Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Kosmische Strahlung belastet fliegendes Personal

14.10.2005


BfS legt dazu erstmals Strahlenschutzbericht vor


Wer über den Wolken arbeitet, ist vermehrt der kosmischen Strahlung ausgesetzt: Das fliegende Personal ist eine der am stärksten exponierten Berufsgruppen in Deutschland. Dies zeigt der erste Bericht über die berufliche Strahlenexposition des fliegenden Personals, den das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) heute veröffentlicht hat. "Zum ersten Mal wurde die in einem Jahr entstandene Strahlenexposition des fliegenden Personals vollständig erfasst und differenziert nach verschiedenen Merkmalen ausgewertet", so der Präsident des BfS, Wolfram König. Die wichtigsten Merkmale, nach denen bei der Datenanalyse unterschieden wurde, sind neben der Art der Beschäftigung (Cockpit, Kabine) Alter und Geschlecht der strahlenüberwachten Personen.

Das Kabinenpersonal ist im Mittel etwas höher exponiert als das Cockpitpersonal. Dabei sind die in der Kabine beschäftigten Männer am höchsten belastet. Der Grund: im Gegensatz zu vielen ihrer Kolleginnen reduzieren sie seltener ihre Arbeitszeit aufgrund von Eltern- und Erziehungszeiten. Dieser Unterschied macht sich auch in der Altersverteilung der Frauen bemerkbar. Hier sind die sehr jungen Frauen stärker belastet.


Die 30.000 Personen des fliegenden Personals machen ca. 38 % aller beruflich strahlenexponierten Personen aus. Der strahlenschutzüberwachte Personenkreis des fliegenden Personals trägt mit einer Kollektivdosis von 55 Personen-Sievert zu mehr als der Hälfte der Kollektivdosis aller beruflich strahlenexponierten Personen Deutschlands bei. Im Vergleich mit anderen strahlenexponierten Berufsgruppen zählt das fliegende Personal mit einer durchschnittlichen effektiven Jahresdosis von 1,8 Millisievert nach den Kategorien "Radiographie", "Kerntechnik, Instandsetzung" und "Kerntechnik, Reinigung" zu den am stärksten exponierten Berufsgruppen.

Die Luftfahrtgesellschaften sind aufgrund der geänderten Strahlenschutzverordnung seit August 2003 verpflichtet, die Strahlendosis ihrer Beschäftigten zu ermitteln und diese zudem durch eine entsprechende Planung der Flugrouten und des Personaleinsatzes zu reduzieren. "Wie andere beruflich strahlenexponierte Personen erhält damit auch das fliegende Personal eine rechtlich abgesicherte Strahlenschutzüberwachung", betont König. Dabei komme der Minimierung der Strahlen-belastung im Interesse der Gesundheit der Menschen eine besondere Bedeutung zu.

Die Auswertung epidemiologischer Studien zeigt eine erhöhte Erkrankungsrate für den schwarzen Hautkrebs. Da bislang aber generell kein Zusammenhang zwischen ionisierender Strahlung und dem Entstehen von schwarzem Hautkrebs festgestellt wurde, sind andere Verursacher wie in erster Linie eine erhöhte Belastung mit UV-Strahlen durch die Sonne in Betracht zu ziehen. Bei Flugbegleiterinnen wurden in einzelnen Studien erhöhte Brustkrebsraten beobachtet. Hier kann ionisierende Strahlung als mögliche Ursache neben anderen nicht grundsätzlich ausgeschlossen werden. Für Leukämien und andere Krebsraten wurden keine signifikant erhöhten Erkrankungsraten gefunden. Beim derzeitigen Erkenntnisstand muss daher bei den heutigen Strahlenbelastungen des fliegenden Personals nur mit einer geringen Wahrscheinlichkeit mit strahlenbedingten Erkrankungen gerechnet werden.

Ghita Cleri | idw
Weitere Informationen:
http://www.bfs.de

Weitere Berichte zu: Hautkrebs Kollektivdosis Strahlenexposition Strahlung

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Dimethylfumarat – eine neue Behandlungsoption für Lymphome
28.03.2017 | Wilhelm Sander-Stiftung

nachricht Die bestmögliche Behandlung bei Hirntumor-Erkrankungen
28.03.2017 | Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Entwicklung miniaturisierter Lichtmikroskope - „ChipScope“ will ins Innere lebender Zellen blicken

Das Institut für Halbleitertechnik und das Institut für Physikalische und Theoretische Chemie, beide Mitglieder des Laboratory for Emerging Nanometrology (LENA), der Technischen Universität Braunschweig, sind Partner des kürzlich gestarteten EU-Forschungsprojektes ChipScope. Ziel ist es, ein neues, extrem kleines Lichtmikroskop zu entwickeln. Damit soll das Innere lebender Zellen in Echtzeit beobachtet werden können. Sieben Institute in fünf europäischen Ländern beteiligen sich über die nächsten vier Jahre an diesem technologisch anspruchsvollen Projekt.

Die zukünftigen Einsatzmöglichkeiten des neu zu entwickelnden und nur wenige Millimeter großen Mikroskops sind äußerst vielfältig. Die Projektpartner haben...

Im Focus: A Challenging European Research Project to Develop New Tiny Microscopes

The Institute of Semiconductor Technology and the Institute of Physical and Theoretical Chemistry, both members of the Laboratory for Emerging Nanometrology (LENA), at Technische Universität Braunschweig are partners in a new European research project entitled ChipScope, which aims to develop a completely new and extremely small optical microscope capable of observing the interior of living cells in real time. A consortium of 7 partners from 5 countries will tackle this issue with very ambitious objectives during a four-year research program.

To demonstrate the usefulness of this new scientific tool, at the end of the project the developed chip-sized microscope will be used to observe in real-time...

Im Focus: Das anwachsende Ende der Ordnung

Physiker aus Konstanz weisen sogenannte Mermin-Wagner-Fluktuationen experimentell nach

Ein Kristall besteht aus perfekt angeordneten Teilchen, aus einer lückenlos symmetrischen Atomstruktur – dies besagt die klassische Definition aus der Physik....

Im Focus: Wegweisende Erkenntnisse für die Biomedizin: NAD⁺ hilft bei Reparatur geschädigter Erbinformationen

Eine internationale Forschergruppe mit dem Bayreuther Biochemiker Prof. Dr. Clemens Steegborn präsentiert in 'Science' neue, für die Biomedizin wegweisende Forschungsergebnisse zur Rolle des Moleküls NAD⁺ bei der Korrektur von Schäden am Erbgut.

Die Zellen von Menschen und Tieren können Schäden an der DNA, dem Träger der Erbinformation, bis zu einem gewissen Umfang selbst reparieren. Diese Fähigkeit...

Im Focus: Designer-Proteine falten DNA

Florian Praetorius und Prof. Hendrik Dietz von der Technischen Universität München (TUM) haben eine neue Methode entwickelt, mit deren Hilfe sie definierte Hybrid-Strukturen aus DNA und Proteinen aufbauen können. Die Methode eröffnet Möglichkeiten für die zellbiologische Grundlagenforschung und für die Anwendung in Medizin und Biotechnologie.

Desoxyribonukleinsäure – besser bekannt unter der englischen Abkürzung DNA – ist die Trägerin unserer Erbinformation. Für Prof. Hendrik Dietz und Florian...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Industriearbeitskreis »Prozesskontrolle in der Lasermaterialbearbeitung ICPC« lädt nach Aachen ein

28.03.2017 | Veranstaltungen

Neue Methoden für zuverlässige Mikroelektronik: Internationale Experten treffen sich in Halle

28.03.2017 | Veranstaltungen

Wie Menschen wachsen

27.03.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Von Agenten, Algorithmen und unbeliebten Wochentagen

28.03.2017 | Unternehmensmeldung

Hannover Messe: Elektrische Maschinen in neuen Dimensionen

28.03.2017 | HANNOVER MESSE

Dimethylfumarat – eine neue Behandlungsoption für Lymphome

28.03.2017 | Medizin Gesundheit