process monitoring, which it has developed...

Im Focus: The pyrenoid is a carbon-fixing liquid droplet

Plants and algae use the enzyme Rubisco to fix carbon dioxide, removing it from the atmosphere and converting it into biomass. Algae have figured out a way to increase the efficiency of carbon fixation. They gather most of their Rubisco into a ball-shaped microcompartment called the pyrenoid, which they flood with a high local concentration of carbon dioxide. A team of scientists at Princeton University, the Carnegie Institution for Science, Stanford University and the Max Plank Institute of Biochemistry have unravelled the mysteries of how the pyrenoid is assembled. These insights can help to engineer crops that remove more carbon dioxide from the atmosphere while producing more food.

A warming planet

Im Focus: Hochpräzise Verschaltung in der Hirnrinde

Es ist noch immer weitgehend unbekannt, wie die komplexen neuronalen Netzwerke im Gehirn aufgebaut sind. Insbesondere in der Hirnrinde der Säugetiere, wo Sehen, Denken und Orientierung berechnet werden, sind die Regeln, nach denen die Nervenzellen miteinander verschaltet sind, nur unzureichend erforscht. Wissenschaftler um Moritz Helmstaedter vom Max-Planck-Institut für Hirnforschung in Frankfurt am Main und Helene Schmidt vom Bernstein-Zentrum der Humboldt-Universität in Berlin haben nun in dem Teil der Großhirnrinde, der für die räumliche Orientierung zuständig ist, ein überraschend präzises Verschaltungsmuster der Nervenzellen entdeckt.

Wie die Forscher in Nature berichten (Schmidt et al., 2017. Axonal synapse sorting in medial entorhinal cortex, DOI: 10.1038/nature24005), haben die...

Im Focus: Highly precise wiring in the Cerebral Cortex

Our brains house extremely complex neuronal circuits, whose detailed structures are still largely unknown. This is especially true for the so-called cerebral cortex of mammals, where among other things vision, thoughts or spatial orientation are being computed. Here the rules by which nerve cells are connected to each other are only partly understood. A team of scientists around Moritz Helmstaedter at the Frankfiurt Max Planck Institute for Brain Research and Helene Schmidt (Humboldt University in Berlin) have now discovered a surprisingly precise nerve cell connectivity pattern in the part of the cerebral cortex that is responsible for orienting the individual animal or human in space.

The researchers report online in Nature (Schmidt et al., 2017. Axonal synapse sorting in medial entorhinal cortex, DOI: 10.1038/nature24005) that synapses in...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Legionellen? Nein danke!

25.09.2017 | Veranstaltungen

Posterblitz und neue Planeten

25.09.2017 | Veranstaltungen

Hochschule Karlsruhe richtet internationale Konferenz mit Schwerpunkt Informatik aus

25.09.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Legionellen? Nein danke!

25.09.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Hochvolt-Lösungen für die nächste Fahrzeuggeneration!

25.09.2017 | Seminare Workshops

Seminar zum 3D-Drucken am Direct Manufacturing Center am

25.09.2017 | Seminare Workshops