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Unfallopfer besser versorgen

22.08.2005


Neues Trauma-Konzept von Siemens erlaubt schnelle Diagnostik, spart Zeit und Geld

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Siemens Medical Solutions hat ein neues Konzept zur Verbesserung der Arbeitsabläufe bei der Behandlung von Trauma-Patienten im Krankenhaus vorgestellt. Ziel der in Zusammenarbeit mit Ärzten entwickelten Lösung ist, schwer verletzte Notfallpatienten so schnell und effektiv wie möglich zu stabilisieren, zu diagnostizieren und für die weitere Behandlung vorzubereiten. Das Trauma-Konzept besteht im Wesentlichen aus fünf Komponenten: einem speziell entwickelten Patiententransporter, an den ein Life-Support-Trolley (LST) gekoppelt ist, einem Behandlungstisch des Typs Koordinat ORT, einem flexiblen Röntgengerät Vertix MD Trauma und einem fahrbaren Computertomographen. Heute arbeiten bereits Krankenhäuser in Holland (Amsterdam), Österreich (Linz, Wels) und Deutschland (Wolfsburg, Würzburg, Ingolstadt) mit dieser neuartigen Trauma-Lösung, die eine bessere und schnellere Versorgung des Patienten gewährleistet, den Workflow optimiert und damit auch erheblich Kosten senkt.

Nach der ersten Diagnostik am Unfallort kommt der Patient im Krankenhaus zuerst in den Schockraum und von dort über die Radiologie und den Operationsbereich in die Intensivstation. Dabei ist es wichtig und oft lebensrettend, den eingelieferten Patienten innerhalb des Krankenhauses so wenig wie möglich umzulagern. Hierzu dient der Patiententransporter, auf dem der Verletzte vom Krankenwagen zum Schockraum und weiter zum Operationssaal oder zur Intensivstation gefahren wird. Dabei kann der Patient ohne Umlagerung auf alle relevanten Behandlungstische befördert werden. Um den Patienten während des Diagnose- und Therapieprozesses ständig überwachen zu können, ist der Patiententransporter mit einem Life-Support-Trolley (LST) gekoppelt. Am LST befindet sich die komplette anästhesiologische Ausrüstung für Versorgung, Beatmung und Monitoring. Der Patient ist über die Versorgungskatheter, Beatmungsschläuche und Monitoringkabel mit dem LST verbunden – und zwar sowohl auf dem Untersuchungstisch als auch während des Transports auf dem Patienten-Transporter.


Um das Ineinandergreifen der Abläufe auf optimale Weise umzusetzen, werden im Idealfall zwei Räume benötigt, die durch eine motorisch bewegte Strahlenschutztür getrennt sind. Diese können entweder beide als Schockraum genutzt werden - oder alternativ als ein Schockraum und ein Raum für Routine- und/oder interventionelle Untersuchungen. Aber auch Einraumlösungen sind denkbar. Ein Behandlungstisch des Typs Koordinat ORT, an dem Radiologen, Anästhesisten und Chirurgen gleichzeitig am Patienten arbeiten können, gehört ebenso zum Trauma-Konzept von Siemens wie das deckengehängte fahrbare Röntgengerät Vertix MD Trauma. Es sorgt für eine schnelle Erstdiagnostik und unterstützt die anästesiologischen Stabilisierungs- und Monitoringmaßnahmen. Der U-Bügel dieses Gerätes ist äußerst flexibel, dreh- und kippbar und mit einem mobilen Flach-Detektor ausgerüstet. Ein mit der digitalen FDTechnologie erzieltes „Sofortbild“ gibt dem Arzt eine schnellere Übersicht der vorliegenden Verletzungen. Es können aber auch Speicher-Folien-Kassetten verwendet werden.

Für eine vollständige Organdiagnostik wird ein auf Schienen fahrbarer Computertomograph (CT) installiert, dessen Scanbereich den gesamten Körper des Patienten abdeckt. Der CT fährt nur bei Bedarf aus der Parkposition zum Patienten und kann ihn sowohl „Kopf voran“ (head first) oder „Fuß voran“ (feet first) scannen. Sinnvollerweise wird hier ein CT eingesetzt, der schnelle Volumen-Scans macht, wie etwa ein Somatom Sensation 16 oder ein Somatom Emotion von Siemens. Eine optimale Lösung stellt der neue Somatom Sensation Open dar, weil er durch die erweiterte Öffnung einen besseren Zugang zum Patienten bietet.

Dieses technisch völlig neue Trauma-Konzept von Siemens erlaubt in kürzester Zeit eine komplette Diagnose und anästhesiologische Stabilisierung. Die anschließende OP kann optimal geplant und durchgeführt werden. Die Patienten werden auf diese Weise bestens versorgt und Folgeschäden so weit wie möglich reduziert. Die diagnostische Ausrüstung für den Schockraum kann dem individuellen Wunsch der Klinik angepasst werden, einzelne Komponenten lassen sich auch mit bestehenden Geräten kombinieren.

„Wir haben das neue Trauma-Konzept von Siemens 2004 eingeführt. Die Zeitersparnis pro eingeliefertem Trauma-Patienten betrug im ersten Jahr durchschnittlich 30 Minuten. Jetzt liegt sie sogar bei über 45 Minuten“, erläuterte Dr. Jan S.K. Luitse, Medizinischer Direktor Emergency Department und Trauma-Koordinator am Academic Medical Center in Amsterdam, Niederlande. „Heute erhalten bereits 95 Prozent aller Trauma-Patienten ihre komplette Diagnose im Schockraum. Ab August 2005 werden wir weitere klinische Untersuchungen hinzunehmen.“

Traumatologie

Trauma steht für Verletzung. In der Fachdisziplin „Traumatologie“ werden in der Regel Unfallopfer behandelt, die oft mit mehr als einer Verletzung (polytraumatisiert) ins Krankenhaus eingeliefert werden. In erster Linie geht es bei diesen Patienten um eine schnelle Behandlung der Verletzungen beziehungsweise um die Verhütung weiterer Verletzungen. Das Hauptkriterium ist dabei die Zeit. In der so genannten „golden hour of shock“ müssen die wichtigsten Diagnosen gestellt sein, um lebensbedrohliche Verletzungen so schnell wie möglich zu behandeln und langfristige Schäden zu reduzieren. Denn je länger eine Diagnose dauert oder eine gezielte Therapie hinausgezögert werden muss, umso größer ist die Gefahr bleibender Schäden.

Siemens Medical Solutions (Med) ist weltweit einer der größten Anbieter im Gesundheitswesen. Der Bereich steht für innovative Produkte und Komplettlösungen sowie für ein umfangreiches Angebot von Dienst- und Beratungsleistungen. Abgedeckt wird das gesamte Spektrum über bildgebende Systeme für Diagnose und Therapie, die Elektromedizin und die Audiologie bis hin zu IT-Lösungen. Mithilfe dieser Lösungen ermöglicht Med seinen Kunden, sichtbare Ergebnisse sowohl im klinischen, als auch im administrativen Bereich zu erzielen – so genannte „Proven Outcomes“. Innovationen aus dem Hause Siemens optimieren Arbeitsabläufe in Kliniken und Praxen und führen zu mehr Effizienz in der Gesundheitsversorgung. Med beschäftigt weltweit rund 31 000 Mitarbeiter und ist in 120 Ländern präsent. Im Geschäftsjahr 2004 (30. September) erzielte Med einen Umsatz von 7,07 Mrd. € sowie einen Auftragseingang von 8,12 Mrd. €. Das Bereichsergebnis betrug 1,05 Mrd. €.

Bianca Braun | Pressereferat Medical Solutions
Weitere Informationen:
http://www.siemens.com/medical

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